Erste Niederlage seit Mitte Oktober

Der feine Unterschied: Was Freiburg fehlt

Dominique Heintz (li.) vom SC Freiburg kann Mönchengladbachs Breel Embolo nicht aufhalten.

Dominique Heintz (li.) vom SC Freiburg kann Mönchengladbachs Breel Embolo nicht aufhalten. imago images

Keeper Mark Flekken legte Marcus Thuram den Führungstreffer auf, Robin Koch vertändelte den Ball vor dem 4:2 im Dribbling gegen Breel Embolo - das erste und letzte Gladbacher Tor begünstigte der SC mit groben Schnitzern. Aber auch ansonsten hatte die neuformierte Dreierkette mit Saison-Debütant Manuel Gulde, Dominique Heintz und Nico Schlotterbeck arge Probleme mit den schnellen und wendigen Spitzen des Tabellenführers.

14 größtenteils hochkarätige Chancen besaß der Gastgeber, der Steigerung von Flekken war es zu verdanken, dass sie nur vier Treffer erzielten. Bereits in der Vorwoche bei Bayer Leverkusen hatte der SC angesichts von zwölf gegnerischen Gelegenheiten großes Glück, mit einem 1:1 einen Zähler mitzunehmen. "Zu viele einfache Fehler", habe der SC gemacht, analysierte Heintz zurecht. Viele erzwang Gegner Gladbach durch druckvolles Pressing und individuelle Qualität. Schafften es die Gäste, mit ihrem mutigen spielerischen Ansatz die erste Linie des Gegners zu überspielen, verloren sie oft im gegnerischen Drittel die Übersicht.

Ich hätte interessant gefunden, zu sehen, was dann passiert wäre.

Christian Streich, nachdem sein Team zwei Chancen auf das 3:3 hatte

Es war kein Zufall, dass alle fünf Freiburger Chancen und damit auch beide Tore nach Standardsituationen entstanden. Überhaupt fielen vier der letzten fünf Treffer nach einem Freistoß oder einer Ecke, von den vorigen 18 in dieser Saison kein einziges auf diese Weise. Andererseits ist es ein gutes Zeichen, dass die spielerische Ineffizienz so kompensiert werden kann.

Streichs Spekulation

Dennoch: Der Doppelspieltag am Rhein zeigte in feinen Unterschieden auf, dass die Breisgauer trotz der Platzierung im oberen Drittel natürlich keine Spitzenmannschaft der Bundesliga sind, sondern ein gutes Mittelklasse-Team mit zuletzt ordentlich Spielglück. "Das wird uns nicht umwerfen, wir wissen, wo wir herkommen", unterstrich Heintz, der "kein schlechtes Spiel" seiner Mannschaft gesehen hatte. Gute Ansätze waren zeitweise tatsächlich vorhanden, beim Stand von 2:3 hätten Robin Koch und Lucas Höler bei zwei Chancen sogar fast noch den Ausgleich erzielt. "Ich hätte interessant gefunden, zu sehen, was dann passiert wäre", spekulierte Trainer Christian Streich nach dem Spiel. In diese Drangphase allerdings fiel das 2:4 und damit die Entscheidung. Auch so ein feiner Unterschied.

Patrick Kleinmann

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - SC Freiburg