Bundesliga

Lukas Hradecky von Bayer Leverkusen schielt auf Platz 1

Torhüter denkt nach Kontaktlinsen-Panne an Laser-Operation

Hradecky schielt auf Platz 1: Die Lust auf eine Überraschung ist "ganz groß"

Lukas Hradecky

Trug mit einer starken Leistung zum überraschenden Sieg in München bei: Leverkusens Keeper Lukas Hradecky. imago images

"Wir haben ergebnismäßig einen ganz starken November gespielt. Der Sieg in München war wie die Kirsche auf der Torte. Wir haben mit viel Leidenschaft und Herz gespielt", blickt Lukas Hradecky auf die vergangenen Wochen zurück, in denen Bayer seine Ausgangsposition nicht nur in der Liga nach einem zwischenzeitlichen Tief deutlich verbessert hat.

Die jüngsten Erfolgserlebnisse fördern das Selbstvertrauen. "Durch die Siege glaubt man automatisch mehr an sich. Wir haben von den Ergebnissen her zu einer Konstanz gefunden. Ich hoffe, das bleibt so bis Weinachten. Damit wir ganz oben landen", sagt der finnische Nationalspieler, der zumindest mit einem Auge auch auf das Titelrennen schielt.

Ob Bayer 04 die Möglichkeit habe, für eine Überraschung zu sorgen, wurde Hradecky gefragt. Dieser antwortete: "Dafür ist es noch zu früh, um das zu sagen. Es sind 13 Spieltage gespielt. Wir haben gut angefangen und hatten dann eine kleinere Delle. Die müssen wir vermeiden, vielleicht klappt es dann. Aber es gibt viele gute Mannschaften: Gladbach macht es gut, Leipzig sowieso, Bayern wacht langsam auf. Es war Weltklasse, was sie gegen uns gespielt haben. Dortmund kommt sicher auch." Sollte die Konkurrenz schwächeln und Bayer seinen Lauf fortsetzen, dann sind Hradecky und Co. für den großen Coup prinzipiell bereit. Die Lust, eine Überraschung zu schaffen sei, so der 30-Jährige, "ganz groß".

Nicht nur deshalb fordert er, dass Bayer am Samstag gegen Schalke nachlegt. "Diese Punkte hat man normalerweise nicht budgetiert", erklärt er mit dem Blick auf den unverhofften Dreier in München, "jetzt können wir sie - ich liebe dieses Wort - vergolden."

Hradecky denkt an Laser-Operation: "Es ist unangenehm"

Zum Erfolg beim Rekordmeister trug Hradecky mit einer Klasseleistung bei - wie so oft in den vergangenen Wochen. Und das, obwohl er während der ersten Hälfte Sichtprobleme wegen einer verrutschten Kontaktlinse hatte. Ein Umstand, der den Finnen über alternative Lösungen nachdenken lässt. "Das ist mir das erste Mal in meiner Karriere passiert. Natürlich habe ich mir auch schon überlegt, mich einer Laser-Operation zu unterziehen. Mal sehen, ob das irgendwann klappt. Solange das aber nicht jede Woche passiert, bin ich ganz zufrieden", erklärt Hradecky, bei dem sich nach einem Schuss von Münchens Serge Gnabry eine Kontaktlinse verschoben, aber im Augenwinkel hängengeblieben war.

Die Folgen war höchst erfolgsgefährdend. "Einen langen Ball habe ich gar nicht gesehen", gibt der Torhüter zu, dem Leverkusens Mannschaftsarzt bei der nächsten Unterbrechung die Linse zurückholte. Allerdings hatte sich diese gedreht und lag mit der falschen Seite auf dem Auge. "Dann sieht man zwar, aber es ist unangenehm", beschreibt Hradecky, der sich zur Halbzeit zwei neue Linsen einsetzte, die Auswirkungen. Ab dann hatte er wieder einen ungestörten klaren Blick. Den benötigen er und seine Mitspieler auch am Samstag gegen Schalke. Nur mit einem Sieg kommt Bayer aus der dauernden Drucksituation heraus, beim nächsten Ausrutscher den Anschluss nach ganz oben zu verlieren. Und nur dann kann Hradecky auch weiterhin mit klarem Blick auf Platz 1 schielen.

Stephan von Nocks