Ingolstadt: Nach dem späten Ausgleichstreffer gegen Meppen

Saibene sauer: "Das ist auch eine Qualitätsfrage"

Sah gegen den SV Meppen viel Verbesserungsbedarf: Jeff Saibene, der hier am Spielfeldrand Anweisungen gibt.

Sah gegen den SV Meppen viel Verbesserungsbedarf: Jeff Saibene. imago images

"Unser Problem war die Hektik, wir haben in 90 Minuten nie richtig Ruhe reibekommen", monierte er. "Da haben wir große Defizite, daran müssen wir arbeiten." Dabei hatte der Trainer schon eine Vorahnung über den Spielverlauf. Denn Meppen hatte in der Fremde auch schon andere Topmannschaften wie den MSV Duisburg (3:1), den Halleschen FC (3:3) und die SpVgg Unterhaching (0:0) geärgert. Nun waren die Ingolstädter an der Reihe, die zwar lange Zeit führten, aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zum 1:1 hinnehmen mussten und somit mit 30 Zählern knapp hinter den Aufstiegsplätzen stehen.

Die Abwehr bereitet Sorgen

"Wir waren zwei gegen fünf auf der letzten Linie, das darf nicht passieren", zitierte der "Donaukurier" Innenverteidiger Nico Antonitsch zur Entstehung des 1:1, beim dem Drittliga-Topscorer Deniz Undav (je neun Tore und Vorlagen) nach einem hohen Ball aus dem Halbfeld die Kugel quasi mit dem Schlusspfiff aus kurzer Distanz ungehindert einschiessen konnte.

Daher kritisierte Antonitsch auch das generelle Abwehrverhalten: "Wir haben die Bälle leicht hergeschenkt und vor dem Gegentor gefühlt fünfmal in die Luft geschossen. Das müssen wir besser machen und daraus mitnehmen, dass wir so nicht auftreten können", so der Österreicher. Sein Teamkollege Peter Kurzweg formulierte klarer: "Es muss halt dann auch mal ein 1:0 reichen." Tatsächlich haben die Schanzer dieses Ergebnis in der laufenden Saison noch nicht erzielt. "Uns fehlt etwas die Erfahrung", ergänzte der in die Startelf zurückgekehrte Björn Paulsen.

Auch Kapitän Stefan Kutschke war nach dem Schlusspfiff bedient. "Wir müssen lernen, so einen Vorsprung dreckig über die Zeit zu bringen", meinte der 30-Jährige und sah die Ursache vor allem in der mangelnden Zusammenarbeit. "Wir wollten uns untereinander nicht helfen. Wer den Ball hatte, war das ärmste Schwein, es gab keine Anspielstationen, und dann kam meistens ein Fehlpass", urteilte der Torschütze zum 1:0.

Es war gravierend, welche technischen Probleme wir hatten, den Ball zu kontrollieren und ihn in den eigenen Reihen zu behalten.

Jeff Saibene

In dieselbe Kerbe schlug auch sein Coach. Die vielen Ballverluste seien das Hauptproblem gewesen: "Es war gravierend, welche technischen Probleme wir hatten, den Ball zu kontrollieren und ihn in den eigenen Reihen zu behalten. Das ist für mich entscheidend, ob man ein Spiel gewinnt oder verliert", schimpfte der FCI-Coach und ergänzte, einmal so richtig in Fahrt: "Ziel muss es sein, dem Mitspieler den Ball in den Fuß zu spielen und nicht einen Meter nebendran. Das ist auch eine Qualitätsfrage."

kon/Gottfried Sterner