Vor der Begegnung mit Ligaprimus Duisburg

Ziegner: "Wir setzen mannschaftliche Leidenschaft dagegen"

Der Coach des Halleschen FC, Torsten Ziegner, lacht gelöst auf der Trainerbank.

Geht ohne Furcht ins Topspiel: Torsten Ziegner. imago images

In der vergangenen Partie beim FC Carl Zeiss Jena (3:0) klappte die Arbeit gegen den Ball hervorragend. Abwehrchef Mai sprach im Nachhinein von einem "Riesenauftritt", bei dem es nichts gab, "was mir nicht gefallen hat". Auch sein Coach Torsten Ziegner war "froh, dass wir vom Ergebnis, aber auch von der defensiven Stabilität her, wieder in die Spur gefunden haben". Aber: In Thüringen spielte Halle gegen den Tabellenletzten. Jetzt kommt der Erste des Tableaus. Nichtsdestotrotz stellt der aktuelle Dritte der 3. Liga mit gerade einmal 15 Gegentoren die zweitbeste Verteidigung der Liga.

Der Test am Samstag könnte dennoch nicht größer sein. Schließlich haben die Zebras jedes ihrer letzten fünf Spiele gewonnen und dabei satte elf Treffer erzielt. Dabei musste die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht nicht einen einzigen Zähler abgeben. Fünf Punkte hat sich der Tabellenführer damit bereits vom Rest der Liga abgesetzt, sechs Zähler sind es auf Halle: "Das spricht für die sehr gute Form von Duisburg", erklärte Ziegner vor dem Aufeinandertreffen im Erdgas Sportpark. Daher sprach er auch vom "klaren" Anführer der Liga.

Angriff ist die beste Verteidigung

Von einer reinen Mauertaktik hält der 42-jährige aber wenig. Vielmehr soll sein Team selbst die Defensive des Gegners testen. Damit "wir selbst genug Möglichkeiten kreieren", um Tore zu erzielen, werde die Mannschaft "auch mal hoch attackieren und mit Tempo nach vorne spielen", gab er einen kleinen Einblick in seinen Matchplan. Verstecken müssen sich seine Schützlinge zudem sicherlich nicht. "Wir sind auch nicht ganz ungefährlich", sagte der Trainer. Immerhin gelangen den Hallensern nur vier Treffer weniger als den Zebras.

Der MSV hingegen schoss bislang in jeder Partie mindestens ein Tor. Gerade gegen eine solche Offensive wird die nach Jena oft betonte Rückkehr der defensiven Stabilität auf die Probe gestellt. "Es ist klar, wo die Stärken von Duisburg liegen", sagte Ziegner deshalb. "Sie sind in der Offensive sehr variabel, haben viel individuelle Klasse. Dementsprechend stabil müssen wir defensiv stehen."

Wir haben keine Angst

Torsten Ziegner

"Wir haben keine Angst, gehen aber mit Demut in die Begegnung", fuhr der Trainer weiter fort, denn er weiß: "Duisburg kommt mit toller Form, wir setzen mannschaftliche Leidenschaft dagegen." Dabei mitwirken wird wohl auch wieder Patrick Göbel. Der Außenverteidiger deutete Anfang der Woche an, dass er noch die Belastung im Training abwarten wolle, um eine Entscheidung vor dem Spitzenspiel zu treffen. Diese fiel laut einem "MZ"-Bericht nun positiv aus. Lediglich Toni Lindenhahn und Tobias Schilk werden nicht zur Verfügung stehen.

Im Optimalfall kann der HFC die Siegesserie der Duisburger durchbrechen und den Abstand wieder auf drei Zähler verkürzen - andernfalls könnte der Klub aus dem Ruhrgebiet bereits mit neun Zählern Vorsprung enteilen. Ein Szenario, das der aufstiegsambitionierte HFC in jedem Fall verhindern will.

kon