Osnabrück besiegt auch das zweite Schwergewicht der Liga

Schmidts Zungenschnalzer - Thioune lobt vor allem Stabilisator Köhler

Jubelarie an der Bremer Brücke: Osnabrücks Trainer Daniel Thioune (li.).

Jubelarie an der Bremer Brücke: Osnabrücks Trainer Daniel Thioune (li.). imago images

Überhaupt hatte der knappe Heimsieg für Thioune einen doppelt süßen Beigeschmack, war doch Hamburgs Trainer Dieter Hecking einstmals beim VfB Lübeck sein Trainer (2002-2004). "Dass er unseren Sieg als völlig verdient bezeichnet hat, ist ein Prädikat, das mich aus seinem Mund besonders freut", sagte Thioune freudestrahlend im kicker-Interview.

Besonders happy war der 45-Jährige, dass sich seine taktischen Maßnahmen voll auszahlten - der VfL agierte mit Moritz Heyer, Adam Susac und Joost van Aken in einer Abwehr-Dreierreihe. "So konnten unsere Außenverteidiger früh attackieren und mit ihren Tempoläufen marschieren", gibt Thioune Einblick in seinen Matchplan.

Neben taktischen Kniffen entzückte die Osnabrücker Fans an der in dieser Saison zum vierten Mal vollbesetzten Bremer Brücke vor allem das Führungstor durch Niklas Schmidt. Der offensive Mittelfeldspieler zündete nach einem leichten Ballverlust des HSV 40 Meter vor dem gegnerischen Tor den Turbo, umkurvte drei Hamburger Slalomstangen und tunnelte auch noch Keeper Heuer Fernandes. "Das war typisch für diesen Instinktfußballer", lobt Thioune dessen Einzelaktion. Der Coach des bestplatzierten Aufsteigers würdigte aber auch die weniger auffälligen Spieler, die am Erfolg beteiligt waren. "Als Schmidt in der zweiten Halbzeit im Spiel gegen den Ball nachließ, konnten wir mit Sven Köhler einen Mann bringen, der unserem Spiel wieder Ruhe und Struktur gegeben hat. Es lag vor allem an ihm, dass wir dem 3:1 näher waren als der HSV dem 2:2."

Korrekt beobachtet: Zwar hätte Kinsombi bei einer Kopfballchance mit etwas mehr Zielwasser die Hanseaten mit dem Ausgleich belohnen können, allerdings hätte der in der Nachspielzeit eingewechselte Bryan Henning mit der fast letzten Aktion des Spiels seinen Zwei-Minuten-Einsatz krönen können, als er alleine auf das Hamburger Tor zulief und einschussbereit in letzter Sekunde von Gideon Jung gestoppt wurde.

Thioune rechnet schon: "Könnte die halbe Miete sein"

Den Ex-Trainer besiegt: Daniel Thioune und Dieter Hecking.

Den Ex-Trainer besiegt: Daniel Thioune und Dieter Hecking. imago images

20 Zähler hat Osnabrück damit auf sein Konto geschaufelt, das lässt die VfL-Verantwortlichen nach 15 Runden schon mal den Rechenschieber hervorkramen. "Das könnte die halbe Miete sein", zeigt sich Thioune optimistisch in Sachen Saisonziel Klassenerhalt. Wenn nun auch noch Siege gegen Teams herausspringen, die nicht zu den Schwergewichten der Liga zählen, dann könnte die Kalkulation schon früh aufgehen. "Das war ein toller Tag für die ganze Region", so Thioune, "aber in den Schoß fällt uns nichts. Ab Montag liegt der Fokus auf Holstein Kiel."

Mit einem Dreier an der Förde (Samstag, 13 Uhr, LIVE! bei kicker) würde der VfL an den Kielern vorbeiziehen.

Harald Pistorius/bst

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