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WADA-Beschluss: Russland für vier Jahre von Olympia und WM ausgeschlossen

Welt-Anti-Doping-Agentur schließt RUSADA erneut aus

WADA-Beschluss: Russland für vier Jahre von Olympia und WM ausgeschlossen

Russland wird für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen.

Russland wird für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. picture-alliance

Das WADA-Exekutivkomitee folgte damit am Montag in Lausanne einstimmig einer Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC. Russland will Einspruch einlegen, werde für seine Sportler kämpfen, sagte die Parlamentsabgeordnete Swetlana Schurowa am Montag der Agentur Interfax zufolge. Russland werde die Strafen beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten, erklärte der Parlamentsabgeordnete Dmitri Swischtschow vom Sportausschuss der Staatsduma.

Die Sanktionen gegen Russland umfassen einen ganzen Strafenkatalog. So wird die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA erneut aus der WADA ausgeschlossen. Russische Sportler dürfen an sportlichen Großereignissen wie Olympischen und Paralympischen Spielen oder Weltmeisterschaften nicht unter russischer Flagge, sondern allenfalls unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" teilnehmen, ähnlich wie bei den Winterspielen 2018. Russland darf diese Wettbewerbe auch nicht ausrichten oder sich um diese bewerben.

2018 noch Gastgeber, 2022 maximal als neutrales Team am Start

Nicht unter die sanktionierten Events fällt die Fußball-EM 2020 (die auch in St. Petersburg stattfindet), weil sie laut WADA ein "kontinentales Einzelsportereignis" ist. Ebenfalls nicht betroffen sind die WM-Qualifikation sowie die Austragung von Europapokalspielen. Sollte sich die Fußball-Nationalmannschaft für die WM 2022 in Katar qualifizieren, müsste sie ohne Fahne, Nationaltrikots und Ländernamen antreten.

Die FIFA hielt sich am Montag weitestgehend zurück und äußerte sich nicht zu möglichen Konsequenzen. Viel Handlungsspielraum hat der Weltverband allerdings ohnehin nicht. Wie alle Unterzeichner des WADA-Codes muss die FIFA die Sanktionen umsetzen, sollten sie final in Kraft treten.

Manipulierte Daten aus dem Kontrolllabor

Hintergrund ist der Streit um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Die Aushändigung an die WADA war im September 2018 eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der RUSADA. Mit dem Datensatz soll das Ausmaß des Dopingskandals belegt und individuelle Verfahren gegen Sportler möglich werden. Nach dem Bericht der Prüfkommission seien Tausende Daten gelöscht oder manipuliert worden. Zuletzt war die Rede davon, dass so mindestens 145 Sportler geschützt werden sollten.

sid/cfl