Bundesliga

Pfannenstiel: "Sicher kein angeschlagener Gegner"

Fortunas Sportvorstand über schwächelnde Einkäufe, Funkels Zukunft und eine Düsseldorfer Waffe

Pfannenstiel: "Sicher kein angeschlagener Gegner"

Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel (li.) führt gute Gespräche mit Trainer Friedhelm Funkel.

Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel (li.) führt gute Gespräche mit Trainer Friedhelm Funkel. imago images

Beide Mannschaften kassierten am vergangenen Wochenende klare Niederlagen, die Fortuna daheim gegen die Bayern (0:4), Hoffenheim erlebte ein 1:5 gegen Mainz. "Das war aber aus Hoffenheimer Sicht ganz klar die Ausnahme", stellt Pfannenstiel klar. "Bis Sonntag haben wir ja quasi von der Mannschaft der Stunde in der Bundesliga gesprochen."

Bei der TSG seien viele Schlüsselpositionen neu besetzt, sagt Hoffenheim-Kenner Pfannenstiel, "das war nach den Abgängen von Schulz, Amiri, Demirbay und Joelinton natürlich nötig. Aber Alfred Schreuder hat das nach zu erwartenden Startschwierigkeiten sehr gut hinbekommen, gerade im Blick auf die defensive Stabilität". Fortunas Sportvorstand jedenfalls erwartet einen Rivalen auf Top-Niveau, "wir treffen am Samstag sicher nicht auf einen angeschlagenen Gegner".

Fortunas Programm hat es in sich

Erst auf Schalke und gegen die Bayern, jetzt in Hoffenheim, danach gegen Dortmund und Leipzig, das Düsseldorfer Programm hat es in sich. "Wir befinden uns in einer Phase von fünf extrem schwierigen Spielen", führt Pfannenstiel im kicker an, "das wussten wir aber vorher." Sein Rück- und Ausblick: "Auf Schalke hat sich die Mannschaft gut verkauft und sich mit einem wichtigen Punkt belohnt, gegen die Bayern waren wir einfach chancenlos. Nach Hoffenheim warten Dortmund und Leipzig, das Programm bleibt also anspruchsvoll."

Die Erwartung konkret: "Klar ist, dass wir aus diesem Block noch was holen wollen, weil wir nicht mit Megadruck in die beiden letzten Partien gegen Augsburg und Union gehen wollen."

"Kasim Adams ist gerade bei Standards eine echte Waffe"

Überdies spricht Pfannenstiel im kicker-Interview noch über drei Sommer-Einkäufe, zum Beispiel über Innenverteidiger Kasim Adams, den Fortuna für ein Jahr von Hoffenheim ausgeliehen hat. Trainer Friedhelm Funkel führte bereits einmal an, Adams' Spielweise sei etwas gewöhnungsbedürftig, weil er ein gewisses Risiko pflege. Das, so Pfannenstiel, "ist Teil seines Spiels, aber das muss natürlich alles im Rahmen bleiben". Mit Adams sei Fortuna bei Standards "hinten nicht mehr so anfällig und vor dem gegnerischen Tor deutlich gefährlicher. Kasim ist gerade bei Standards eine echte Waffe".

Gleichzeitig nimmt Pfannenstiel Fortunas Top-Einkäufe Dawid Kownacki und Nana Ampomah in Schutz, die beide noch nicht richtig zündeten. "Bei beiden sind wir uns sicher, dass sie uns weiterhelfen werden", stellt Pfannenstiel klar. Ampomah müsse sich auf vermehrte Defensivarbeit umstellen, "damit ist der aber nicht allein. Benito Raman spielte ein Jahr in der 2. Liga und kam erst später in Fahrt, das wird heute gern mal vergessen".

Für Kownacki war das Spiel gegen Gnabry kein Kindergeburtstag

Kownacki, der sich im Zentrum wohler fühlt, oft aber links aushelfen muss, hängt ebenfalls durch. "Ihm fehlt ein Tor", argumentiert Pfannenstiel, "dann tritt er sicher wieder so selbstbewusst auf wie teilweise Anfang des Jahres. Er ist ein hochtalentierter Spieler, da sind wir uns alle einig. Gegen die Bayern musste er aber zum Beispiel auf der linken Seite viel gegen Serge Gnabry verteidigen. Das ist für einen gelernten Stürmer nicht unbedingt ein Kindergeburtstag."

Gute Gespräche mit Funkel

Schließlich kündigt Pfannenstiel noch eine baldige Vertragsverlängerung mit Funkel an. "Mit Friedhelm gibt es gute Gespräche, dass es über den Sommer hinaus weitergehen soll." Zu erwarten ist, dass der Vertrag um ein Jahr bis 2021 verlängert wird, natürlich nur im Falle des Klassenerhalts.

Oliver Bitter

So lange laufen die Verträge der Bundesliga-Trainer