Young Boys klar unterlegen - St. Gallen lauert

Basler Gala sorgt für Spannung in der Schweiz

Jubel am Rheinknie

Jubel am Rheinknie: Der FC Basel um die Torschützen Edon Zhegrova (M.) und Omar Alderete (re.) macht YB mächtig Druck. imago images

Gleich mit 3:0 wies der FC Basel am Sonntag die Young Boys in die Schranken, diktierte vor 30.965 Zuschauern im St.-Jakob-Park gegen den amtierenden Meister und Tabellenführer sowohl kämpferisch wie auch spielerisch. Der Erfolg lässt den FCB bis auf einen Zähler an YB heranrücken, die drittplatzierten St. Galler folgen mit nur einem weiteren Pünktchen Rückstand auf Rang drei. Es herrscht Spannung im eidgenössischen Fußball so kurz vor der Winterpause.

Zumal frappierend war, dass die in den vergangenen beiden Jahren so souveränen Berner phasenweise geradezu vorgeführt wurden. In einer furiosen Anfangsphase hielten der robuste Taulant Xhaka und der quirlige Edon Zhegrova die Zügel in der Hand. Nach Arthur Cabrals frühem 1:0 (6.) legte Omar Alderete schnell nach (13.), das "Joggeli" stand schon früh kopf.

YB ohne Lustenberger - Seoane vermisst "richtige Einstellung"

Der Rivale aus der Hauptstadt war in der Folgezeit zu keiner ernsthaften Reaktion mehr fähig, die Basler durften früh zum Schaulaufen ansetzen, und Zhegrova machte nach 48 Minuten den Deckel auf das einseitige Treiben. YB wirkte, zumal seit Wochen ersatzgeschwächt, drei Tage nach dem 1:2 gegen Porto in der Europa League saft- und kraftlos. Kapitän Fabian Lustenberger (Kompartmentsyndrom) fehlte sichtlich. Trainer Gerardo Seoane, der 2018 Adi Hütter beerbt hatte, vermisste aber auch "die richtige Einstellung" und kündigte an, dass "viel Stoff" zu bearbeiten sei in den kommenden Tagen.

Und so feierte Basels Trainer Marcel Koller ("ein absolut schöner Sieg"), der vor dieser Saison schwer in der Kritik gestanden hatte und schon fast entlassen war, einen enorm wichtigen Erfolg. Ob es reicht für den einstigen Abonnement-Meister, im Frühjahr den 21. Meistertitel zu ergattern, bleibt abzuwarten. Denn neben YB gilt es auch den FC St. Gallen um den deutschen Trainer Peter Zeidler und Jung-Nationalspieler Cedric Itten in Schach zu halten, der zuletzt Xamax Neuchatel und den FC Luzern glatt mit 4:1 bezwang und wie Basel und Bern schon zehn Saisonsiege auf dem Konto hat.

Es bleibt sicher noch geraume Zeit spannend in der Schweiz. Zwei Spieltage sind es noch bis zur Winterpause - und die Rückrunde Ende Januar beginnt mit dem nächsten Gipfeltreffen zwischen YB und dem FCB, diesmal in Bern.

aho/fr