Bundesliga

Bremen: Fehlender Einsatz? Werder laufstark wie nie

Frappierende Zahlen zum 0:1 gegen Paderborn

Fehlender Einsatz? Werder laufstark wie nie

Topwerte trotz Pleite: Kohfeldts Schützlinge liefen etwa mehr als sonst

Topwerte trotz Pleite: Kohfeldts Schützlinge liefen etwa mehr als sonst. picture alliance

Die 0:1-Pleite gegen den vormaligen Tabellenletzten wirkte wie eine verdiente Quittung. Denn für sämtliche Beobachter ließ sich Baumanns öffentliches Urteil, das mit Trainer Florian Kohfeldt abgestimmt gewesen sein dürfte, absolut nachvollziehen. Kurios allerdings: Die nackten Zahlen sprechen über den Bremer Auftritt am Sonntagabend auf den ersten Blick eine ganz andere Sprache.

Mit 125,5 Kilometern liefen Davy Klaassen und Kollegen gegen Paderborn mehr als in jeder anderen Partie der aktuellen Saison. Den bisherigen Top-Wert bildeten die 124,2 Kilometer beim gefeierten 2:2 in Dortmund am 6. Spieltag. Noch frappierender: Mit 232 Sprints stießen Kohfeldts Schützlinge am Sonntagabend für ihre Verhältnisse sogar in neue Sphären vor. Erstmals überhaupt in dieser Spielzeit wurde die 200er-Marke geknackt. Mit durchschnittlich 172 Sprints pro 90 Minuten bleibt Werder in dieser Beziehung abgeschlagenes Ligaschlusslicht, trotz des jüngsten Ausreißers nach oben. Doch woher rührte dann der, speziell in der ersten Halbzeit vorherrschende, Eindruck, dem Favoriten habe gegen das Kellerkind die nötige Einsatzbereitschaft gefehlt ?

Vermutlich daher, dass jede Leistung immer nur in Relation zum jeweiligen Auftritt des Gegners bewertet wird. Der Blick auf die Paderborner Zahlen zeigt: Mit 126,7 Kilometern liefen die Ostwestfalen eben noch mehr als Werder - und hängten die Hausherren in der Kategorie Sprints mit 262:232 sogar deutlich ab. Was bedeutet: Selbst die - statistisch betrachtet - engagierteste Bremer Leistung dieser Saison reichte nicht, um gegen den Aufsteiger zu bestehen. Das ist, bei aller gerechtfertigten Bremer Enttäuschung, eben auch ein bemerkenswerter Qualitätsnachweis der Mannschaft von Coach Steffen Baumgart. Von der reinen Laufleistung und der Anzahl der Sprints zählt Paderborn in dieser Saison jeweils zum oberen Drittel der Bundesliga. Eine Stärke, die Werders Aufgabe am Sonntag jedenfalls von vornherein deutlich schwerer machte als es das Tabellenbild vorgaukelte.

Thiemo Müller

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