Nationalelf

Bierhoff versteht Nowitzkis Kritik am Smartphone-Wahn

Ohne Handyverbot geht es in der Fußballnationalelf nicht mehr

Bierhoff versteht Nowitzkis Kritik am Smartphone-Wahn

Dirk Nowitzki und Oliver Bierhoff

Stehen dem "Handy-Konsum" beide kritisch gegenüber: Dirk Nowitzki und Oliver Bierhoff. Getty Images

"Es war am Ende ein bisschen bitter", kommentierte Nowitzki die Nutzung im Mannschaftskreis, wo lieber zum Smartphone gegriffen wird, als die persönliche Kommunikation mit dem Mitspieler zu suchen. Der 41 Jahre alte ehemalige NBA-Star sprach ein Problem an, das DFB-Direktor Bierhoff nur zu gut kennt: "Es ist der Lauf der Zeit. Wir haben auch in der Nationalmannschaft handyfreie Zeiten beim Mittag- oder Abendessen. Es ist natürlich eine andere Generation, aber ich habe schon festgestellt, dass man nach historischen Siegen manchmal in die Kabine kommt und alle schauen aufs Handy. Wir sind aufgefordert, den persönlichen Austausch immer wieder durch gewisse Maßnahmen zu fördern."

Ich habe schon festgestellt, dass man nach historischen Siegen manchmal in die Kabine kommt und alle schauen aufs Handy.

Oliver Bierhoff

Seit Jahren versucht Bierhoff Nowitzki mit der Fußballnationalmannschaft zusammenzubringen, was bisher an Terminproblemen scheiterte. Vor Manuel Neuer und Co. werden immer mal wieder Impulsvorträge von anderen Sportstars gehalten. So erzählte Ex-Skirennläufer Hermann Maier (47) in einem dreiviertelstündigen Interview, dass "er sich in seiner Karriere nur zweimal hundertprozentig fit gefühlt hat", wie Bierhoff berichtete. "Wir machen uns viele Gedanken, ob der Rasen richtig gemäht ist oder die Busfahrt zu kurz, aber das alles ist keine Begründung nicht hundert Prozent der Leistung zu bringen", findet der DFB-Direktor und ergänzt: "Für uns ist es wichtig, aus diesen Gesprächen drei, vier Impulse rauszuholen und diese den Spielern mitzugeben."

Bierhoff: "Ausgeglichene Bundesliga hilft bei der Entwicklung"

Am Rande der Veranstaltung sprach Bierhoff auch über die Bundesliga. "So spannend war es lange nicht mehr. Dass im vorderen Bereich jeder jeden schlagen kann, macht es besonders interessant. Diese Ausgeglichenheit hilft auch in der Entwicklung der Spieler. Nichts ist so schlecht wie keine Konkurrenz zu haben. Ich hoffe, es geht so bis zum Saisonende. Ein Meistertipp fällt mir echt schwer. Es ist schon beeindruckend, wie gerade Gladbach und Leipzig marschieren, aber in der Vergangenheit war es häufiger so, dass kurze Schwächeperioden dazu geführt haben, dass auch andere Mannschaften wieder nach vorne gekommen sind."

Bierhoff begrüßt Sperre gegen Russland

Die am Montag von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verhängte vierjährige Sperre gegen Russland begrüßte Bierhoff. "Es ist mit Sicherheit konsequent. Es ist immer schmerzhaft für junge Athleten, die das nicht verursacht haben. Gerade im Kampf gegen Doping muss man aber Konsequenz zeigen und entsprechend hart durchgreifen."

Michael Ebert