0:2 gegen Wiesbaden - Keller sieht viele Fehler

Durchmarsch nach unten: Nürnberg sendet Alarmsignale

Schwierige Phase nach einem schwachen Spiel: FCN-Trainer Jens Keller mit der Mannschaft vor der Fan-Kurve.

Schwierige Phase nach einem schwachen Spiel: FCN-Trainer Jens Keller mit der Mannschaft vor der Fan-Kurve. imago images

Das verdiente 0:2 gegen den Aufsteiger aus Hessen deckte schonungslos auf, was dem Nürnberger Spiel in dieser Saison fehlt: Kollektives Verteidigen, gemeinsames Angreifen, Präzision im Passspiel, Zweikampfhärte, Abschlussstärke und eine Mentalität, Spiele drehen zu wollen - all das bleibt beim Bundesliga-Absteiger bestenfalls Stückwerk. Daran änderte auch der Trainerwechsel nichts.

Hinzu kommen individuelle Patzer - wie beim vorentscheidenden zweiten Gegentreffer, als sich der neue Nürnberger Schlussmann Felix Dornebusch kolossal verschätzte und so weit aus seinem Tor herauseilte, dass Daniel-Kofi Kyereh aus gut 30 Metern erfolgreich zum Lupfer ansetzen konnte.

2. Bundesliga - 15. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Arminia Bielefeld
32
2
Hamburger SV
29
3
VfB Stuttgart
26
1. FC Nürnberg - Termine
Trainersteckbrief Keller

Keller Jens

In vielen Bereichen viel zu fehlerhaft.

Jens Keller

Vier Halbzeiten absolvierte der Club bisher unter Jens Keller, dem Nachfolger des entlassenen Damir Canadi. In diesen Einheiten begutachtet man das Auftreten der Nürnberger mittlerweile, denn gerade die zweite Hälfte bei Kellers Debüt im Frankenderby in Fürth (0:0) war ja als positiver Anknüpfungspunkt herausgestellt worden. Gegen Wiesbaden waren dann aber wieder beide Durchgänge schlecht. "In vielen Bereichen viel zu fehlerhaft", konstatierte Club-Coach Keller nüchtern, mit dem der FCN nun erstmals auf einen Abstiegsplatz gerutscht ist.

Der doppelte Abstieg von der Beletage in die 3. Liga binnen zweier Spielzeiten ist keine abstruse Schreckensvision mehr, sondern ein höchst realistisches Szenario. Dabei wurde der Kader im vergangenen Sommer kräftig umgekrempelt, doch genügend Alternativen gibt die Gruppe offensichtlich nicht her - Keller setzt weitestgehend auf die Spieler, die auch unter Canadi gesetzt waren.

Der fehlende Konkurrenzkampf im Kader fällt somit auch Robert Palikuca auf die Füße. Der Nürnberger Sportvorstand nahm sich die Spieler am Sonntag zur Brust. "Ich habe ihnen klar gesagt, was ich jetzt erwarte", so Palikuca, der dabei von Aggressivität und Leidenschaft gesprochen haben dürfte.

Palikucas Brandrede

Es ist nicht das erste Mal in dieser Spielzeit, dass er sich zu einer Brandrede gezwungen sah. Eine klar ersichtliche Reaktion der Mannschaft blieb bisher allerdings aus - die nächste Möglichkeit steigt bei Kellers Ex-Verein als Spieler und Trainer: Am nächsten Montag geht es zum leicht kriselnden Tabellendritten VfB Stuttgart (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

Chris Biechele/bst

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