Erste Entscheidungen des neuen Gremiums

Keßler und Merk übernehmen Aufsichtsratsvorsitz - Wagner nachberufen

Martin Wagner

Zieht nun doch in den Aufsichtsrat beim 1. FC Kaiserslautern ein: Martin Wagner. picture alliance

Merk war sichtlich erleichtert, als er nach der erfolgreichen Wahl die Versammlung am Sonntagabend rund drei Stunden vor dem offiziellen Ende verlassen konnte. Auf den 57-Jährigen wartete in Frankfurt ein Flugzeug, das ihn zurück in die Flitterwochen mit Frau Sabine nach Südostasien beförderte. Die Hochzeitsreise hatte der gebürtige Kaiserslauterer für die Mitgliederversammlung unterbrochen.

Dies hatte sich gelohnt: Merk und sein Team um den Finanzexperten Martin Weimer, den Wirtschaftsjuristen Jörg Wilhelm und den früheren FCK-Vereinsvorsitzenden Rainer Keßler wurden mit deutlicher Mehrheit in den Aufsichtsrat gewählt. Gleich in der ersten Sitzung setzte die Gruppe ihr angekündigtes Vorhaben in die Tat um, auch den früheren FCK-Meisterspieler Martin Wagner ins Gremium zu berufen. Wagner, der nur die fünftmeisten Stimmen erhielt, blieb nach der Wahl zunächst außen vor. Die Satzung ermöglicht jedoch, bis zu zwei weitere Mitglieder zu berufen.

Keßler übernimmt Vorsitz - Merk Stellvertreter und Sprecher

Das Quintett trifft im Kontrollgremium auf das im Zuge der jüngsten Querelen nachgerückte und letzte verbliebene Mitglied Fritz Fuchs. Keßler, der von September bis Dezember 2018 bereits Vorsitzender des Vereins war, übernimmt nun auch den Aufsichtsratsvorsitz. Als Stellvertreter und Sprecher der Gruppe wurde Merk bestimmt.

Zudem wurde über die Entsendung in den mächtigen Beirat der ausgegliederten Profifußballabteilung entschieden. Weil dort nur Platz für fünf Personen ist, bleibt Fuchs in diesem Gremium künftig außen vor. Die fünf Plätze übernimmt das "Team Merk". Wilhelm wurde zudem in den Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaft, einem dritten kontrollierenden Gremium, entsendet.

Wie Merk schon am Sonntag ankündigte, wird eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft am Dienstag ihre Arbeit auf dem Betzenberg aufnehmen und die wirtschaftliche Situation des angeschlagenen Klubs intensiv analysieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz soll am Donnerstag ein neuer Kaufmännischer Geschäftsführer als Nachfolger von Michael Klatt, dessen Vertrag am Jahresende ausläuft, präsentiert werden.

Moritz Kreilinger