Champions League

Oliver Mintzlaff äußert Wunsch fürs Achtelfinale

Nach Achtelfinal-Einzug: Leipzig sorgt sich um Gulacsi

Leipziger "Lebenstraum" - Mintzlaffs Wunsch fürs Achtelfinale

RB Leipzig bejubelt den späten Ausgleich durch Emil Forsberg.

Jubeltraube: RB Leipzig bejubelt den späten Ausgleich durch Emil Forsberg. imago images

Als Doppeltorschütze Forsberg nach Spielschluss von "DAZN" interviewt wurde, nahte Nagelsmann von hinten, fuhr dem Schweden lausbübisch durch die Haare. Der hatte Sekunden zuvor erklärt: "Ich lebe für solche Spiele." Und Leipzig lebt dank Forsberg weiter in der Champions League. In der 90. Minute verwandelte der RB-Spielmacher einen Elfmeter, in der 96. setzte er dann eine Flanke von Timo Werner in die Maschen und sorgte für Ekstase in den Reihen der Sachsen. "Die letzten Minuten waren einfach nur geil", sagte Forsberg und fügte hinzu: "Dieses Spiel werde ich nie vergessen."

Auch für den gesamten Verein war das Match ein historisches. Durch den späten Punktgewinn kann Leipzig vor dem letzten Gruppenspiel maximal noch von Olympique Lyon überholt werden, nicht aber von Zenit St. Petersburg. RB steht damit erstmals im Achtelfinale der Champions League. "Für einige Jungs ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen", berichtete Nagelsmann. "Gerade für die Spieler, die schon seit der 3. und 2. Liga bei uns sind." Auch auf Nagelsmann selbst wartet eine Premiere, bei seinem ersten Königsklassen-Versuch mit Hoffenheim hatte es der 32-Jährige nicht über die Gruppenphase hinaus geschafft.

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Das wird sich nun ändern, so viel steht fest. Noch nicht sicher ist hingegen, ob Leipzig die Gruppe als Erster oder Zweiter beendet. Im letzten Vorrundenspiel am 10. Dezember reicht RB im Auswärtsspiel in Lyon ein Unentschieden für den Gruppensieg, bei einer Niederlage wäre es Rang zwei. Nach dieser Partie dürfte sich dann auch das Feld derer Mannschaften eingrenzen, auf die Leipzig im ersten K.-o.-Spiel seiner Champions-League-Geschichte treffen könnte.

Mintzlaff wünscht sich machbaren Gegner

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff blickte pragmatisch voraus. Den großen Namen wie Real Madrid oder dem FC Barcelona wolle er bei aller Attraktivität, die die Vorrundengegner nicht hergegeben hatten, möglichst aus dem Weg gehen. "Ich wünsche mir eine machbare Aufgabe", sagte Mintzlaff. "Der Gruppensieg wäre da natürlich praktisch."

Etwas anders sah es Konrad Laimer: "Als Fußballer lebt man dafür, sich mit den Großen zu messen", meinte der Österreicher. "Ich wünsche mir aber keine spezielle Mannschaft, wir lassen uns überraschen." Zunächst wolle er den Moment der Aufholjagd genießen, erklärte der Mittelfeldmann: "Das war pure Emotion, ich habe laut herumgeschrien. Dass es so spannend wurde, war nicht unser Plan, aber umso größer ist die Freude, dass wir in der 96. Minute noch das Tor gemacht haben."

Gulacsi "ist ansprechbar und kann sich an alles erinnern"

Dass das Spiel überhaupt eine so lange Nachspielzeit bekommen hatte, war aber auch einer unerfreulichen Nachricht aus Leipziger Sicht geschuldet: Torhüter Peter Gulacsi war beim Treffer zum zwischenzeitlichen 0:2 von Benfica-Torschütze Vinicius unglücklich mit dem Knie am Kopf getroffen und ausgeknockt worden. Der Ungar blieb benommen liegen, musste zunächst lange behandelt und dann ausgewechselt werden. "Er ist ansprechbar und kann sich an alles erinnern", gab Nagelsmann erst leichte Entwarnung, kündigte gleichzeitig aber auch an: "Wir werden weiter Vorsicht walten lassen, um nichts zu riskieren." Möglich also, dass Gulacsi für die nächste Bundesliga-Partie beim Tabellenschlusslicht Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nicht zur Verfügung stehen wird.

mib

Bilder zur Partie RB Leipzig - Benfica Lissabon