Paderborner Youngster begeistert von der Team-Mentalität

Wie Kilian den Frust weglächelt

In Paderborn schnell Fuß gefasst: Neuzugang Luca Kilian.

In Paderborn schnell Fuß gefasst: Neuzugang Luca Kilian. imago images

Viel Freude hatte Luca Kilian bisher nicht beim SC Paderborn 07 - jedenfalls nicht an den Ergebnissen, die sein Team bisher in der Bundesliga erzielte. Oft nahe dran, am Ende aber doch mit leeren Händen dastehend - auch am vergangenen Samstag beim 2:3 gegen Leipzig wiederholte sich dieses Szenario. "Die erste Halbzeit war weggeschenkt, auf der zweiten können wir aufbauen", bekannte der Innenverteidiger und fügte hinzu: "Es ist frustrierend."

Wenn Kilian diese Aussage dennoch mit einem Lächeln im Gesicht tätigt, dann gehört das zu den positiven Besonderheiten, die den nicht ganz alltäglichen Aufsteiger aus Ostwestfalen umgeben. Nicht gnadenlos ergebnisorientiert soll die Mannschaft agieren, sondern stets stehen auch die Art, wie Fußball gespielt wird, sowie die Entwicklung des Teams und der einzelne Spieler im Blickpunkt.

Achtmal in Folge in der Startelf

Luca Kilian ist eines der Paradebeispiele für diesen Paderborner Weg. Im Sommer aus der zweiten Mannschaft des westfälischen Nachbarn Borussia Dortmund geholt, sollte sich der ehemalige A-Jugend-Meister beim SCP erst einmal akklimatisieren und sich allmählich einen Platz im Team sichern. Ausgerechnet gegen den Rekordmeister FC Bayern (2:3) feierte er am 28. September sein Bundesliga-Debüt - und stand seither in allen sieben weiteren Spielen meist wie selbstverständlich im Abwehrzentrum seinen Mann.

Das Geheimnis, weshalb er bereits verblüffend abgeklärt seinen Job verrichtet, sieht der gerade einmal 20-Jährige in seinen Kollegen in Paderborn. "Wir sind eine Truppe, die nie den Kopf in den Sand steckt. So eine Mentalität habe ich auch noch nicht erlebt. Das zieht total mit", sagt er. "Du kommst in die Mannschaft rein und spürst diese Energie, das ist einzigartig und besonders. So habe ich es noch nie empfunden." Auch getragen von diesem Spirit entwickelt sich Kilian weiter, sowohl in der Liga als auch in der U-21-Nationalelf, in der Trainer Stefan Kuntz in dieser Saison ebenfalls schon dreimal auf ihn vertraute.

"Irgendwie cool, irgendwie nicht"

So intensiv dabei zu sein, auch wenn die Saison nicht gerade erfolgreich verläuft, findet Kilian "irgendwie cool, und irgendwie auch nicht". Ein Gefühlsmix, zu dem die vielen neuen Erfahrungen, eigene gute Aktionen, natürlich auch die für einen Newcomer verständlichen, wenigen Wackler beitragen. Das Selbstvertrauen aber wächst mit jeder neuen Erfahrung in diesen Wochen stetig. Genau wie Luca Kilians Zuversicht, mit dem SCP noch für Furore sorgen zu können: "Irgendwann sind wir auch einmal wieder dran."

Michael Richter