Hammergruppe für Deutschland

EM-Auslosung: DFB-Elf trifft auf Frankreich und Portugal

Fernando Santos, Didier Deschamps und Joachim Löw

Kein Losglück: Deutschland und Bundestrainer Joachim Löw (l.) treffen auf Didier Deschamps (Mitte) Franzosen und Fernando Santos' Portugiesen. imago images

Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte des Wettbewerbs findet die EM 2020 in zwölf Gastgeberländern statt. Deswegen mussten bei der Auslosung am Samstagabend im Romexpo Exhibition Centre von Bukarest einige Hürden genommen werden - auch weil (durch die ausstehenden Play-offs) vier der insgesamt 24 teilnehmenden Teams der Endrunde noch nicht bekannt sind. Das blieb auch für die deutsche Gruppe nicht folgenlos.

Doch zunächst musste Bundestrainer Joachim Löw gleich ein echtes Hammerlos hinnehmen. Denn Weltmeister Frankreich war das erste Team, das der "deutschen" Gruppe F zugelost wurde. Doch damit nicht genug, denn "Losfee" Philipp Lahm legte noch einen drauf und schickte auch Europameister Portugal zu Neuer und Co. Der dritte Gegner in der Hammergruppe F steht allerdings erst nach den Play-offs der Nations League Ende März fest. In jedem Fall ist klar, dass Deutschland in der schwersten Gruppe gelandet ist.

Bierhoff: "Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in Gruppe"

"Mit diesen Spielen können wir gleich Fußball-Fieber in Deutschland entfachen. Das ist ein Hammer-Los", sagte DFB-Präsident Fritz Keller und fügte an: "Angst habe ich keine." DFB-Direktor Oliver Bierhoff fügte hinzu: "Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in Gruppe."

Löw: "Das hat man davon, wenn man die Qualifikationsgruppe gewinnt"

"Das ist natürlich eine absolute Hammer-Gruppe. Die Spiele werden Fußball-Feste sein. Das hat man davon, wenn man die Qualifikationsgruppe gewinnt. Das lässt einiges erwarten. Für unsere junge Mannschaft wird es eine große Herausforderung und Motivation sein", kommentierte Löw in der ARD. "Ist doch schön, das sind Mannschaften, die wir gut kennen", sagte Kapitän Manuel Neuer (hier finden Sie weitere Stimmen zur Auslosung).

Wer wird Dritter Gegner?

Gewinnt Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn den Play-off-Pfad A, ist dieses Team definitiv in der deutschen Gruppe. Setzt sich dort aber Rumänien durch, wird definitiv ein EM-Neuling zum Löw-Kontrahenten. Denn da Rumänien als Co-Gastgeber in die Holland-Gruppe muss (Austragungsort Bukarest), würde der Sieger des Pfades D in die DFB-Gruppe kommen: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland sind dann die potenziellen Kandidaten. Allerdings dürfte der dritte Gegner Bundestrainer Löw weniger Kopfzerbrechen bescheren.

Den genauen Spielplan finden Sie hier.

Der Kommentar zur Auslosung: Deutschland steht ein steiniger EM-Weg bevor

Die DFB-Auswahl wird ihre drei Gruppenspiele in München austragen und startet am 16. Juni direkt gegen Frankreich (21 Uhr). Vier Tage später wird Deutschland auf Portugal treffen (20. Juni, 18 Uhr). Immerhin erlaubt der Modus des Turniers auch den vier besten Gruppendritten die Qualifikation fürs Achtelfinale.

Von Ende Mai an wird Löw seinen Kader in Seefeld in Tirol auf das Turnier vorbereiten. Fix ist ein Test in Basel gegen die Schweiz während des Trainingslagers. Ein weiterer Kontrahent für die EM-Generalprobe soll in Kürze bekanntgegeben werden. Bereits vereinbart ist ein Gastspiel im März in Madrids Estadio Santiago Bernabeu gegen Spanien, das wie Deutschland mit je drei Turniererfolgen EM-Rekordsieger ist.

Eröffnungsspiel findet in Rom statt - Besondere Motivation für England

Das Eröffnungsspiel findet am 12. Juni in Rom (21 Uhr) statt. Der Europameister von 1968 trifft auf die Türkei. Die Schweiz und Wales sind die anderen Teams der Gruppe A. Einen Monat nach dem ersten Spiel steigt im Wembley Stadion in London das Endspiel. Dort werden auch die beiden Halbfinalpartien ausgetragen werden. So dürfte England, das u.a. gegen Kroatien und Tschechien in Gruppe D bestehen muss, besonders motiviert sein, um endlich das kontinentale Turnier zu gewinnen. Neben Gruppe A ist nur noch Gruppe B mit Belgien, Russland, Dänemark und Finnland bereits vollständig.

Die Gruppen im Überblick:

Gruppe A: Italien, Schweiz, Türkei, Wales

Spielorte: Stadio Olimpico, Rom - Olympiastadion, Baku

Gruppe B: Belgien, Russland, Dänemark, Finnland

Spielorte: St.-Petersburg-Stadion - Parken-Stadion, Kopenhagen

Gruppe C: Ukraine, Niederlande, Österreich, Play-off-Sieger D*

Spielorte: Johan Cruijff Arena, Amsterdam - National Arena, Bukarest

Gruppe D: England, Kroatien, Tschechien, Play-off-Sieger C*

Spielorte: Wembley, London - Schottland Hampden Park, Glasgow

Gruppe E: Spanien, Polen, Schweden, Play-off-Sieger B*

Spielorte: San Mames, Bilbao - Dublin Arena

Gruppe F: Deutschland, Frankreich, Portugal, Play-off-Sieger A**

Spielorte: Fußball Arena München, München - Ferenc-Puskas-Stadion, Budapest

*Play-off-Sieger A: Bulgarien/Ungarn - Island/Rumänien
Play-off-Sieger B: Bosnien-Herzegowina/Nordirland - Slowakei/Irland
Play-off-Sieger C: Norwegen/Serbien - Schottland/Israel
Play-off-Sieger D: Georgien/Weißrussland - Nordmazedonien/Kosovo

** Gewinnt Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn den Play-off-Pfad A, ist dieses Team definitiv in der deutschen Gruppe. Setzt sich dort aber Rumänien durch, würde der Sieger des Pfades D in die DFB-Gruppe kommen: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland sind dann die potenziellen Kandidaten.

Weitere Informationen: Der Modus bei der EM

Die Gastgeber, die Champions: Eine EM-Zeitreise