2. Bundesliga

St. Paulis mangelnde Effektivität: Veerman als Sinnbild

Luhukay macht Effektivität als größte Baustelle aus

Vorbei, Latte, Meyer: Veerman als St. Paulis Sinnbild

St. Paulis Henk Veerman (li.) gegen Marcel Correia

Glückloser Angreifer: St. Paulis Henk Veerman ließ große Chancen liegen und traf in dieser Szene die Latte. imago images

"Wenn wir kein Tor machen, ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen", verriet Henk Veerman nach der knappen Niederlage in Regensburg kein Geheimnis. Doch der Angreifer fügte ebenso selbstkritisch wie nachvollziehbar an: "Wenn ich ein Tor mache, läuft das Spiel anders."

Veerman hat die Chancen, Regensburg trifft

Die Chancen zu mehr als einem Treffer hatte der über zwei Meter große Zielspieler an diesem Sonntagnachmittag. Erst setzte er den Ball nach einer durch Mats Möller Daehli verlängerten Flanke von Ryo Miyaichi aus wenigen Metern knapp neben das Tor (20.), dann traf mit einer Volleyabnahme nach einer Hereingabe von Luca Zander die Latte (22.). Und als Veerman dann nach einer weiteren Zander-Flanke von rechts den Ball freistehend aus elf Metern platziert aufs Tor köpfte, fand er in Regensburgs stark parierendem Torhüter Alexander Meyer seinen Meister (29.).

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Die starke Phase der Hamburger blieb somit ohne zählbaren Ertrag, auf der anderen Seite nutzte der SSV Jahn seine erste Großchance. Debütant Mert Kuyucu war auf der linken Seite aufgerückt, Kapitän Waldemar Sobota verlängerte einen langen Schlag aus der Jahn-Defensive am aus der Abwehr herausrückenden James Lawrence vorbei auf Regensburgs Angreifer Andreas Albers. St. Paulis Abwehr hebelte sich förmlich selbst aus, nach Albers' Hereingabe lenkte Torjäger Marco Grüttner den Ball kunstvoll hinter dem eigenen Standbein ins lange Eck (42.).

Wenn wir in letzter Zeit solche Situationen zulassen, dann machen die Gegner die Tore.

Waldemar Sobota über das 0:1 in Regensburg

Für Sobota stand diese Szene, bei der er vor allem einen "Kommunikationsfehler" sah, beispielhaft für die Gesamtsituation der Hamburger. "Wenn wir in letzter Zeit solche Situationen zulassen, dann machen die Gegner die Tore", erklärte er und fügte hinzu: "Das ist vielleicht auch der Unterschied zwischen denen und uns in der letzten Zeit."

Fast schon als Beweis dafür ließ Möller Daehli im zweiten Durchgang die größte Chance zum Ausgleich liegen: Nach einer Veerman-Verlängerung war der 24-jährige Offensivspieler frei durch, konnte aber im Eins-gegen-eins mit Torhüter Meyer nicht sein zweites Saisontor erzielen (55.).

Am Ende des Tages machen wir einen Riesenfehler, der wird bestraft. Und vorne sind wir einfach nicht konsequent genug.

Marvin Knoll

"Am Ende des Tages machen wir einen Riesenfehler, der wird bestraft. Und vorne sind wir einfach nicht konsequent genug", fasste Marvin Knoll entsprechend passend zusammen und lag damit auf einer Linie mit Trainer Jos Luhukay, der bemängelte: "Heute war für uns wieder mal ein Spiel, in dem wir ganz klar die Effektivität haben vermissen lassen." Die mangelhafte Chancenverwertung machte der Niederländer als wichtigste Baustelle aus: "Das können wir uns vorwerfen und das müssen wir schnellstmöglich abstellen."

Nächste Aufgabe: Kellerduell mit Wiesbaden

Die Abstiegsränge rücken für den FC St. Pauli so immer näher. Nach der dritten Niederlage in Folge und der damit verbundenen Verlängerung der Sieglos-Serie auf acht Liga-Spiele stehen für die auswärts in dieser Saison noch sieglose Luhukay-Elf vor der Winterpause nun noch zwei Heimspiele auf dem Programm: Am Samstag (13 Uhr) gastiert der Tabellen-17. Wiesbaden zum Kellerduell am Millerntor, eine Woche später kommt Herbstmeister Arminia Bielefeld zum Rückrunden-Auftakt.

bru