Team aus "The Big Easy" hat ein besonderes Ass im Ärmel

Taysom Hill - oder das Schweizer Taschenmesser der New Orleans Saints

Taysom Hill wird als flexible Waffe bei den New Orleans Saints genutzt.

Überall zu gebrauchen: Der gelernte Quarterback Taysom Hill ist die flexible Waffe der New Orleans Saints. imago images

Die Saints hatten in dieser Saison frühzeitig einen Rückschlag verdauen müssen, als sich Star-Quarterback Drew Brees an der Wurfhand verletzte und einige Wochen ausfiel. Miteinhergehend: New Orleans musste den dritten Ersatz-Spielmacher Taysom Hill an der Seitenlinie geparkt lassen, da dieser im Falle eines Ausfalls von Quarterback Teddy Bridgewater (gewann alle fünf Partien als Brees-Vertreter) hätte einspringen müssen.

Dabei ist jener Hill eine Art "Game-Changer" für das Team aus "The Big Easy". Warum? Ganz einfach: Weil der in Pocatello/Idaho aufgewachsene 29-Jährige, Undrafted Free Agent aus dem Jahr 2017 (anfangs bei den Green Bay Packers angeworben und nicht eingesetzt), ein flexibel einsetzbarer Spieler ist. Hill agiert in den Special Teams als Blocker zum Beispiel bei Field Goals, steht etliche Male neben Brees bei Spielzügen auf dem Feld - und nimmt auch mal ohne Brees auf dem Feld Snaps als Spielmacher entgegen. All das ist fester Bestandteil des "Playbooks" von Trainer Sean Payton. Denn dieser rechnet sich mit solchen Manövern Überraschungsmomente für die gegnerische Abwehr aus.

Hill: "Ich bin wirklich glücklich"

Mit Erfolg, wie zum Beispiel der 26:18-Thanksgiving-Sieg über die Atlanta Falcons zeigte, mit dem zugleich vorzeitig der NFC-South-Gewinn sowie das erste NFL-Play-off-Ticket gesichert wurde: Hill rannte zweimal als Läufer über 33 Yards und zu einem Touchdown, fing zudem einen Touchdown-Pass von Quarterback Brees - und blockte als Teil des Special Teams auch noch ein Field Goal der Falcons. So etwas hatte bis dato noch kein gelernter NFL-Spielmacher in einem offiziellen Spiel der Liga geschafft. Insgesamt kommt der 29-Jährige in dieser Saison auf vier Receiving-TDs, einen Touchdown-Rush und eben das nach schnellem Antritt geblockte Field Goal.

"Ich bin glücklich mit meiner Rolle im Team", freute sich Hill im Anschluss bei der Pressekonferenz, setzt dabei ein strahlendes Lächeln auf und ergänzte: "Das hat jetzt nichts mit großen Zielen einer Karriere zu tun, die ich sicherlich für den Rest meiner Karriere auch noch habe. Aber ich bin wirklich glücklich, dem Team zu helfen - egal um was es geht. Ich liebe es einfach, raus aufs Feld zu gehen - ob das in der Offense oder bei den Special Teams ist."

Hill ist der Mann für alles

In den Medien wird Hill auch gerne mal ob seiner Vielseitigkeit als Schweizer Taschenmesser bezeichnet - schließlich fungiert der Absolvent der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah teilweise auch in einem Spiel allein als Quarterback, Running Back, Wide Receiver, Tight End, Kickoff Returner oder "Special Teams Monster". Und all dieses Repertoire fiel eben weg, als Brees zu Beginn der Saison ausgefallen war.

Ich weiß nicht, ob es jemanden gibt, der es mehr genießt, Football zu spielen.

Saints-Trainer Sean Payton über Taysom Hill

Umso glücklicher zeigt sich auch Head Coach Payton, längst wieder auf Hill zurückgreifen zu können - weil eben Bridgewater wieder die erste Alternative für Brees wäre: "Ich weiß nicht, ob es jemanden gibt, der es mehr genießt, Football zu spielen. Diese Einstellung färbt außerdem ab und wirkt für seine Kollegen ansteckend. Denn wenn Typen wie er ein starkes Play zeigen, dann flippt die Bank regelrecht aus und freut sich ausgiebig mit. Solche Typen gibt es nicht so oft, für mich ist das das erste Mal, mit einem solchen Jungen zu arbeiten. Denn er verbessert sich nicht nur in so vielen anderen Bereichen, er wird auch als Quarterback besser - und das führt nur dazu, dass ich ihm in Zukunft wohl nur noch mehr den Ball geben muss."

mag

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