Handball

Dank Eckerle: DHB-Team kommt WM-Halbfinale näher

Niederlande bezwungen

Dank Eckerle: DHB-Team kommt WM-Halbfinale näher

Player of the match: Dinah Eckerle darf nach dem Spiel vortreten.

Player of the match: Dinah Eckerle darf nach dem Spiel vortreten. imago images

Dank einer überragenden Dinah Eckerle im Tor und einer treffsicheren Emily Bölk im Angriff haben die deutschen Handball-Frauen zum Auftakt der WM-Hauptrunde den nächsten Coup geschafft. Mit dem 25:23 (11:12)-Sieg gegen die Niederlande übernahm die DHB-Auswahl die Tabellenspitze der Gruppe I. Nach der Überraschung im Duell mit dem WM- und EM-Dritten haben die Deutschen nun gute Chancen, sich das ersehnte Ticket für die Olympia-Qualifikationsturniere im März 2020 zu sichern und erstmals seit 2007 wieder ein WM-Halbfinale zu erreichen.

"Wir haben mutig gespielt und verdient gewonnen. Unsere Abwehrleistung war Wahnsinn. Und in der zweiten Halbzeit hatten wir auch noch eine Dinah Eckerle im Tor, die viele Bälle gehalten hat", sagte Bundestrainer Henk Groener. "Ich muss erst einmal durchatmen", sagte die 24 Jahre alte Torfrau vom deutschen Meister SG BBM Bietigheim. Mit 16 Paraden war Eckerle der Garant für den ersten Pflichtspielsieg Groeners gegen die Auswahl seines Heimatlandes, die er von 2009 bis 2016 in die Weltspitze geführt hatte.

Erst Serbien, dann Norwegen

Auf dem Weg dorthin scheint nun auch die DHB-Auswahl, die am Sonntag in Kumamoto erfolgreich Revanche für die 21:28-Niederlage vor einem Jahr bei der EM in Frankreich nahm. "Das ist einfach nur geil. Davon haben wir geträumt", sagte Linksaußen Ina Großmann. Beste Werferin für die deutschen Frauen war Bölk mit sechs Toren. Am Montag (07.00 Uhr/MEZ) geht es gegen Serbien weiter. "Da müssen wir wieder so eine Abwehr stellen", forderte Groener. Die Serbinnen hatten zuvor Südkorea beim 36:33 die erste Turnierniederlage zugefügt. Letzter Hauptrundengegner ist am Mittwoch Rekord-Europameister Norwegen.

Wester wird zum Problem für den DHB

Gegen die Niederlande startete die DHB-Auswahl gut, doch nach einer 4:1-Führung mehrten sich Unkonzentriertheiten im deutschen Angriffsspiel. Beste Chancen wurden vergeben, einfache Bälle verworfen, in Überzahl gelangen zu wenige Treffer. Zudem scheiterten die Deutschen immer wieder an der starken niederländischen Torfrau Tess Wester, die vor ihrem Wechsel nach Dänemark lange Jahre in der Bundesliga (Oldenburg und Bietigheim) spielte.

Beim 7:8 lagen die DHB-Frauen erstmals hinten. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich die deutsche Mannschaft im Angriff - und Eckerle wurde wie schon in der Vorrunde zum überragenden Rückhalt. In den ersten zehn Minuten nach der Pause gelangen den Niederländerinnen nur zwei Tore. Deutschland setzte sich auf 16:14 ab, weil vor allem Bölk und Kim Naidzinavicius (5 Tore) im Angriff überzeugten. Zwölf Minuten vor Schluss betrug der Vorsprung beim 22:17 fünf Tore. Zwar wurde es am Ende noch einmal eng, aber der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Niederlande - Deutschland 23:25 (12:11)

Niederlande: Duijndam, Wester - Dulfer 4, Abbingh 3/1, Snelder 3, Bont 2, Freriks 2, Kramer 2, Malestein 2/2, Polman 2, Van Der Heijden 2, Housheer 1, Nusser, Smeets, Smits, van Wetering
Deutschland: Eckerle (SG BBM Bietigheim), Roch (Borussia Dortmund) - Bölk (Thüringer HC) 6, Naidzinavicius (SG BBM Bietigheim) 5, Stolle (Thüringer HC) 4, Berger (SG BBM Bietigheim) 3, Lauenroth (SG BBM Bietigheim) 3, E. Minevskaja (Brest Bretagne) 2/2, Behnke (Rostov-Don) 1, Weigel (TuS Metzingen) 1, Behrend (VfL Oldenburg), Grijseels (Borussia Dortmund), Großmann (Thüringer HC), Schmelzer (Thüringer HC), Schulze (SG BBM Bietigheim), Zschocke (Bayer 04 Leverkusen)
Schiedsrichterinnen: Charlotte Bonaventura (Frankreich)/Julie Bonaventura (Frankreich)
Zuschauer: 4020
Strafminuten: 8 / 2

dpa