Champions League

Erst 2:0, dann 1:1 - 107 Sekunden VAR-Wahnsinn in Prag

Lukaku wird zweimal vom Video-Schiedsrichter ausgebremst

Erst 2:0, dann 1:1 - 107 Sekunden VAR-Wahnsinn in Prag

Romelu Lukaku

Inters Romelu Lukaku gegen Slavia-Keeper Ondrej Kolar. imago images

Es war der Aufreger des Abends: Romelu Lukaku hatte seinen Treffer zum vermeintlichen 2:0 bereits ausgiebig mit den Teamkameraden zelebriert, Inter-Coach Antonio Conte die Siegesfaust geballt und Prags Keeper Ondrej Kolar verzweifelt abgewunken. Dann aber erhielt der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak noch einen Hinweis des Videoassistenten. Er, Marciniak, solle sich doch eine Szene doch noch einmal in der Review Area anschauen. Also machte sich der Referee auf den Weg Richtung Spielfeldrand - und nahm das Tor schließlich zurück.

Foul von de Vrij an Olayinka nachträglich geahndet

Das war aber lange noch nicht alles: Statt zu feiern mussten die Italiener plötzlich mit ansehen wie Marciniak auf den Elfmeterpunkt deutete - und zwar auf den im Strafraum der Nerazzurri. Grund für den Sinneswandel war eine Aktion, die 107 Sekunden vor dem Tor Lukakus im Strafraum der Mailänder stattgefunden hatte. Inters niederländischer Verteidiger Stefan de Vrij hatte Peter Olayinka im eigenen Sechzehner gefoult. Der Unparteiische wertete das Einsteigen zunächst aber nicht als regelwidrig.

Die Partie lief weiter und wurde erst durch den Lukaku-Treffer wieder unterbrochen. Der VAR hatte also erst während Inters Torjubel die Gelegenheit einzugreifen - und das tat er auch. Statt einer Zwei-Tore-Führung für Inter traf Slavia-Kapitän Tomas Soucek zum 1:1 (37.).

Dass Lukaku, dem in der Nachspielzeit ein weiterer Treffer durch den Video-Schiedsrichter aberkannt wurde, nach dem Schlusspfiff trotzdem "sehr glücklich" war und Conte nur Positives zu berichten hatte, lag an Inters Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt. Denn während die Lombarden in den ersten 45 Minuten pomadig agierten, trumpften gerade Lukaku und sein an diesem Abend kongenialer Sturmpartner Lautaro Martinez nach der Halbzeit so richtig auf.

Coach Conte lobt seine Stürmer

Am Ende standen für den Argentinier zwei Tore zu Buche, Lukaku durfte sich zumindest über einen regulären Treffer freuen. "Die Stürmer waren heute entscheidend, ich freue mich sehr für sie", betonte Conte am Mikrofon von "Sky Sport Italia". Die Aufregung aus der 35. Minute war da bei dem Süditaliener längst verflogen.

tow