DEL, 23. Spieltag

Adler im Steilflug - AEV gewinnt bayerisches Derby

Bayerisches Derby

Gab sein DEL-Debüt im bayerischen Derby: Münchens Goalie Daniel Fießinger. imago images

Adler richten es in der Schlussphase

Die Adler Mannheim bewiesen gegen die Düsseldorfer EG Moral, gingen trotz eines 1:3-Rückstands noch als Sieger vom Eis und holten den fünften Sieg in Folge. Die DEG hatte nach dem Führungstreffer von Mannheims Phil Hungerecker heftig zurückgeschlagen, führte durch die Treffer von Alexander Barta, Charlie Jahnke und Jerome Flaake nach 45 Minuten mit zwei Toren. Der amtierende Meister blickte der zehnten Saisonniederlage entgegen - und stellte plötzlich binnen weniger Minuten das Spiel auf den Kopf. Der 17-jährige Tim Stützle schoss frech durch die Beine von DEG-Goalie Mathias Niederberger und eröffnete mit seinem fünften DEL-Tor die Schlussoffensive (52.). Kurz darauf folgte der schnelle Doppelschlag von Joonas Lehtivuori (55.) und Borna Rendulic (56.). Düsseldorf musste volles Risiko gehen, nahm Niederberger zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, und kassierte das Empty-Net-Goal. Andrew Desjardins markierte den 5:3-Endstand und fügte der DEG die dritte Niederlage in Serie zu.

Festerling ohne Gnade

Die Eisbären Berlin kassierten in einem turbulenten Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg die dritte Niederlage vor heimischer Kulisse (5:6). Gerrit Fauser egalisierte rund zehn Minuten vor der Schlusssirene und wahrte Wolfsburg die Chance auf zwei Punkte. In der fünfminütigen Overtime stellte sich kein Gewinner heraus. In der dritten Runde des Shootouts brach Marcel Noebels (zwei Tore, zwei Assists) den Bann und legte vermeintlich vor, doch die Unparteiischen erkannten den Treffer nach mehrminütiger Betrachtung des Videomaterials ab. Garret Festerling hatte im letzten Anlauf somit den Extrapunkt auf der Kelle, ließ Maximilian Franzreb im Eisbären-Kasten mit seinem platzierten Schuss keine Chance und avancierte zum Matchwinner (zwei Treffer, ein Assist).

Eiskaltes Wasser für Fießinger

Zwischen den Pfosten des EHC Red Bull München gab es am Sonntagabend ein überraschendes DEL-Debüt. Daniel Fießinger kam unverhofft zu seinem ersten Einsatz für die Landeshauptstädter - und das ausgerechnet beim bayerischen Derby im Curt-Frenzel-Stadion. Münchens Stammtorhüter Danny aus den Birken fehlt aufgrund einer Beinverletzung bereits länger und Backup-Goalie Kevin Reich erkrankte kurzfristig. Don Jackson hatte somit keine andere Möglichkeit, als den 23-Jährigen ins kalte Wasser zu werfen. Für Fießinger verlief der Einstand in der Deutschen Eishockey Liga allerdings alles andere als optimal - er musste fünfmal hinter sich greifen (23 Paraden). Der souveräne Spitzenreiter unterlag den Augsburger Panthern mit 2:5 und musste dadurch die dritte Auswärtsniederlage der Saison hinnehmen. Der AEV stoppte indes seine vier Spiele andauernde Niederlagenserie und verschaffte sich etwas Luft nach unten.

Straubing kommt näher

Die Straubing Tigers bestätigten auch gegen den ERC Ingolstadt ihre Heimstärke und siegten zum elften Mal vor heimischer Kulisse (in zwölf Spielen). Beim 4:1-Erfolg der Niederbayern waren Kael Mouillierat, Antoine Laganiere, TJ Mulock sowie Sandro Schönberger erfolgreich. Den Ehrentreffer für die Schanzer erzielte Mirko Höfflin. Straubing nutzte somit den Fehltritt des souveränen Spitzenreiters München aus und verkürzte auf zehn Punkte Rückstand.

Vierfacher Pietta entscheidet Kellerduell

Die Krefeld Pinguine entschieden das Aufeinandertreffen mit Schlusslicht Schwenningen dank eines Viererpacks von Daniel Pietta mit 6:4 für sich und mussten deshalb nicht die Rote Laterne in Empfang nehmen. Der deutsche Nationalspieler brachte den KEV dreimal in Führung und vollendete mit einem Schuss ins leere Tor rund 30 Sekunden vor dem Ende der Partie.

Anfangs furiose Kölner

Die formstarken Kölner Haie zogen am Abend dank des 4:1 (4:0, 0:0, 0:1) gegen die Iserlohn Roosters am rheinischen Rivalen DEG vorbei. Zweimal Müller, Sill und Oblinger trafen bis zur 18. Minute zum 4:0, Grenier gelang nur noch Kosmetik (44.) vor 16.109 Zuschauern.

Im späten Spiel am Sonntag zogen die Ice Tigers aus Nürnberg in Bremerhaven mit 2:4 den Kürzeren. Trotz Führung durch Reimer. Verlic und Urbas per Doppelpack drehten den Spieß für die Fishtown Pinguins um, ehe Fischbuch noch einmal verkürzte. In der Schlussminute machte McMillan den Deckel aufs Spiel. Bremerhaven verkürzte den Rückstand auf den Ligaachten DEG auf einen Punkt, Nürnberg ist Fünfter.

phb/kon