Bundesliga

Selke: "Wir wissen, was jetzt gefragt ist"

Hertha: Der Angreifer ist unter Klinsmann gesetzt

Selke: "Wir wissen, was jetzt gefragt ist"

Davie Selke und Jürgen Klinsmann

Intensiver Austausch auf dem Trainingsplatz: Davie Selke und Jürgen Klinsmann. imago images

Auch wenn Klinsmanns Start, das 1:2 gegen Borussia Dortmund, vom Ergebnis her nicht die Hoffnungen erfüllte, ist Selke zuversichtlich: "Das Spiel war ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es keine Punkte gab. Wir waren aggressiver und standen stabiler als in den Wochen zuvor. Jetzt müssen wir vorn unsere Waffen noch besser einsetzen: mit Tempo durchbrechen und die Box gut besetzen." Nach der fünften Niederlage in Serie ist Hertha auf Relegations-Platz 16 abgerutscht, die Profis klingen und klangen in dieser Woche dennoch unverdrossen positiv. Niemand unterschätze die Situation, erklärt Selke: "Wir haben verstanden, was los ist. Aber es ist wichtig, dass wir ruhig bleiben. Panik wäre falsch." Die Mitte vergangener Woche vollzogene Trennung von Klinsmann-Vorgänger Ante Covic nennt Selke im kicker-Interview "unangenehm" und sagt: "Wenn ein Trainer gehen muss, ist das für alle eine Niederlage - auch für uns Spieler."

Intensiveres Training: "Wir leiden mehr, aber wir leiden gern"

Der Blick geht nach vorn - auf das Spiel bei Eintracht Frankfurt am Freitagabend. "Wir haben eine neue Art von Fußball, lauf- und zweikampfintensiv", sagt Selke. "Wir wissen, was jetzt gefragt ist." Die gestiegene Intensität im Training, nicht zuletzt ein Effekt der Verpflichtung des langjährigen Felix-Magath-Vertrauten und neuen Hertha-Fitnesstrainers Werner Leuthard, begrüßt Selke: "Wir leiden aktuell mehr, aber wir leiden gern. Was Werner Leuthard mit uns macht, ist intensiv. Aber wir haben schon im ersten Spiel gemerkt, wie uns das hilft. Ich habe mich extrem frisch und fit gefühlt."

Intensiver Austausch zwischen Klinsmann und Selke

Unter dem neuen Coach Klinsmann ist Selke aktuell gesetzt. Beide haben bereits in den ersten Tagen der Zusammenarbeit mehrere Gespräche geführt. "Der Junge macht Spaß. Meine Freude ist der Umgang mit Menschen. Da geh' ich drin auf, da hab' ich Lust drauf. Davie und ich hatten schon die Gelegenheit, ein paarmal richtig zu quatschen", sagte Klinsmann am Donnerstag. "Ich hab' ihm gesagt, dass es für einen Stürmer ganz wichtig ist, sich klare Ziele zu setzen. Da geht es immer um Tore. Wenn du in der Bundesliga angekommen bist, ist das nächste Ziel, deinen Schnitt an Toren so hochzuschrauben, dass dich irgendwann ein Bundestrainer sieht. Davie ist nicht mehr 18, sondern hat ein paar Jahre mehr. Ich hoffe, dass es sich in seinem Kopf festsetzt und er sagt: Ich will eines Tages bei der Crème de la Crème dabei sein. Ein Stürmer muss viele Karten in einer Tasche haben. Welche er dann zieht, muss er im Spiel selber entscheiden und improvisieren."

Selke geht fest davon aus, von der Zusammenarbeit mit seinem neuen Vorgesetzten enorm zu profitieren, und sagt im kicker: "Er war ein Top-Stürmer auf Welt-Niveau. Als Stürmer einen früheren Stürmer als Trainer zu haben ist immer etwas Besonderes. Es sind kleine Dinge, die ihm auffallen und die er anspricht. Vor allem will er, dass man als Stürmer in jedem Moment die Galligkeit auf Tore hat."

Im Interview (Donnerstag-Ausgabe) spricht Selke außerdem über seinen schwierigen Saisonstart, warum er das Wort Abstiegskampf meidet, seine Zukunft beim DFB und die Avancen des tschechischen Verbandes, der ihn für die EM 2020 gewinnen will.

Steffen Rohr

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