Bundesliga

Unter Klinsmann geht's für Grujic aufwärts

Hertha: Der Serbe scheint raus aus dem Form-Tief

Unter Klinsmann geht's für Grujic aufwärts

Dodi Lukebakio (li.) und Marko Grujic (re.)

Unter Jürgen Klinsmann wieder im Aufwind: Marko Grujic (re.), hier im Zweikampf mit Dodi Lukebakio (li.). imago images

"Ich ermutige ihn, sich immer mehr Bälle zu holen und unser Umschaltspiel mit zu prägen", sagt Klinsmann über den Mittelfeldspieler. "Das hat er jetzt klasse gemacht, davon lebt die Mannschaft. Wenn Marko einen Gang höher setzt, macht das den Unterschied aus. Das ist enorm wichtig, dass er immer mehr in Bestform kommt." Grujic, der in der Vorsaison als Leihgabe des FC Liverpool auf Anhieb zum Chef im Hertha-Mittelfeld und vom damaligen Coach Pal Dardai als "Herthas bester Mittelfeldspieler der letzten 20 Jahre" geadelt wurde, tat sich im ersten Drittel dieser Spielzeit auffallend schwer.

Nach vorn hatte er durchaus immer wieder entscheidende Aktionen, defensiv kamen ihm allerdings Zuverlässigkeit, Zweikampfstärke und das Gespür für die Balance in seinem Spiel abhanden. Im November mahnte Manager Michael Preetz an: "Wir müssen uns auf zentralen Positionen steigern. Da gehört Marko dazu." Grujic fehlte das Selbstverständnis des Vorjahres - und mit dem lange verletzten Arne Maier sein kongenialer Partner im zentralen Mittelfeld. Unter Klinsmanns Vorgänger Ante Covic war Grujic zeitweise recht tief postiert und wurde zwischenzeitlich als alleiniger Sechser aufgeboten - eine Rolle, die ihm nicht schmeckte. Gegen RB Leipzig (2:4, 11. Spieltag) am 9. November hatte Covic Grujic sogar 90 Minuten auf der Bank gelassen - für den U-20-Weltmeister von 2015 ein Novum in dessen Berliner Zeit.

Spielersteckbrief Grujic

Grujic Marko

Trainersteckbrief Klinsmann

Klinsmann Jürgen

Unter Klinsmann ist Grujic ein Fixpunkt und soll vor allem seine Klasse im Spiel nach vorn zur Geltung bringen. "Er tat sich etwas schwer, in die Saison reinzukommen. Aber wie er sich gegen Dortmund reingehängt und in Frankfurt präsentiert hat, war gut", sagt der neue Hertha-Trainer. "Darauf bauen wir auf. Marko ist ein Spieler, der in der Achter-, manchmal sogar in der Zehner-Position ist, weil er einen ruhigen Blick nach vorn hat. Er sieht die Lücken, die auftauchen, und ist dazu fähig, selbst in die Box zu gehen und ein Tor zu schießen, wie er es in Frankfurt gezeigt hat."

Grujic verbuchte gegen die Eintracht sein drittes Saisontor und seinen ersten Assist und sieht sich und die Kollegen auf dem richtigen Weg: "Was der neue Trainer bisher bewirkt hat, konnte man über weite Strecken sehen. Richtig deutlich wird es vermutlich erst im Januar." Im Frühjahr wird sich abermals die Frage nach der Zukunft stellen bei dem Mann, um den es vor dieser Saison ein regelrechtes Tauziehen gegeben hatte. Frankfurt mischte mit, Bremen wähnte sich zwischenzeitlich fast am Ziel, auch aus Italien und der Türkei gab es starkes Interesse - am Ende blieb der umworbene Serbe für eine weitere Saison in Berlin. Sein Anschlussvertrag beim FC Liverpool läuft bis 2023, Grujic will "in einem oder zwei Jahren so weit sein, dass ich in Liverpool spiele". Klappt das nicht, könnte Hertha erneut zum Zug kommen, auch wenn der Leihvertrag keine Kaufoption beinhaltet.

Steffen Rohr