Kokoro Fuji siegt - Zweiter Startplatz der Japaner bleibt unklar

Hojer wird Fünfter im Combined-Finale

Jan Hojer

Platz 5 in der Gesamtwertung des Combined-Finale: Olympia-Teilnehmer Jan Hojer. IFSC/E.F.

Sechs Olympia-Startplätze wurden in Südfrankreich vergeben, aber allein schon durch den Finaleinzug sicherte sich Hojer seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio im kommenden Sommer. Das liegt daran, dass mit Kokoro Fuji und Meichi Narasaki zwei Japaner das Finale von Toulouse erreichten, die zwei Startplätze für den Olympia-Gastgeber aber schon vergeben waren.

Klar ist aus japanischer Sicht, dass Combined-Weltmeister Tomoa Narasaki sicher teilnehmen wird. Die Besetzung des zweiten Startplatzes ist noch offen, darüber soll nach dem Ausgang einer Klage des japanischen Kletterverbands, die vor dem Obersten Sportgerichtshof (CAS) verhandelt wird, entschieden werden.

Hojer überzeugt im Speed-Finale

Aber zurück zu den Dingen, die Fakten sind. Im Speed-Finale erreichte Hojer, der am Donnerstag mit 6,456 Sekunden einen neuen deutschen Rekord aufgestellt hatte, die zweitbeste Zeit. Diesmal brauchte der gebürtige Kölner 6,759 Sekunden für die 15 Meter hohe, vordefinierte Wand. Geschlagen wurde er nur vom französischen Routinier Bassa Mawem, der mit 5,727 Sekunden wie schon in der Qualifikation am Donnerstag (5,687 Sekunden) nicht einzufangen war.

Kein Top beim Bouldern

In der sehr schwierigen Boulder-Runde schaffte es keiner der acht Finalisten alle drei Routen zu bezwingen. Meichi Narasaki holte sich mit zwei Tops und drei Zonen Platz eins, gefolgt von seinem japanischen Landsmann Kokoro Fuji (zwei Tops, 3 Zonen, aber mehr Versuche als Narasaki) und dem Tschechen Adam Ondra (1 Topgriff, 3 Zonen). Der für den DAV Frankfurt startende Hojer schaffte kein Top und landete auf dem vorletzten Rang. Bei der abschließenden Disziplin im Lead war abermals Adam Ondra mit einer Wertung von 34 das Maß aller Dinge, knapp gefolgt von Fuji (33+) und dem Spanier Alberto Gines Lopez (32+). Hojer belegte mit einer Wertung von 27+ den fünften Platz.

Fuji siegt vor erkranktem Ondra und Narasaki

In der Gesamtwertung aller drei miteinander multiplizierten Ergebnisse sprang für Hojer der fünfte Platz heraus. Gesamtsieger wurde der Japaner Fuji vor Ondra und Narasaki. Ondra, einer der überragenden Kletterer in dieser Wettkampf-Saison und mit dem Weltcup-Titel im Lead ausgezeichnet, gab nun in einer Instagram-Mitteilung bekannt, dass er in der Nacht vor dem Finale erkrankte und schon an einen Verzicht dachte. Da der 26-Jährige jedoch die Unwägbarkeiten der bisherigen Qualifikationsregelarien für Tokio 2020 fürchtete, trat er dennoch an. "Ich wollte nicht Letzter des Finales und dann vielleicht wegen irgendwelcher Änderungen beim Nominierungsprozess für Olympia noch rausgestrichen werden", so Ondra auf diesem Social-Media-Kanal.

Das Starterfeld der Herren für die olympischen Spiele nimmt damit immer mehr konkrete Formen an. Von den insgesamt 20 Tickets für Tokio 2020 sind nun 14 vergeben.

Bei der WM im August 2019 qualifizierten sich Tomoa Narasaki (Japan), Jakub Schubert (Österreich), Rishat Khaibullin (Kasachstan), Kai Harada (Japan, abhängig vom Ausgang der Klage), Mickael Mawem (Frankreich), Alexander Megos (DAV Erlangen/Deutschland), Ludovico Fossali (Italien) und Sean McColl.

In Toulouse legten nun sechs weitere Athleten nach: Adam Ondra (Tschechien), Bassa Mawem (Frankreich), Jan Hojer (DAV Frankfurt/Deutschland), Yu Fei Pan (China), Alberto Gines Lopez (Spanien) und Nathaniel Coleman (USA).

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bst

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