Champions League

Klopp im "Wettkampfmodus": Auch der Dolmetscher bekommt es zu spüren

Liverpool reicht in Salzburg ein Remis zum Weiterkommen

Klopp im "Wettkampfmodus": Auch der Dolmetscher bekommt es zu spüren

Jürgen Klopp

Jürgen Klopp trifft mit dem FC Liverpool am Dienstag auf RB Salzburg. imago images

Als der Dolmetscher eine Aussage von Reds-Kapitän Jordan Henderson ins Deutsche für die österreichischen Journalisten übersetzte, fuhr ihm Liverpools Trainer in die Parade: "Er hat nicht gesagt: 'Wir wollen es leicht angehen', sondern 'wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst'. Das normale Zeug halt. Also schon zuhören. Sonst kann ich das auch übersetzen. Das ist ja nicht so schwer." Später schob Klopp noch nach: "Ist natürlich scheiße für den Dolmetscher, wenn ein Deutsch sprechender Trainer daneben sitzt."

Ich bin schon im Wettkampfmodus. Das kann ich Ihnen sagen.

Jürgen Klopp

Keine Frage: Der 52-Jährige ist vor dem entscheidenden Gruppenspiel bei RB Salzburg, bei dem für den amtierenden Champions-League-Sieger vom Gruppensieg bis zum vorzeitigen Ausscheiden und dem "Zwangsabstieg" in die Europa League alles drin ist, angespannt. Oder wie er zu englischen Journalisten sagte: "Ich bin schon im Wettkampfmodus. Das kann ich Ihnen sagen."

Dass es für sein Team in einer auf dem Papier machbaren Gruppe mit Neapel, Salzburg und Genk am letzten Vorrunden-Spieltag doch noch ums Weiterkommen geht und zum ersten Mal seit 2012 (FC Chelsea) der Titelverteidiger ausscheiden könnte, bewertete Klopp nüchtern: "Ich weiß doch, wie die Menschen ticken. Sie wollten, dass wir ein Urlaubsspiel in Salzburg haben."

Das Interesse an dem Spiel ist riesengroß

Davon ist sein Team, dem ein Remis für den Achtelfinal-Einzug reicht, allerdings weit entfernt, schließlich ist in der Mozartstadt vom "Spiel der Spiele" die Rede, die Zeitung "Krone" schrieb: "Euphorie in Salzburg - Wahnsinn kennt keine Grenzen mehr". Das Interesse war sogar schon einen Tag vor dem Showdown derart groß, dass die obligatorische Pressekonferenz mit Klopp kurzerhand vom PK-Raum in ein VIP-Zelt verlegt werden musste.

Die Hoffnungen der Salzach-Städter ruhen vor allem auf Offensiv-Juwel Erling Haaland, der auch beim rasanten 4:3 im Hinspiel getroffen hatte und sich längst den Respekt von Klopp verdient hat: "Der Junge ist 19, ein unglaublicher Spieler und ein unglaubliches Talent. Er hat eine große Zukunft vor sich." Allerdings sei der Norweger nicht der einzige gute Spieler in Reihen des Gegners. "Das ist ein wirklich gutes Team."

"Wenn wir in der Champions League Ambitionen haben..."

Zugleich ist dem Coach, der mit seiner Mannschaft in England unangefochten die Premier League anführt, auch klar, in der Favoritenrolle zu sein. "Wenn wir in der Champions League Ambitionen haben, müssen wir das in Salzburg zeigen", sagt er, betont aber auch: "Wenn sie uns schlagen, haben sie es verdient, weiterzukommen."

pau/sid