Neuer Qualifikationsmodus ab der Saison 2020/21

U-19-Nations-League kommt - Große Turnierreform im Juniorenbereich

Meikel Schönwitz

Steht dem neuen Turniermodus offen Gegenüber: Meikel Schönwitz. Getty Images

In einem Zeitraum von zwei Jahren müssen die Teams vier Qualifikationsphasen durchlaufen, danach kommt es zur Endrunde der besten acht Mannschaften. Alle Teilnehmer werden nach dem U-19-Koeffizientenranking beruhend auf den Leistungen der Saisons 2015/2016 bis 2018/2019 für die vier Runden in drei Ligen eingeteilt: Liga A 20 Teams (fünf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften), Liga B 16 Teams (vier Gruppen mit vier Teams) und Liga C - je nach Teilnehmerzahl bis zu 19 Teams (in Dreier oder Vierer Gruppen).

Wie funktioniert das neue Turnier?

Analog zur Nations League der A-Mannschaften wird es aus den jeweiligen Ligen Auf- und Absteiger geben. Vor dem zweijährigen Qualimodus wird der Gastgeber für die Endrunde bestimmt - dieser scheidet nach der zweiten Runde automatisch aus, da er direkt qualifiziert ist. Sollte das ausrichtende Land sich nach der zweiten Qualifikationsrunde in Liga A oder Liga B befinden, wird ein Ersatz aus Liga C bestimmt.

Der Qualifikationsmodus

Gespielt wird in vier Runden, die ersten beiden werden zunächst von allen Ligen ausgespielt. Die Mannschaften, die sich als Gruppensieger und bester Gruppenzweiter in Liga B durchsetzen, steigen in Liga A auf - selbiges gilt für den Aufstieg aus Liga C in Liga B. Absteigen können die Teams, die in Liga B den letzten Rang belegen, abhängig von der Teilnehmerzahl auch der schlechteste Vorletzte. Nach Runde zwei wird Liga C im Qualifikationsmodus nicht fortgesetzt.

In der dritten Runde können alle Gruppensieger sowie der beste Zweitplatzierte aus Liga B in Liga A aufsteigen und sich für die vierte Runde qualifizieren. Alle Tabellenletzten der Liga A steigen ab. Für die Absteiger der Liga A und die komplette Liga B ist das Turnier beendet.

In der vierten und letzten Qualifikationsrunde, an der nur noch die Teams der A-Liga teilnehmen, setzen sich am Ende alle Gruppensieger sowie die zwei besten Zweitplatzierten aus den verbleibenden fünf Gruppen durch und nehmen an der U-19-Europameisterschaft teil.

"Der Aufforderungscharakter steigt"

"Die Einführung der UEFA Nations League hat Vor- und Nachteile, denen wir aufgeschlossen gegenübertreten", beurteilte Meikel Schönwitz, DFB-Cheftrainer der U-Nationalmannschaften, den neuen Modus, der "durchaus einen Mehrwert" für die Talente haben könne: "Der Aufforderungscharakter steigt und die Gegner werden mit jeder Runde anspruchsvoller. Es gibt daher einen Gewinn für die Entwicklung unserer Toptalente."

Allerdings sieht Schönweitz auch "organisatorische Herausforderungen" und überlegt: "Da die ersten beiden Runden nicht zwingend an die Abstellungsphasen gebunden sind, müssen wir womöglich Kompromisse im Rahmenterminkalender finden. Hinzu kommt, dass die Topspieler nach der U 17 schnell wieder gefordert sind und wir andere Zeitfenster erschließen müssen, um nachzusichten und Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben."

Deutschland in Lostopf 1

Liga A:
In Lostopf 1: Portugal, Frankreich, England, Italien, Niederlande, Tschechien, Spanien, Deutschland, Ukraine und Irland.
In Lostopf 2: Norwegen, Türkei, Österreich, Kroatien, Griechenland, Belgien, Schweden, Serbien, Polen und die Slowakei.
Liga B:
In Lostopf 3: Schottland, Israel, Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Dänemark, Slowenien und Georgien.
In Lostopf 4: Russland, Finnland, Schweiz, Bosnien und Herzegowina, Zypern, Wales, Lettland und Island.
Liga C:
In Lostopf 5: Aserbaidschan, Nord-Mazedonien, Nordirland, Weißrussland, Armenien, Montenegro, Kosovo, Malta, Albanien und Kasachstan.
In Lostopf 6: Andorra, Luxemburg, Moldawien, Estland, Färöer-Inseln, Litauen, Gibraltar und San Marino.

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