Bundesliga

Andersson fühlt sich wohl, mauert aber in Sachen Vertrag

Union Berlin: Ein eiserner Schwede im Blickpunkt

Andersson fühlt sich wohl, mauert aber in Sachen Vertrag

Sebastian Andersson

"Ich habe jetzt nichts dazu zu sagen": Sebastian Andersson hält sich in Vertragsfragen bedeckt. imago images

Ein Dutzend Medienvertreter hatte sich eingefunden, um die Erfolgsstory des Schweden zu transportieren. Der 28 Jahre alte Offensivmann steht aktuell wie kein zweiter für die Punkteschwemme der Köpenicker, die sich als Aufsteiger auf Rang zehn hocharbeiten konnten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Hohe Bälle auf Andersson, der diese dann verarbeitet und der Mannschaft Zeit zum Aufrücken gibt, sind ein Erfolgsrezept Unions.

Anderson passt auch deshalb zu den Eisernen, weil er sich nicht in den Vordergrund stellt. Daran ändert sein zweiter Bundesliga-Doppelpack wenig. "Es war wichtig für uns, zu gewinnen. Es war ein Sechs-Punkte-Spiel. Wir konnten uns ein Polster zu den hinteren Plätzen verschaffen", erzählte Andersson. "Es ist ein schönes Gefühl, dass ich jetzt zwei Tore mehr habe. Es war eine gute Nacht. Ich bin aber sehr müde, weil ich kann nach Spielen nicht richtig schlafen kann."

Das 1:0 gegen den FC markierte er per Kopf nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel. Beim zweiten Tor, das er mit dem schwächeren linken Bein nach Zuspiel von Christian Gentner erzielte, musste Andersson auf das "Go" von Schiedsrichter Patrick Ittrich warten. Denn der Kölner Sebastiaan Bornauw hatte noch versucht, den Ball von der Linie zu kratzen. "Es war aus meiner Position nicht zu sehen, ob er drin war. In solchen Momenten liebe ich die Tor-Linien-Technik", sagte Andersson.

Ein ablösefreier Abgang von Andersson ist wohl nicht zu befürchten

Hinsichtlich des Vertrages gibt es weniger eindeutige Signale. Offiziell läuft sein Zweijahres-Kontrakt noch bis zum Saisonende. Ob er sich vielleicht durch diverse Optionen längst um mindestens zwölf Monate verlängert hat, wollte Andersson nicht verraten. "Ich habe jetzt nichts dazu zu sagen. Ich fokussiere mich auf die letzten drei Spiele in diesem Jahr", meinte Andersson, der zuletzt über seinen Vertrag erklärt hatte: "Es ist nicht sicher, dass er im Sommer ausläuft."

Das nährt die Vermutung, dass sich sein Vertrag wie der von Trainer Urs Fischer durch den Aufstieg längst verlängert hat. Wenngleich auch der Verein dazu nicht mit der Sprache herausrücken mag. Da in Köpenick niemand in Hektik verfällt, ist aber wohl nicht zu befürchten, dass im Sommer ein ablösefreier Abgang des Skandinaviers droht.

Vielleicht winkt Union in den nächsten Jahren dank Andersson eine Millioneneinnahme. Manch einer sieht den Torjäger schon auf der Insel kicken, auch wenn Andersson relativiert. "Ich habe nicht wirklich gesagt, dass ich in England spielen möchte. Aber wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt, kann ich das vielleicht tun. Aber ich finde es in Deutschland sehr schön. Im Moment genieße ich es, hier zu spielen", meinte Andersson, der dem kicker vor eineinhalb Wochen gesagt hatte: "Wenn die Premier League kommt, dann muss man vielleicht nachdenken."

Marktwert könnte weiter steigen

Sein Marktwert könnte in den nächsten Monaten in die Höhe schnellen, wenn er weiter regelmäßig trifft und mit Schweden eine erfolgreiche EM-Endrunde spielt. Aktuell spricht nichts gegen seine Nominierung. Im Gesamtpaket könnte es dann schwer werden, Andersson im Südosten Berlins zu halten.

Das ist Zukunftsmusik. Am Sonnabend (15.30 Uhr) wollen Union und Andersson die gute Form im Auswärtsspiel beim SC Paderborn bestätigen. "Sie haben in Bremen gewonnen. Paderborn hatte einen schwierigen Start. Aber wir wissen, dass sie Fußball spielen können und eine gute Offensive haben", warnte Andersson.

Matthias Koch