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Detroits Ersatz-Ersatzmann David Blough startet stark, dann kommt Mitchell Trubisky

NFL, Week 13: Thanksgiving-Auftakt in Detroit

Detroits Ersatz-Ersatzmann Blough startet stark, dann kommt Trubisky

David Blough ist Backup-Quarterback bei den Detroit Lions.

Ein gutes erstes NFL-Spiel - und kein Sieg: Detroits Backup-Quarterback David Blough verlor gegen die Chicago Bears. imago images

Die Regular Season der Detroit Lions ist bislang durchzogen von Pech und unglücklichen Umständen: Erst hatte das Franchise aus "Motor City" noch mit Quarterback Matthew Stafford einen starken Saisonstart geschafft (zwei Siege, ein Remis), ehe dramatische Niederlagen wie das 22:23 in Week 6 bei den Green Bay Packers folgten. Dann, als die Lions mit ihrer Bilanz bei 3:5:1 lagen, zog sich Stafford eine Wirbel-Fraktur zu, verpasste so zum ersten Mal nach fast neun Jahren ein Spiel (139 NFL-Partien am Stück) und dürfte dem Vernehmen nach in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Verantwortlichen sorgen sich laut US-Medienberichten zu sehr um den Rücken des passstarken Spielmachers, der in elf NFL-Jahren und in 149 Spielen auf 41.025 Passing Yards, 256 Touchdowns bei 134 Interceptions (44 Fumbles) kommt.

Der erst in dieser Offseason von den Cincinnati Bengals geholte Jeff Driskel (Sechstrunden-Pick von 2016) musste in der Folge also für Stafford ans Werk - und verlor auch aufgrund von etlichen Fehlern (nur 685 Passing Yards, vier TDs, vier Int., ein Fumble) in Chicago (13:20), gegen Dallas (27:35) sowie in Washington D.C. (16:19). Weil sich aber auch Driskel eine Blessur zuzog, musste Detroit auf einmal weiter überlegen. Auf Colin Kaepernick, der seit Jahren ohne Job ist und sich für eine Anstellung bewirbt, wurde trotz diverser Gerüchte einmal mehr von einem Team nicht zurückgegriffen. Stattdessen vertraute man auf Undrafted Free Agent David Blough zurück, der damit nach Drew Henson (Cowboys, 2004) and Kent Graham (Giants, 1992) der dritte Quarterback wurde, der direkt am im Football groß zelebrierten Feiertag Thanksgiving sein Debüt feierte.

Eine 75-Yard-Bogenlampe von Blough für Golladay

Und dem 24-jährigen Texaner gelang ein Traumstart vor über 60.000 Zuschauer im heimischen Ford Field: Nach frühem 0:7-Rückstand warf Blough erst einen famosen Touchdown-Pass für 75 Yards auf den pfeilschnellen Receiver Kenny Golladay, der seinem Gegenspieler Prince Amukamara mit einer schnellen Körpertäuscheng entwischt worden war, dann folgte ein 8-Yard-TD-Zuspiel für Marvin Jones. Und so führten die auch defensiv bissigen Lions, denen zudem zwischenzeitlich ein frecher Onside-Kick gelang, verdientermaßen mit 14:7, nach einem 25-Yard-Field-Goal von Kicker Matt Prater sogar 17:10. Das war 3:10 Minuten vor der Pause, die Anhänger durften vom Feiertagssieg träumen.

Trubisky dreht auf, Blough letzter Wurf sitzt nicht

Mitchell Trubisky ist Quarterback bei den Chicago Bears.

Hat sein Team nach deutlichem Rückstand zum Sieg geführt: Bears-Quarterback Mitchell Trubisky. imago images

In der Folge kamen allerdings auch die Bears auf, fanden besser zu ihrem Spiel. Und bis auf eine Interception, die Lions-Cornerback Darius Slay herausragend erahnte und stark fing, war auch der in dieser Saison mal wieder häufig kritisierte Quarterback Mitchell Trubisky stark drauf. Am Ende sollte der 25-Jährige mit 29 angebrachten von insgesamt 38 versuchten Pässen auf 338 Yards und drei Touchdowns kommen. Auch Running Back David Montgomery kam gut durch (75 Yards mit 16 Carries), während Receiver Anthony Miller mit 140 Yards überragte. Letztlich hieß es nach einem späten TD-Zuspiel von Trubisky auf Montgomery (drei Yards) 2:17 Minuten vor Schluss 24:20 zu die Bears.

Es sollte zugleich der Endstand sein, wenngleich sich das vom eigenen Publikum angepeitschte Team aus Detroit nochmals bis nahe an die Endzone bewegte. Nach einem Sack bei Third Down musste Ersatz-Ersatzmann Blough, der insgesamt mit 22/38 Pässen auf 280 Yards kam, allerdings eine halbe "Hail Mary" bei "4th & 22" werfen - und leistete sich hier seine erste Interception, die von Safety Eddie Jackson gefangen wurde. Somit ging die durchaus dramatische Saison der nun bei 3:8:1 stehenden Lions, die insgesamt an Thanksgiving bei 37:41:2 stehen, ins nächste bittere Kapitel. Chicago dagegen bleibt im Gegensatz zu Detroit mit 6:6 im Rennen um die Play-offs.

mag