Diskussionen nach 1:1 in Chemnitz

Ampelkarte für Großkreutz - "Nicht einmal ein böses Foul"

Stefan Reisinger

Kam nach dem Schlusspfiff mit seinem Kollegen Patrick Glöckner auf keinen gemeinsamen Nenner: Stefan Reisinger, Teamchef des KFC Uerdingen. imago images

Allgemein ordnete Patrick Glöckner, Trainer des Chemnitzer FC, die Partie als eine "sehr intensive" auf beiden Seiten ein. "Es war sehr viel Kampf dabei, der Platz hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass der Spielfluss gestockt hat. Weil er unwahrscheinlich schmierig und schnell war", so der 43-Jährige am "Magenta Sport"-Mikrofon. Dass der Punkt am Ende für beide Mannschaften in Ordnung ging, da waren sich Glöckner und Stefan Reisinger noch einig.

Uneinig waren sie sich allerdings, über einen ausgebliebenen Elfmeterpfiff für Chemnitz und einem gegebenen Elfmeter für Uerdingen. Was war passiert? In der 42. Minute berührte Lukas Königshofer, Torwart des KFC, zunächst leicht den Ball und traf danach voll Tarsis Bonga - die Pfeife von Jonas Weickenmeier (kicker-Note: 5) blieb stumm. Nach Ansicht der Wiederholung sagte Glöckner in Richtung seines Kollegen Reisinger: "Der Torwart berührt nicht den Ball, sondern nur den Spieler. Ganz klarer Elfmeter. Oder würdest du das nicht bestätigen, wenn du das hier siehst?"

Trainersteckbrief Glöckner

Glöckner Patrick

Trainersteckbrief Reisinger

Reisinger Stefan

"Schwierig zu sagen, ich finde Bonga erwischt den Ball nicht richtig. Ich hätte gesagt: Kein Elfmeter", widersprach der Uerdinger Verantwortliche seinem Kollegen.

Es sollte nicht die einzige Unstimmigkeit der beiden bleiben, denn auch der Elfmeter aus der 82. Minute löste die nächste Debatte aus. Der Uerdinger Christian Kinsombi zog gegen Davud Tuma in den Strafraum, es gab einen leichten Kontakt und der Unparteiische zeigte auf den Punkt. Der Gefoulte selbst sagte zur Entscheidung: "Ich habe einen leichten Kontakt gespürt. Ich bin froh, dass der Schiedsrichter den Elfmeter gegeben hat. Wenn er ihn nicht gibt, kann ich mich auch nicht beschweren." Reisinger pflichtete ihm bei: "Er trifft ihn unten, das ist ein Kann-Elfmeter." Glöckner derweil sah die Situation völlig anders: "Ich konnte da ehrlich gesagt keinen Kontakt erkennen."

"Da muss ich ein bisschen Fingerspitzengefühl haben"

Eine weitere Szene in der Schlussphase sorgte bei Reisinger für Frust: Der Platzverweis für Großkreutz (bereits der zweite in dieser Spielzeit für den Ex-Dortmunder) in der 76. Minute nach einem Zweikampf mit Bonga. "Was ich nicht nachvollziehen kann: Ist so eine Gelb-Rote Karte gegen Kevin Großkreutz", machte der 38-Jährige seinem Unmut Luft und forderte: "ein bisschen Fingerspitzengefühl" vom Unparteiischen. "Wir spielen hier immer noch Fußball - das ist nicht einmal ein böses Foul - das ist ein ganz normaler Zweikampf. Dafür Gelb-Rot - dass kann ich nicht nachvollziehen."

Unter dem Strich stehen, trotz der Uneinigkeiten, ein Punkt für beide Kontrahenten - mit dem tabellarisch der KFC Uerdingen mehr anfangen kann, als die Gastgeber, die es verpassten den Vier-Punkte-Rückstand auf die Würzburger Kickers (16. Platz) auf einen Zähler zu verkürzen.

fob