Bundesliga

Flick verärgert: "So wie letzte Woche gegen Leverkusen"

Noch keine Diagnose bei Tolisso

Flick verärgert: "So wie letzte Woche gegen Leverkusen"

Hansi Flick

Mit dem FC Bayern nur 60 Minuten lang auf Kurs: Trainer Hansi Flick. Getty Images

Dass es zu Beginn der zweiten Hälfte noch 0:0 stand, war für die Borussia äußerst schmeichelhaft. Dass Ivan Perisic, sträflich alleine gelassen, per sehenswertem Drehschuss nur vier Minuten nach Wiederbeginn die Bayern in Führung schoss, war nicht nur verdient, sondern auch logisch. Der Rekordmeister lieferte einen Auftritt ab, der eines Rekordmeisters würdig war. Der Tabellenführer lief indes nur hinterher, kam überhaupt nicht zur Entfaltung.

Doch wenn es nur 1:0 steht, ist bekanntlich eine Aktion ausreichend, um das bisher Geschehene aus den Angeln zu heben. "Wir haben viele Chancen herausgespielt. Es ist ärgerlich, dass wir die nicht machen", haderte FCB-Trainer Flick nach Abpfiff am Sky-Mikrofon. "Dadurch lässt du Gladbach im Spiel, so wie es letzte Woche gegen Leverkusen war."

Nach dem Gegentor hat Gladbach gezeigt, warum sie vorne stehen.

Bayern-Trainer Hansi Flick

Da brachte es wenig, dass "wir 60 Minuten die bessere Mannschaft waren - nach dem Gegentor hat Gladbach gezeigt, warum sie vorne stehen", so Flick. Just in der 60. Minute hatte ein sich zurücklehnender FC Bayern, augenscheinlich in Person von Leon Goretzka, Ramy Bensebaini bei einem Eckstoß völlig aus den Augen verloren. Der Linksverteidiger hatte keine Probleme, aus acht Metern unbedrängt einzuköpfen. Und dem gesamten Borussia-Park wieder Leben einzuhauchen.

Tolisso verletzt raus - Kein Kommentar zum Foulelfmeter

Und auch in der Folge gelang es dem FC Bayern nicht mehr, auf dem Konzentrationslevel zu agieren, mit dem man die Borussia zuvor völlig dominiert hatte - trotz der frühen verletzungsbedingten Auswechslung von Corentin Tolisso, zu dessen Gesundheit es noch keine Diagnose gibt.

"Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen", fasste Flick zusammen, warum die Münchner in der letzten halben Stunde kaum noch zu Chancen kamen, während die Hausherren plötzlich auf Sieg spielten. Und diesen nach einem von Bayern-Seiten unkommentierten Foulelfmeter in der Nachspielzeit auch bejubeln durften.

"Uns hat in der zweiten Halbzeit das Selbstverständnis gefehlt. Wir hätten so weiterspielen müssen, hätten nicht abwarten dürfen, das Ergebnis nicht über die Zeit bringen - das war zu viel Abwarten", sprach Manuel Neuer die Problematik an. "An sich fühlt sich die Mannschaft wohl", verriet indes Thomas Müller über das Klima unter Trainer Flick, "aber wenn der FC Bayern verliert... dann ist es nicht so schön. Es gilt erst einmal, die drei Spiele zu gewinnen."

Flick will Wiedergutmachung

Darauf, vor der Winterpause trifft München noch auf Bremen, Freiburg und Wolfsburg, bezog sich auch Flick, der zu seiner Zukunft keine genaueren Angaben machen wollte: "Wir können in den drei Spielen etwas wiedergutmachen." Annahmen, dass sich durch die Niederlage in puncto Trainerfrage etwas verändert haben könnte, schob Sportdirektor Hasan Salihamidzic derweil einen Riegel vor: "Nein, da hat sich nichts verändert."

nba