2. Bundesliga

Nürnberg und die verlorenen Punkte: "Uns hat die Kraft gefehlt"

Keller übt Kritik am Schiedsrichter

Nürnberg und die verlorenen Punkte: "Uns hat die Kraft gefehlt"

Enrico Valentini, Lukas Mühl, Nikola Dovedan

Wieder nichts: Der 1. FC Nürnberg ist seit Ende September sieglos. imago images

Nach dem 1:3 nach 1:0 am Montagabend hat der FCN bereits 14 Punkte nach Führung abgegeben - trauriger Ligahöchstwert für die Franken. Auch bei den favorisierten Stuttgartern hatte Nürnberg eigentlich gut begonnen, war durch Michael Frey in Führung gegangen und hatte den VfB in den ersten 30 Minuten durch diszipliniertes Defensivverhalten geschickt weggehalten vom eigenen Tor. "Unser Plan ging richtig auf", meinte Coach Jens Keller nach seinem dritten Spiel als Club-Trainer bei "Sky". "Wir wollten Stuttgart viel Ballbesitz geben."

Doch mit zunehmender Spieldauer wussten die Schwaben immer mehr mit dem vielen Ballbesitz (am Ende 74 Prozent) anzufangen, die Gäste konnten sich kaum befreien oder entlasten. Vor der Pause wurden zwei Stuttgarter Tore noch zurückgepfiffen, nach dem Seitenwechsel dann wandelten die Schwaben die Überlegenheit auch in Zählbares um. "Wir haben uns hinten reindrücken lassen, hatten keinen Zugriff mehr aufs Spiel, haben den Ball kein einziges Mal mehr laufen lassen, hatten keine zweiten Bälle mehr", konstatierte Torschütze Frey. "Du kannst nicht 45 Minuten nur verteidigen." Der Grund dafür? "In der zweiten Hälfte hat uns die Kraft gefehlt", sagte der Schweizer.

Spielersteckbrief Frey

Frey Michael

Trainersteckbrief Keller

Keller Jens

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Kellers Schiri-Schelte: "Zweifelhafter Elfmeter"

Coach Keller sah seine zweite Niederlage im dritten Spiel auch durch die Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Schröder begründet. Als "sehr zweifelhaft" bezeichnete er den durch den Videoschiedsrichter eingeleiteten Elfmeterpfiff zum 1:1 durch Silas Wamangituka. Fabian Schleusener hatte eine Ecke mit dem Ellenbogen aus der Gefahrenzone befördert - und wollte der Elfmeterentscheidung selbst nicht widersprechen: "Es wurde kontrolliert, dann wird es schon seine Richtigkeit haben."

Sein Trainer sah das anders und erinnerte sich an das Derby gegen Fürth: "Da hatten wir eine ähnliche Situation, die nicht gepfiffen wurde. Da wird mit zweierlei Maß gemessen." Doch nicht genug mit der Schiedsrichter-Schelte. Auch das 2:1 der Stuttgarter sah Keller als irregulär. Wataru Endo war in der Entstehung resolut in ein Kopfballduell mit Johannes Geis gegangen, der Mittelfeldmann musste daraufhin sogar benommen ausgewechselt werden. "Er wird eindeutig weggeräumt", meinte Keller.

Schwächste Zweitliga-Saison der Club-Geschichte

Dass seine Mannschaft am Ende nicht mit drei Punkten vom Feld ging, war letztlich aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass Nürnberg nach dem frühen Führungstreffer offensiv kaum noch in Erscheinung trat und kaum noch für Entlastung mehr sorgen konnte. "Wir verlieren schlussendlich zurecht", räumte Frey ein.

Die Horror-Zahlen nach der neuerlichen Niederlage: Seit mittlerweile acht Spielen warten die Franken auf einen Sieg, das letzte Erfolgserlebnis datiert noch aus dem September - kein Team im Unterhaus wartet länger. Der FCN spielt die schwächste Zweitliga-Saison der Club-Geschichte. "Wir sind im Abstiegskampf", gab Frey unumwunden zu. "Jedes Spiel ist ein Kampf und jeder Spieler muss daran glauben."

mib