Guilavogui: "Wir sind nicht der FC Bayern"

Wolfsburg erreicht erstes Saisonziel: "Das zählt"

Joshua Guilavogui

Zog mit dem VfL Wolfsburg in die Zwischenrunde der Europa League ein: Kapitän Joshua Guilavogui. imago images

Wout Weghorst ballte beide Fäuste und schrie seine Freude mit weit aufgerissenen Augen in den verregneten Nachthimmel von Lviv. "Es war kein einfaches Spiel", erklärte der Niederländer im Anschluss. "Wir sind sehr froh". Mit einem verwandelten Strafstoß war Weghorst einmal mehr Wolfsburgs Matchwinner.

Ähnlich emotional gab sich Kapitän Joshua Guilavogui über den 1:0-Sieg - und das aus gutem Grund. Denn der Franzose musste mit dem VfL lange um den vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Runde zittern. Dabei schien die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner nach dem Seitenwechsel alles unter Kontrolle zu haben. Taktisch diszipliniert, defensiv ausgesprochen aufmerksam und im Vorwärtsgang mit ordentlich Zug zum Tor: So präsentierten sich die Wölfe in den ersten 15 Minuten des zweiten Abschnitts.

Hauptsache ist, dass wir gewinnen.

Josuha Guilavogui

Schlagartig entglitt dem Bundesligisten aber die Spielkontrolle. Die Zentrale um Guilavogui und Nebenmann Maximilian Arnold schaffte es kaum noch, dem VfL-Spiel Struktur zu verleihen. Und die Defensive um Abwehrchef Brooks agierte in einigen Situationen nur noch halbherzig. Guilavogui interessierte das alles am Ende aber recht wenig: "Für uns ist es scheißegal, wie wir gewinnen. Hauptsache ist, dass wir gewinnen."

Über allem stand das Erreichen des ersten Saisonziels: Der VfL überwintert in der Europa League. Das sah auch Glasner so, bei dem die Erleichterung und Freude überwogen: "Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt. Wir haben hier gewonnen, das zählt." Über das Wie wollte der Österreicher bei der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht sprechen. Lieber betonte er, dass "wir als einziges Team in Lemberg (deutsch für Lviv, Anm.d.Red.) gewonnen haben". Den anderen beiden Gruppen-Konkurrenten KAA Gent (1:1) und AS St. Etienne (2:2) knöpften die Ukrainer zu Hause immerhin einen Punkt ab.

Glasner denkt an Bremen

"Wir sind nicht der FC Bayern", meinte Guilavogui. "Wir können nicht jedes Spiel mit 4:0 gewinnen." Glasner richtete den Blick nach vorne. "Jetzt fliegen wir nach Hause und dann bereiten wir uns auf Bremen vor." Der VfL empfängt Werder am Sonntagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de).

tow