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Revanche geglückt: Joshua schickt Ruiz in die Wüste

Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht

Revanche geglückt: Joshua schickt Ruiz in die Wüste

Er holte sich seine WM-Titel zurück: Anthony Joshua.

Er holte sich seine WM-Titel zurück: Anthony Joshua. imago images

Es war die Sensation schlechthin, als im Juni Ausnahme-Athlet Anthony Joshua gegen Andy Ruiz Jr., US-Amerikaner mexikanischer Abstammung, seinen Status als WBA-Superchampion und seine Weltmeistertitel der Box-Verbände von WBO, IBF und IBO verlor. Am Samstagabend stand in Saudi-Arabien nun der von vielen heiß erwartete Rückkampf auf dem Programm. Bereits im Vorfeld war viel darüber spekuliert worden, ob der 30-jährige, der technisch der klar bessere Boxer ist, seinen Kopf im Griff haben würde, immerhin gilt der Brite durchaus als etwas verkopft.

Sicher war, dass Joshua beim "Clash on the Dunes", wie der Kampf marketingtechnisch genannt wurde, seinen Kontrahenten wohl deutlich ernster nehmen würde müssen als im ersten Aufeinandertreffen, als er ganz offensichtlich mächtig überrascht worden war. Auch war ein klarer Plan für den deutlich kleineren Ruiz nötig - unter anderem schnelle Jabs aus der Distanz wären da ein geeignetes Mittel. Ruiz gab sich diesbezüglich betont locker, zitierte Box-Legende Mike Tyson: "Du hast immer einen Plan, bis du getroffen wirst."

Joshuas Taktik geht auf

In den ersten Runde machte Joshua quasi alles richtig, hielt sich Ruiz immer wieder geschickt vom Leib und landete auch den einen oder anderen schweren Treffer - so kassierte der US-Amerikaner bereits in der ersten Runde über dem linken Auge einen Cut. Gänzlich chancenlos war Ruiz jedoch nicht, allerdings war er schwerfällig auf den Beinen - und damit auch im Hintertreffen.

AJ dominierte folglich den Kampf, doch urplötzlich kassierte er Ende der vierten Runde eine harte Rechte von draußen. Der "Destroyer" aus Kalifornien hatte Blut geleckt, doch Joshua ließ sich nicht aus der Balance bringen, blieb weiterhin schnell auf den Beinen und variierte seine Schläge.

Trotz Kämpferherz: Ruiz fehlen die Ideen

Je länger der Kampf andauerte, desto mehr Frust und Verzweiflung kamen bei Ruiz auf. Dem Titelverteidiger fehlten die Ideen, um Joshua wirklich in Gefahr zu bringen. Kondition schien dabei hüben wie drüben kein echtes Problem zu sein, auch in Runde acht wirkten die Kontrahenten durchaus frisch. Allerdings wurde Joshua etwas langsamer und bekam sofort Probleme mit Ruiz, der Kämpferherz bewies, nicht aufsteckte und in Runde acht unter anderem eine wuchtige links-rechts-Kombination durchbrachte.

Zu diesem Zeitpunkt dürfte der Kampf punktemäßig bereits entschieden gewesen sein - Joshua war bis dato klar besser. Ruiz blieb also noch die Hoffnung auf einen K.o., doch der blieb aus. Das lag auch daran, dass der 128 kg schwere Ruiz schlichtweg zu selten durchkam und die große Distanz - Joshua (107,5 kg schwer) ist satte zehn Zentimeter größer - kaum einmal wirklich überbrückte. So kam es, wie es kommen musste: Nach zwölf intensiven Runden und eine 3:0-Schiedsrichterentscheidung streckte Joshua die Hände zum Sieg in die Wüstenluft.

drm