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Sieg und Tränen: Martins emotionales Debüt für West Ham

Mit 33 Jahren erstes Spiel in der Premier League

Sieg und Tränen: Martins emotionales Debüt für West Ham

West Hams Keeper David Martin wird nach dem Sieg gegen Chelsea von seinen Mitspielern in den Arm genommen

West Hams Keeper David Martin wird nach dem Sieg gegen Chelsea von seinen Mitspielern in den Arm genommen. picture alliance

Vor dem Londoner Duell beim FC Chelsea steckte Hammers-Coach Manuel Pellegrini in einer Zwickmühle: Da Stammkeeper Lukasz Fabianski verletzt ist, hütete zuletzt Ersatzkeeper Roberto das Tor West Hams. In den jüngsten drei Partien wackelte der Spanier allerdings bedenklich und musste gleich neunmal hinter sich greifen. Pellegrini entschied sich für den Auftritt an der Stamford Bridge, seiner Nummer drei, David Martin, eine Chance zu geben.

David wer? Außerhalb der Fangemeinde West Hams dürfte der Name des 33-Jährigen bisher wohl den wenigsten etwas gesagt haben. Martin galt zwar in seiner Jugend als großes Talent zwischen den Pfosten und kam auch in englischen Junioren-Auswahlteams zum Einsatz. Doch die ganz große Karriere blieb ihm anschließend verwehrt. 2006 schloss er sich dem FC Liverpool an, wurde von den Reds aber jede Saison verliehen, eh er im Jahr 2010 zu den MK Dons ging. Die letzten zwei Jahre spielte er schließlich für den FC Millwall. Die überwiegende Mehrzahl seiner Partien absolvierte er in der dritten englischen Liga, allerdings kam er auch in der Championship zum Einsatz.

Mit 33 Jahren feierte er nun also auch sein Debüt in der Premier League - und wie! Martin hielt seinen Kasten an der Stamford Bridge sauber und war maßgeblich am 1:0-Sieg der Hammers beteiligt. Erstmals seit dem 22. September kassierte West Ham damit kein Gegentor, erstmals seit 17 Jahren gab es mal wieder einen Sieg bei Chelsea. "Es fühlt sich einfach nicht echt an", sagte Matchwinner Martin. "Ich bin jetzt 33, hatte eine anständige Karriere. Ich habe einige Spiele absolviert, aber auf so was bereitet einen das nicht vor. Ich konnte in den letzten zwei Tagen kaum etwas essen."

"Es war ein Risiko für Martin, weil er noch nie ein Premier-League-Spiel gemacht hat", gestand Hammers-Coach Pellegrini nach der Partie ein, "aber er hat es sehr gut gemacht."

Wie der Sohn, so der Vater: "Ich glaube, er hat auch geweint"

Nach der Partie ließ Martin seinen Tränen freien Lauf. Denn sein Vater Alvin ist eine Vereins-Ikone West Hams, 21 Jahre spielte er für die Hammers und gewann mit diesen im Jahr 1980 den FA Cup. "Dass mein Vater das hier sieht, dass ich bei dem Verein, für den er 21 Jahre gespielt hat, mein Debüt erlebe, den Kasten sauber halte und - noch wichtiger - mit den Jungs gewinne, das ist einfach ein fantastisches Gefühl." Ein Gefühl, mit dem er nicht alleine war: "Mein Vater hat nicht viel gesagt" so Martin, "ich glaube, er hat auch geweint."

jer