Vier Titel werden heute Abend vergeben

Ballon d'Or 2019: Nominierte, Trophäen, Regeln

Auf der 30-köpfigen Shortlist für den Ballon d'Or 2019: Robert Lewandowski, Lionel Messi und Virgil van Dijk (v.l.).

Auf der 30-köpfigen Shortlist für den Ballon d'Or 2019: Robert Lewandowski, Lionel Messi und Virgil van Dijk (v.l.). imago images (3)

Am heutigen Montagabend trifft sich die Fußballprominenz in Paris: Im Theatre du Chatelet wird der Gewinner des Ballon d'Or 2019 bekanntgegeben - und noch drei weitere Titel. Die wichtigsten Fragen und Antworten vorab.

Was ist der Ballon d'Or überhaupt?

Die französische Fachzeitschrift "France Football" vergibt die prestigeträchtige Auszeichnung seit 1956. Zunächst nur europäischen Spielern vorbehalten, öffnete sich der Ballon d'Or 1995 für alle Spieler, die in Europa spielen, 2007 für alle Spieler weltweit - und 2018 auch für Frauen. Wichtigstes Kriterium ist das sportliche Abschneiden des Spielers im Kalenderjahr (individuell sowie in Klub und Nationalteam), zweitwichtigstes die Qualität des Spielers, auch hinsichtlich Fairplay. Als drittwichtigster Faktor soll die Gesamtkarriere berücksichtigt werden.

Zwischen 2010 und 2015 kooperierte "France Football" mit der FIFA, wodurch FIFA-Weltfußballer und Ballon d'Or vorübergehend ein und derselbe Preis waren. Seit 2016 jedoch vergibt der Weltverband wieder seine eigene Trophäe, den FIFA-Weltfußballer, den im September Lionel Messi gewann.

Wie wird gewählt? Und wer darf wählen?

Die Redaktion von "France Football" bestimmt bei den Männern 30 Spieler, die dann einer internationalen Journalisten-Schar zur Wahl vorgelegt werden, wobei pro Land nur ein Vertreter mitmacht; in Deutschland ist dies kicker-Chefreporter Karlheinz Wild. Jedes Jurymitglied vergibt an jeweils fünf Spieler absteigend Punkte - 6, 4, 3, 2 und 1. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt den Ballon d'Or. Bei Gleichstand entscheidet, wer häufiger an die erste Position gesetzt wurde. Die Ergebnisse wird "France Football" bereits am frühen Abend nach und nach veröffentlichen.

Welche 30 Spieler sind in diesem Jahr nominiert?

Sergio Aguero (Argentinien/Manchester City)
Trent Alexander-Arnold (England/FC Liverpool)
Alisson (Brasilien/FC Liverpool)
Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun/FC Arsenal)
Donny van de Beek (Niederlande/Ajax Amsterdam)
Karim Benzema (Frankreich/Real Madrid)
Kevin De Bruyne (Belgien/Manchester City)
Virgil van Dijk (Niederlande/FC Liverpool)
Joao Felix (Portugal/Benfica Lissabon, Atletico Madrid)
Roberto Firmino (Brasilien/FC Liverpool)
Antoine Griezmann (Frankreich/Atletico Madrid, FC Barcelona)
Eden Hazard (Belgien/FC Chelsea, Real Madrid)
Frenkie de Jong (Niederlande/Ajax Amsterdam, FC Barcelona)
Kalidou Koulibaly (Senegal/SSC Neapel)
Robert Lewandowski (Polen/FC Bayern München)
Matthijs de Ligt (Niederlande/Ajax Amsterdam, Juventus Turin)
Hugo Lloris (Frankreich/Tottenham Hotspur)
Riyad Mahrez (Algerien/Manchester City)
Sadio Mané (Senegal/FC Liverpool)
Marquinhos (Brasilien/Paris St. Germain)
Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
Kylian Mbappé (Frankreich/Paris St. Germain)
Cristiano Ronaldo (Portugal/Juventus Turin)
Mohamed Salah (Ägypten/FC Liverpool)
Bernardo Silva (Portugal/Manchester City)
Heung-Min Son (Südkorea/Tottenham Hotspur)
Marc-André ter Stegen (Deutschland/FC Barcelona)
Raheem Sterling (England/Manchester City)
Dusan Tadic (Serbien/Ajax Amsterdam)
Georginio Wijnaldum (Niederlande/FC Liverpool)

Von Champions-League-Sieger FC Liverpool sind also gleich sieben Vertreter dabei, aus der Bundesliga nur Robert Lewandowski. Einziger Deutscher unter den Top 30: Marc-André ter Stegen.

Wer ist Favorit?

Die Wettquoten sind recht eindeutig: Lionel Messi, der bereits bei der Weltfußballerwahl Europas Fußballer des Jahres Virgil van Dijk überraschend hinter sich gelassen hatte, geht noch vor dem Liverpooler Abwehrchef als Favorit ins Rennen. Der Argentinier, der Barça mit 36 Toren in 34 Spielen zur Meisterschaft schoss, könnte den goldenen Ball als erster Spieler zum sechsten Mal gewinnen und gegenüber Cristiano Ronaldo, den Gewinner von 2016 und 2017, mit 6:5 in Führung gehen. Titelverteidiger Luka Modric (Real Madrid) schaffte es dieses Jahr nicht einmal unter die Nominierten.

Welche Trophäen werden heute außerdem vergeben?

Bei den Frauen gehören zu den 20 Nominierten für den "Ballon d'Or Féminin" auch Deutschlands Fußballerin des Jahres Dzsenifer Marozsan (Olympique Lyon) und die Dänin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg, die im Vorjahr Zweite geworden war. Die Norwegerin Ada Hegerberg (Lyon), die 2018 den erstmals vergebenen Titel gewonnen hatte, ist ebenfalls wieder im Rennen.

Außerdem vergibt "France Football" heute Abend wieder die "Kopa Trophy" für den besten Spieler unter 21 Jahren (Stichtag: 31. Dezember). Unter den zehn Nominierten sind auch Dortmunds Jadon Sancho und Leverkusens Kai Havertz. Stimmberechtigt sind ausschließlich frühere Ballon-d'Or-Gewinner. Erster Kopa-Titelträger war 2018 Kylian Mbappé (PSG), der dieses Mal allerdings nicht auf der Shortlist auftaucht: Er wird am 20. Dezember 21.

Und auch in diesem Jahr wird es eine neue Kategorie geben: Die "Yashin Trophy", benannt nach dem einstigen Weltklasse-Torwart Lev Yashin, erhält der beste Keeper des Kalenderjahrs, gewählt von einer Journalisten-Jury. Die zehn Nominierten: Manuel Neuer (FC Bayern), Marc-André ter Stegen (Barcelona), Jan Oblak (Atletico Madrid), Kepa (Chelsea), Alisson (Liverpool), Ederson (Manchester City), André Onana (Ajax), Wojciech Szczesny (Juventus), Hugo Lloris (Tottenham) und Samir Handanovic (Inter Mailand).

Alle bisherigen Gewinner des Ballon d'Or finden Sie hier...

jpe