Bundesliga

Union bester Aufsteiger - Paderborn drückt Köln ans Ende - Gladbachs Ekstase

Klarer Sieg für BVB - Bayer packt auch Schalke

Union bester Aufsteiger - Paderborn drückt Köln ans Ende - Gladbachs Ekstase

Union jubelt dank Andersson, Paderborn dank Michel und Gladbach dank Bensebaini.

Union jubelt dank Andersson, Paderborn dank Michel und Gladbach dank Bensebaini. imago images

Union ist der bessere Aufsteiger - Köln schwach

Union Berlin hat seinen sechsten Sieg in der Bundesliga gefeiert. Im Duell der beiden Aufsteiger gewannen die Hauptstädter am Sonntagnachmittag gegen den 1. FC Köln souverän mit 2:0. Matchwinner für die Berliner war Doppeltorschütze Andersson. Die Eisernen setzen sich mit dem Heimsieg im Mittelfeld der Tabelle fest, die Kölner verlieren nach einer blutleeren Vorstellung nicht nur den Anschluss, sondern sin durch Paderborns Sieg in Bremen neues Schlusslicht. Erst wuchtete Stürmer Andersson einen Eckball humorlos in die Maschen, dann schloss er einen Alleingang gegen Kölns Keeper Horn gekonnt ab - Bornauws Rettunsgaktion kam nur Zentimeter zu spät. Der Dreier für die Fischer-Elf ging vollauf in Ordnung, denn nach soliden ersten 30 Minuten ließ die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol jegliche Offensivgefahr vermissen und wirkte auch in der Defensive nicht mehr sattelfest.

VAR hilft Paderborn

Zum Abschluss des 14. Spieltags verlor Werder Bremen am Sonntagabend gegen den SC Paderborn durch eine VAR-Entscheidung in der Nachspielzeit. Der eingewechselte Michel durfte nach minutenlanger Überprüfung über sein Tor zum 1:0 jubeln. Die Hanseaten bleiben durch die bittere Niederlage im hinteren Mittelfeld stecken, die Ostwestfalen verlassen den letzten Platz und drücken Köln die Rote Laterne in die Hand. Das Duell hatte zunächst einiges an Tempo und rassigen Zweikämpfen zu bieten, doch Struktur oder eine entsprechende Anzahl von Torchancen suchte man vergeblich. Im ersten Abschnitt hatten Klaassen und Maximilian Eggestein noch die besten Einschussgelegenheiten, doch die beiden Bremer hatten ihr Visier nicht sonderlich scharf gestellt. Paderborn wurde in der Schlussphase tiefer reingedrückt, doch fand die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt fast keine Lücken. Die beste Chance hatte noch Bittencourt, doch er traf aus zehn Metern nur das Außennetz. Und dann lief die Schlussminute: Paderborn, das bislang seine Vorstöße bis zum Strafraum ordentlich vortrug, aber dann zu unpräzise agierte, kam durch Michel zum Siegtor. Doch ehe dieser Treffer anerkannt wurde, musste die vermeintliche Abseitsszene minutenlang vom VAR überprüft werden - mit positivem Ausgang für den SC.

Alario beendet speziellen Heim-Fluch

Am Samstagabend richtete sich der Blick ins Rheinland, wo Bayer Leverkusen nach dem 2:1-Coup von München das nächste Schwergewicht der Liga zu Fall bringen wollte. Nach einer umkämpften Anfangsviertelstunde ging die Werkself im Anschluss an eine Ecke durch Alario dann auch in Führung und bekam anschließend immer mehr Zugriff auf die Partie. S04 steigerte sich zwar in Hälfte zwei, blieb vor dem Tor letztlich aber zu ungefährlich. In der Schlussphase wurde es noch einmal turbulent: Zuerst schnürte Alario nach feiner Kombination seinen Doppelpack (81.), dann antwortete Raman postwendend (82.) und leitete so die Schalker Schlussoffensive ein. S04 rannte an, konnte Bayers 2:1-Sieg jedoch nicht mehr abwenden. Damit endete zugleich ein ganz spezieller Heim-Fluch dieser Paarung: In den neun Begegnungen beider Mannschaften zuvor hatte nie der Gastgeber gewonnen.

Sommer beweist Fingerspitzengefühl

Mit Spannung erwartet wurde am Samstagnachmittag das Gastspiel der Bayern in Gladbach. Meister gegen Erster, ein Klassiker der Bundesliga-Geschichte. National sind Auswärtsspiele in Gladbach Bayerns vermeintlich schwerste Aufgabe. Doch davon war zunächst nichts zu sehen, vielmehr drängten die Gäste vom Anpfiff weg nach vorne und kamen reihenweise zu Top-Chancen. Die wohl dickste hatte dabei Kimmich, dessen Versuch Sommer mit einem einzigen Finger (!) parierte - nur etwas mehr als ein Zentimeter hatte gefehlt, damit der Ball mit vollem Umfang die Linie überquert hätte (27.). Gladbach wirkte wie paralysiert, fand lange Zeit quasi gar nicht statt und konnte froh sein, dass die Bayern wie schon beim 1:2 gegen Leverkusen mächtig Chancenwucher betrieben.

Nach Wiederanpfiff war es jedoch Perisic, der sehenswert per Drehschuss Sommer überwand (49.) und den Bann brach. Das Gegentor war ein Weckruf für die Fohlen, die danach auf einmal nach vorne spielten und nach einer Ecke durch Bensebaini den vielumjubelten Ausgleich markierten (60.). In der fortan völlig offen Partie blieb es bis zum Schluss spannend - und in der Nachspielzeit folgte der nächste Höhepunkt: Javi Martinez kam gegen Thuram zu spät, sah Gelb-Rot und verursachte obendrein einen Elfmeter. Bensebaini übernahm die Verantwortung, schnürte seinen Doppelpack (90.+2) und machte den sechsten Gladbacher Heimsieg in Serie perfekt. Die Borussen bleiben damit Erster.

Leipzigs Werner: neun Tore in fünf Spielen

Julian Nagelsmann traf mit RB Leipzig auf seinen Ex-Klub Hoffenheim und wollte auch gegen seine alte Liebe den aktuellen Positivtrend (natürlich fortsetzen (sieben Spiele ungeschlagen, satte 29 Tore erzielt, Bilanz: 6/1/0). Die Sachsen erwischten dann auch einen formidablen Start und gingen durch Werner in Führung - der Nationalstürmer erzielte damit sein achtes Tor im fünften Spiel in Folge! Wie schon in Paderborn ließen die Leipziger anschließend aber die Zügel etwas schleifen und hätten beinahe den Ausgleich kassiert (Geiger, 38., 39.). Als in Hälfte zwei Posch Werner im Strafraum zu Fall brachte und dieser vom Punkt aus auf 2:0 stellte (52.) war die Messe letztlich gelesen. Sabitzer sorgte kurz vor Schluss fürs 3:0 (83.). Bickacic betrieb noch Ergebniskosmetik mit seinem Treffer zum 1:3 (89.), doch das änderte nicht daran, dass die TSG nach zuletzt drei Auswärtssiegen in Serie mal wieder in der Fremde verlor.

An der Dreisam dominieren die Defensivreihen

Sowohl in Freiburg als auch in Wolfsburg hatte die Formkurve zuletzt wieder ein wenig nach unten gezeigt, entsprechend wichtig war nun das direkte Aufeinandertreffen. Mit einem Sieg wäre nicht nur die Trendwende eingeläutet, auch der Anschluss ans obere Tabellendrittel wäre beibehalten worden. Doch ein Tor war an diesem Nachmittag offenbar nicht das Hauptziel der Kontrahenten, vielmehr dominierten die Abwehrreihen, sodass Chancen absolute Mangelware blieben und die Partie weitgehend ereignislos vor sich hinplätscherte. Erst ein von Schmid direkt verwandelter Freistoß aus 27 Metern brachte die Entscheidung und dem Sport-Club die drei Punkte.

Richter fällt ein riesiger Stein vom Herzen

Beim Mainzer Gastspiel in Augsburg gab es nach zwölf Minuten eine Szene, die es wohl in jeden Jahresrückblick schaffen dürfte: Richter versiebte eine Chance sondergleichen, indem er aus sieben Metern das leere Tor nicht traf. Als dann Öztunali kurz darauf sehenswert per Schlenzer den FSV in Führung brachte (15.), schien es schon ein gebrauchter Tag für die bayerischen Schwaben zu werden. Wie das Leben so spielt, war es allerdings Richter, der noch vor der Pause den Ausgleich markierte und alles wieder auf null stellte. So richtig darüber freuen konnte sich der Stürmer dennoch nicht, zu sehr nagte wohl noch die vergebene Chance an ihm. Nachdem Niederlechner einen Foulelfmeter (Kunde an Vargas) kompromisslos ins obere Eck zum 2:1 gedroschen hatte (65.), dürfte Richter ein riesiger Stein vom Herzen gefallen sein - erst Recht, als nach 90 Minuten der Abpfiff ertönte und der FCA-Sieg klar war. Die Augsburger verabschiedeten sich damit fürs Erste vom Abstiegskampf, während die Nullfünfer unter Neu-Coach Achim Beierlorzer ihre erste Niederlage kassierten.

Reus sichert Dortmunds starke Heimserie

Friedhelm Funkel konnte im Laufe seiner Karriere noch nie in Dortmund gewinnen. Das bleibt auch nach seinem 15. Versuch so. Zwar leisteten die Rheinländer beim BVB lange Zeit Gegenwehr, kassierten letztlich aber noch vor der Halbzeit durch Reus das 0:1 (42.). Der gordische Knoten war gelöst, die Borussia ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen, gewann nach weiteren Treffern von Hazard (58.), Sancho (63., 74.) und Reus (70.) mit 5:0 und bleibt damit als einzige Mannschaft in der Liga zu Hause ungeschlagen (5/2/0).

Rode hat das letzte Wort: Hertha verspielt 2:0-Führung

Jürgen Klinsmann verpasste am Freitagabend den großen Befreiungsschlag mit Hertha BSC: In Frankfurt verspielten die Berliner eine 2:0-Führung (Lukebakio, 30.; Grujic, 63.), kamen nach fünf Niederlagen in Serie aber zumindest zu einem 2:2-Punktgewinn. Die Eintracht verdiente sich den Ausgleich, Hinteregger (65.) und der eingewechselte Rode (86.) trafen jeweils nach einer Ecke. Zwei weitere Frankfurter Tore zählten nicht: Kamada kam der VAR dazwischen (38.), vor Krafts vermeintlichem Patzer wertete Schiedsrichter Christian Dingert einen Schubser von André Silva als Offensivfoul (71.). Die Eintracht bleibt im Tabellenmittelfeld hängen.

kon