Personelle Neuaufstellung nimmt Form an

Voigt neuer Geschäftsführer in Kaiserslautern

Soeren Oliver Voigt

Neu am Betzenberg: Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. imago images

Voigt war von 2007 bis Ende Januar 2019 als Geschäftsführer bei Eintracht Braunschweig tätig und verantwortete dort sowohl den finanziellen als auch den sportlichen Bereich. Neben dem Aufbau des Nachwuchsleistungszentrums, der Entschuldung und Entwicklung des Profifußballs und der Verantwortung für die Planung im sportlichen Bereich war auch die Ausgliederung des Profifußballs in eine Kapitalgesellschaft ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Nach insgesamt 18 Jahren in Braunschweig verließ Voigt den Klub Anfang des Jahres auf eigenen Wunsch. Von 2016 bis 2018 war er sowohl Mitglied des Präsidiums der Deutschen Fußball-Liga (DFL) als auch Vorstandsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Merk stellte den Kontakt her

Nun soll der 50-Jährige dem kriselnden Drittligisten aus Kaiserslautern wieder auf die Beine helfen. Markus Merk, der neue starke Mann im Aufsichtsrat der Pfälzer, suchte schon vor geraumer Zeit den Kontakt zu Voigt und überzeugte ihn von der Herkulesaufgabe auf dem Betzenberg. Nur zwei Tage nach Merks Wahl tritt Voigt das Amt nun an.

Dieser ist gefordert, die finanziellen Probleme des hochverschuldeten Traditionsvereins zu lösen. Für die Finanzierung der kommenden Saison fehlen zwischen rund fünf und 15 Millionen Euro. Nur mit einem zahlungskräftigen Investor kann der FCK im Profifußball überleben. "Der größte Gegner ist dabei die Zeit", betonte Merk bereits mehrfach. Schon im Januar muss eine Fortführungsprognose erarbeitet werden. Diese muss ein positives Ergebnis bereithalten, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden.

Offizielle Vorstellung am Donnerstag

"Der 1. FC Kaiserslautern ist überzeugt, mit Soeren Oliver Voigt einen geschätzten, branchenerfahrenen und kompetenten Fachmann für die strategische und operative Gesamtverantwortung gefunden zu haben", heißt es in der Vereinsmitteilung. Die offizielle Vorstellung erfolgt am Donnerstag.

Das Aufgabengebiet Voigts umfasst derzeit die gesamte Geschäftsführung und somit neben dem kaufmännischen auch den sportlichen Bereich. Sein Vorgänger im kaufmännischen Bereich, Michael Klatt, verlässt den Klub auf eigenen Wunsch. Der zum Jahresende auslaufende Vertrag von Martin Bader, dem Geschäftsführer Sport, wurde nicht verlängert. Die Nachfolgeregelung für den Sportchef ist noch offen.

Was wird aus Notzon?

Möglich ist jedoch, dass die Geschäftsführung künftig nur aus einer Person besteht und der Nachfolger Baders als Sportlicher Leiter in der Hierarchie eine Ebene tiefer engagiert wird. Dieser Posten ist zur Zeit noch mit Boris Notzon besetzt, der zudem noch die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums und der Scouting-Abteilung innehat. Die Zukunft des 40-Jährigen ist noch offen. Dass Notzon, der bereits vor der Verpflichtung Baders im Januar 2018 für die Kaderplanung verantwortlich war, erneut in die Führungsrolle im sportlichen Bereich schlüpft, gilt als ausgeschlossen. Eine Weiterbeschäftigung in zweiter Reihe, wie aktuell, ist angesichts des noch bis 2021 laufenden Vertrags nicht ausgeschlossen.

Moritz Kreilinger