Champions League

Darum will RB Leipzig Gruppensieger werden

Sorge um Streik in Frankreich

Darum will Leipzig Gruppensieger werden

Julian Nagelsmann

Julian Nagelsmann hat mit RB Leipzig Platz eins in der Gruppe G im Blick. imago images

Die Auswärtsstärke ist einer der maßgeblichen Gründe für Leipzigs Höhenflug in dieser Saison. 16 Zähler holte der Bundesliga-Zweite aus den sieben Punktspielen in der laufenden Spielzeit in fremden Stadien, damit führt RB die Auswärtstabelle an. Und auch in der Champions League ebneten die Siege bei Benfica Lissabon (2:1) und Zenit St. Petersburg (2:0) den Weg zum vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde.

Entsprechend selbstbewusst gehen die Sachsen die drei binnen einer Woche anstehenden Aufgaben bei Olympique Lyon, Fortuna Düsseldorf und Borussia Dortmund an. "Es ist für uns entscheidend, dass wir in Lyon die Tabellenspitze behaupten und als Tabellenführer ins Achtelfinale gehen", lautet das erklärte Ziel von Sportdirektor Markus Krösche fürs letzte Gruppenspiel am Dienstagabend beim kriselnden Tabellensiebten der Ligue 1.

Dieses Spiel hat große Bedeutung für uns. Wir wollen die Tabellenspitze verteidigen, um für uns Punkte zu holen, aber auch für Deutschland.

Torhüter Peter Gulacsi

Bereits mit einem Unentschieden wäre Leipzig Platz eins in der Gruppe G nicht mehr zu nehmen, während Lyon unbedingt einen Sieg benötigt. "Dieses Spiel hat große Bedeutung für uns. Wir wollen die Tabellenspitze verteidigen, um für uns Punkte zu holen, aber auch für Deutschland", betont Torhüter Peter Gulacsi.

Der Gruppensieg ist nicht nur wegen der 2,7 Millionen Euro Prämie erstrebenswert, sondern vor allem wegen der Ausgangsposition bei der Achtelfinal-Auslosung am 16. Dezember. Als Gruppensieger träfe Leipzig auf einen Zweitplatzierten, damit würden Top-Teams wie die bereits als Gruppensieger feststehenden FC Barcelona, Juventus Turin oder Paris St. Germain ausscheiden. Allerdings finden sich auch im Topf der vermeintlich leichteren Kontrahenten schon jetzt ganz dicke Brocken, Real Madrid etwa oder Tottenham Hotspur lauern dort als bereits feststehende Gruppenzweite. Fest steht auch: Als Gruppensieger würde Leipzig seine Achtelfinal-Premiere in der Königsklasse zuerst auswärts bestreiten, hätte dann im Rückspiel Heimrecht. "Es wäre hilfreich, wenn wir einen Gegner bekämen, der auf dem Papier zumindest schlagbar ist", betont Gulacsi. Deshalb wird Trainer Julian Nagelsmann aller Voraussicht nach die bestmögliche Elf am Dienstagabend ins Rennen schicken.

Besonderes Spiel für Mukiele, Upamecano, Nkunku

Beim Abflug am Montagmittag fehlten neben den Langzeitverletzten Kevin Kampl, Willi Orban, Ibrahima Konaté und dem für die Champions League nicht gemeldeten Stefan Ilsanker auch Rekonvaleszent Tyler Adams und der nach seiner Form suchende Ademola Lookman. Anstelle von Routinier Ilsanker, der angesichts der Verletztenmisere im Defensivbereich in den letzten vier Ligaspielen sehr manierlich aushalf, dürfte Nordi Mukiele den Leipziger Abwehrverband komplettieren. Der 22-jährige ist einer von drei Franzosen im Lyon-Aufgebot. Auch Dayot Upamecano und Christopher Nkunku haben ein besonderes Interesse, sich in ihrem Heimatland in den Vordergrund zu spielen. Obendrein gilt für RB, sich für den 0:2-Patzer im Hinspiel zu revanchieren. Damals hatten vor allem Upamecano und Mukiele folgenschwer gepatzt.

Wohl massive Beeinträchtigungen für Leipziger Fans

Rund 1200 Leipziger Fans wollen das letzte RB-Gruppenspiel verfolgen. Ob tatsächlich auch alle die nach Paris und Marseille drittgrößte Stadt Frankreichs erreichen, ist unklar. Für Dienstag sind in Frankreich wieder landesweite Proteste und Streiks angekündigt, weshalb massive Beeinträchtigungen im Flug- und Zugverkehr erwartet werden. Der Charterflieger der RB-Profis soll in der Nacht zum Mittwoch um 0:55 Uhr von Lyon nach Leipzig aufbrechen.

Oliver Hartmann