Champions League

Alle lieben Sven Bender: "Absoluter Anker" und "Lewandowski-like"

Leverkusens Abwehrchef ragt nicht zum ersten Mal heraus und trifft

"Absoluter Anker" und "Lewandowski-like": Alle lieben Bender

Sven Bender

Mittelpunkt der Freude: Sven Bender nach seinem Tor zum 2:0 bei Lokomotive Moskau. imago images

Sein Treffer war ein besonderer. Ein ganz besonderer. Mit dem linken Fuß hatte Sven Bender nach einem genialen Zuspiel von Charles Aranguiz den Ball ("Der hing halt so in der Luft") volley ins lange Eck geschweißt. Ein Traumtor, wie hinterher nicht nur Rudi Völler feststellte. "Ein wunderbares Tor", schwärmte der frühere Torjäger und heutige Geschäftsführer, "das war ja Lewandowski-like". Und zudem Benders erster Treffer im 53. Europapokalspiel.

Ein Treffer, der Bayer aufgrund des direkten Vergleichs jetzt schon Platz 3 in der Gruppe vor den Russen sichert. Ein Treffer, der dafür sorgte, dass Bayer in der Schlussphase nicht mehr zittern musste und nun trotz dreier Niederlagen zum Start sogar vom Achtelfinale in der Königsklasse träumen darf.

Spielersteckbrief S. Bender

Bender Sven

Vielleicht schicken wir dann ein paar Flaschen Wodka, wenn es klappt.

Lukas Hradecky über Moskaus Schützenhilfe

"Juve ist jetzt als Gruppenerster weiter. Vielleicht schonen sie einige Spieler bei uns. Wir müssen unser Spiel gewinnen und dann hängt alles davon ab, wie gute Freunde die Moskauer für uns sind", sagt Torhüter Lukas Hradecky, der Bayer in der ersten Hälfte mit einer Monsterparade vor dem Ausgleich bewahrt hatte, "vielleicht schicken wir dann ein paar Flaschen Wodka, wenn es klappt. Man darf hoffen."

Wieder hilft ein Eigentor: "In dieser Dichte habe ich das noch nicht erlebt"

Sven Bender selbst spricht noch von einer "Minimalchance", die Bayer auch dem dritten Eigentor zu verdanken hatte, das in dieser Gruppenphase für Leverkusen fiel. Wettbewerbsübergreifend war es das insgesamt siebte in dieser Saison für die Werkself. "In der Summe ist es dann doch etwas überraschend", gab Völler zu, "in dieser Dichte habe ich das noch nicht erlebt."

Erst traf Eigentor, mit sieben Treffern gemeinsam mit Kevin Volland bester Leverkusener Torschütze in dieser Saison, dann Bender. Der damit zu Everybody's Darling avancierte. "Er macht das super, organisiert die Truppe hinten, antizipiert unglaublich viele Bälle, ist ein wirklich wichtiger Faktor und Stabilisator hinten und auch für das Team. Seine Mitspieler wissen, dass ein erfahrener Hase neben ihnen spielt, und das gibt auch ihnen Sicherheit" lobte Sportdirektor Simon Rolfes.

"Absoluter Anker": Bender erntet Lob von allen Seiten

"Mit seiner Präsenz, seiner Routine und seiner Erfahrung und auch eben solchen Qualitäten wie beim Tor - das ist schon besonders. Er ist bei jeder Standardsituation gefährlich. Solche Spieler baucht man einfach in einer so harten Phase, in der es Spitz auf Knopf steht", erklärte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger, der Benders Rolle so beschreibt: "Das bringt er einfach mit von einer Spielintelligenz, aber auch von seinen Führungsqualitäten. Er klärt viele Situationen schon vorher im Gegenpressing, in denen er einen Fuß dazwischen bringt, bevor ein Konter entsteht. Er ist schon ein absoluter Anker für uns."

Für die Klarheit in Spiel des Abwehrchefs hat der österreichische Nationalspieler eine schlüssige Erklärung: "Er ist kompromisslos. Er weiß, was er macht, und er zieht seine Aktion durch. Und das ist für einen Innenverteidiger oft entscheidend, wenn es so schnell geht und auf Bruchteile von Sekunden ankommt. Er zweifelt nicht." Oder wie es Hradecky ausdrückt: "Er ist überragend drauf. Diese Entschlossenheit, die er hat, strahlt er auf die ganze Mannschaft aus."

Alle lieben Bender. Dieser ist in der aktuellen Phase, in der seine Nebenleute in der Abwehrreihe nicht konstant oder nicht auf ihrem Topniveau agieren, doppelt wichtig. Als Anker. Und als Lewandowski-Double.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie Lokomotive Moskau - Bayer 04 Leverkusen