Bundesliga

Hertha BSC - Jürgen Klinsmann: "Ich bin gut vorbereitet"

Hertha: Der neue Trainer über Rolle, Erwartungen und seinen Stab

Klinsmann: "Ich bin gut vorbereitet"

Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann verabschiedete sich 1999 als aktiver Fußballer, später trainierte er unter anderem die deutsche Nationalmannschaft. imago images

Als er am Montag in Kalifornien den Flieger nach Berlin bestieg, tat er das mit der Frage, "was man machen und wie man helfen kann". Ein Comeback auf der Trainerbank war da von dem Mann, der Anfang November als Sport-Bevollmächtigter des neuen Hertha-Investors Lars Windhorst in den Aufsichtsrat der Hertha BSC Kommanditgesellschaft (KG) eingezogen war, noch nicht geplant.

Er brauchte noch einen kleinen Anschubser, bis er sich bereit erklärt hat, unsere Mannschaft bis Saisonende zu übernehmen.

Michael Preetz über Jürgen Klinsmann

Das Gespräch, das Klinsmann umdenken ließ, folgte am Dienstag. "Er brauchte noch einen kleinen Anschubser, bis er sich bereit erklärt hat, unsere Mannschaft bis Saisonende zu übernehmen", erklärte Geschäftsführer Michael Preetz am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz. "Mit ihm haben wir einen Mann mit enormer Strahlkraft und einen ausgewiesenen Fußball-Fachmann verpflichtet. Das kurzfristige Ziel ist jetzt, in die Erfolgsspur zurückzukommen. Die Mannschaft ist in der Pflicht."

Klinsmanns neuer Job: Das machen die anderen WM-Helden von 1990

Seinen Vorgänger Ante Covic, der am Mittwoch nach nur elf Punkten aus zwölf Spielen und einem besorgniserregenden Auftritt in Augsburg (0:4) gehen musste, hat Klinsmann bereits kontaktiert: "Ich bin ein Fan von Ante. Ich schätze ihn sehr. Er hat in den zwei Jahren, in denen mein Sohn Jonathan (seit Sommer beim FC St. Gallen, d. Red.) hier war, viel mit ihm gearbeitet. Es wird für Ante bei einer anderen Bundesligastation klappen."

Friedrich arbeitet künftig als "Performance-Manager"

Klinsmann krempelt Herthas Trainerstab komplett um. Neben dem früheren Bremer Cheftrainer Alexander Nouri und dessen einstigem Assistenten Markus Feldhoff, die beide als Co-Trainer arbeiten, sind auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Fitnesstrainer Werner Leuthard und Ex-Hertha-Kapitän Arne Friedrich als Team-Manager neu an Bord. "Ich bringe einen Stab mit, der vorbereitet ist", erklärte Klinsmann. "Das ist ein Team von Leuten, die voller Tatendrang sind und hohes Fachwissen haben." Friedrich werde "als Performance-Manager ganz nah an der Mannschaft arbeiten, zwischen Michael Preetz und mir".

Jürgen Klinsmann gibt Michael Preetz die Hand

Händedruck auf die neue Zusammenarbeit: Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann (l.) und Manager Michael Preetz (r.). imago images

Attraktiven, offensiven Fußball - von Hertha vor der Saison als Leitmotiv für die Spielzeit 2019/20 ausgegeben - stellt Klinsmann "im Moment ganz weit hinten an". Der einstige Teamchef der Nationalmannschaft gab sich mit Blick auf Rang 15 und das schwere Restprogramm bis Weihnachten betont realistisch: "Das Wichtigste ist jetzt, zu punkten und nach oben zu klettern. Und wenn man dann hoffentlich im gesicherten Mittelfeld ist, geht es wieder darum nach oben zu blicken. Daran werden wir uns messen lassen." Über ein Trainer-Engagement übers Saisonende hinaus macht er sich nach eigenen Aussagen keine Gedanken. Stattdessen soll und will Klinsmann ab Mai 2020 die geplante Rolle im KG-Aufsichtsrat, die durch seinen Einstieg als Trainer vorerst ruht, wahrnehmen. Die Mannschaft, die er am Nachmittag zur ersten gemeinsamen Einheit auf den Rasen des Amateurstadions auf dem Gelände des Olympiaparks bat, will Klinsmann jetzt "so gut es geht auf den Brocken" Borussia Dortmund, Herthas Gegner am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), vorbereiten.

Klinsmann: "Natürlich werde ich auch Fehler machen"

"Meine Lebensdevise war es, immer und überall dazuzulernen. Jetzt lerne ich hier dazu", sagte Klinsmann. "Natürlich werde ich auch Fehler machen - wie jeder. Es wird nichts Perfektes, aber ich traue es mir zu." Das Go von Ehefrau Debbie für das unerwartete Comeback auf der Bank hat er selbstredend eingeholt: "Ich bin Thanksgiving jetzt nicht zu Hause, aber das ist für meine Frau okay. Vor zwei Tagen war nicht geplant, dass ich hier sitze. Aber manchmal ändern sich im Fußball Dinge über Nacht. Mein Rückflug nach Kalifornien ist bis auf Weiteres aufgeschoben."

Steffen Rohr