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Alles klar in Neapel: Gennaro Gattuso folgt auf Carlo Ancelotti

Früherer Milan-Schützling folgt in Neapel auf "Carletto"

Alles geregelt: Weltmeister Gattuso folgt auf Ancelotti

Gennaro Gattuso ist neuer Trainer bei der SSC Neapel.

Hat in Neapel für seinen ehemaligen Milan-Mentor Carlo Ancelotti übernommen: Weltmeister Gennaro Gattuso. imago images

Obwohl das Aus von "Carletto" bereits vor dem deutlichen 4:0-Erfolg in der Champions League über Genk und dem damit verbundenen Ticket fürs Achtelfinale klar gewesen war, so überraschte es dennoch, dass sich Napoli noch am selben Abend dazu entschloss, den noch im Stadion von den Fans gefeierten Ancelotti vor die Tür zu setzen. Eine vom früheren Bayern-, Chelsea-, Paris-, Real- oder Milan-Trainer selbst angekündete Unterredung mit Präsident Aurelio de Laurentiis am Folgetag fand so nicht mehr statt.

Stattdessen widmeten die Partenopei den Mittwoch ganz ihrem neuen Trainer, der das in der Serie A seit sieben Spielen (fünf Remis) sieglose und auf Rang sieben abgerutschte Team wieder auf Kurs bringen soll: Gennaro Gattuso. Der 41-Jährige war bereits seit Tagen im Gespräch als Ancelotti-Nachfolger gewesen, um 18 Uhr machte Napoli dann alles offiziell. Präsident de Laurentiis, bekannt für knallharte Entscheidungen sowie markige Worte, schrieb zunächst auf Twitter in Anlehnung an Gattusos Spitznamen: "Willkommen, Rino!"

Gattuso: Teil der Milan-Übermannschaft

Durchaus kurios: Der frühere für seine unermüdliche und harte Gangart bekannte Weltklasse-Mittelfeldspieler, der über die Stationen AC Perugia (1995-97), Glasgow Rangers (1997-98) und Salernitana Calcio (1998-99) bei der AC Mailand gelandet war und dort bis ins Jahr 2012 gespielt hatte, ist einst Schützling von Ancelotti gewesen. Unter der Regie von "Carletto" gehörte "Rino" der damaligen Übermannschaft um Paolo Maldini, Andrea Pirlo, Clarence Seedorf oder Filippo Inzaghi an und gewann in den Spielzeiten 2002/03 sowie 2006/07 die Königsklasse.

Im Anschluss an seine aktive Karriere, die 2013 nach einer Spielzeit beim Schweizer Erstligisten FC Sion geendet war, begann der heute 41-Jährige umgehend seine Trainerlaufbahn; für drei Partien als Spielertrainer in Sion, anschließend kurz bei Palermo, dann in Kreta und Pisa, ehe er 2017, zunächst als U-19-Coach, zur alten Liebe zurückkehrte - und dort ab 2017 als Chefcoach arbeitete.

Gattuso: "Mister Ancelotti ist für mich wie ein Vater!"

In der Modestadt Mailand arbeitete der Weltmeister von 2006 durchaus ordentlich, zumal das Umfeld sowieso als ungemein schwierig gilt gerade in den jüngst tristen Jahren. Trotzdem trat "Rino" nach der knapp verpassten Champions-League-Teilnahme Ende Mai 2019 aus freiwilligen Stücken mit folgender Begründung zurück: "Es waren die 18 Monate in der Summe. Monate, die ich mit großer Leidenschaft gelebt habe. Unvergessliche Monate. Ich habe aber kaum geschlafen in den letzten anderthalb Jahren. Mental bin ich ein Wrack."

Nun und offenbar wieder vollkommen ausgeruht löst Gattuso also seinen ehemaligen Milan-Mentor in Süditalien ab. Seine ersten Worte auf der Pressekonferenz richteten sich dabei wenig verwunderlich in Richtung "Carletto": "Mister Ancelotti ist für mich wie ein Vater! In all den Jahren war er mir immer nah und half mir in vielen Situationen. Außerdem hat er als Trainer alles gewonnen, ich dagegen muss noch so viel beweisen."

mag

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