15. Spieltag: Club-Krise spitzt sich zu - 96 gelingt Befreiungsschlag

Klos schießt Bielefeld an die Spitze - Bouhaddouz erledigt Stuttgart

Sandhausens Aziz Bouhaddouz (l.) und Bielefelds Fabian Klos trafen am Sonntag jeweils doppelt

Sandhausens Aziz Bouhaddouz (l.) und Bielefelds Fabian Klos trafen am Sonntag jeweils doppelt imago images

Bielefeld mit Rekord auf Rang eins

Arminia Bielefeld hat am Sonntagnachmittag durch einen 3:1-Erfolg bei Darmstadt 98 die Tabellenführung in der 2. Liga übernommen. Nach einer eher ereignislosen ersten Hälfte schoss Torjäger Klos mit einem Doppelpack kurz nach der Pause (48., 49.) die Ostwestfalen auf Rang eins. Darmstadt war um eine Antwort bemüht, die Kempe in der 71. Minute gab. In einer spannenden Schlussphase drängten die Lilien auf den Ausgleich, doch die Arminia machte durch Voglsammer in der Nachspielzeit alles klar (90.+2). Darmstadt wartet seit drei Heimspielen auf einen Sieg, Bielefeld ist in der Fremde weiter unbesiegt und mit 22 Punkten das mit Abstand stärkste Auswärtsteam im Unterhaus. Mit dem siebten Auswärtssieg in Folge stellte das Neuhaus-Team zudem einen neuen Rekord für die 2. Liga auf.

2. Bundesliga - Scorer 2019/20
Klos Fabian
17
Voglsammer Andreas
14
Ganvoula Silvere
13
2. Bundesliga - 15. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Arminia Bielefeld
32
2
Hamburger SV
29
3
VfB Stuttgart
26
2. Bundesliga - Torjäger 2019/20
Klos Fabian
12
Schäffler Manuel
11
Hofmann Philipp
9

Bouhaddouz trifft doppelt - Drei Gomez-Tore zählen nicht

Sein blaues Wunder in Person von Bouhaddouz erlebte der VfB Stuttgart beim SV Sandhausen. Der Deutsch-Marokkaner war bereits nach nicht einmal 60 Sekunden zur Stelle und erhöhte für den SVS zudem in der 24. Minute. Der VfB haderte in Durchgang eins mit dem Video-Beweis, durch den zwei Tore von Mittelstürmer Gomez - allerdings zu Recht - die Anerkennung verweigert worden war. Auch nach dem Seitenwechsel traf Gomez in die Maschen, stand dabei aber erneut im Abseits. Es dauerte bis kurz vor Schluss, ehe Wamangituka vom Punkt das Anschlusstor für den VfB erzielte (89.). Doch der SVS verteidigte mit viel Leidenschaft und brachte den Sieg letztendlich über die Zeit. Während der SVS in der Tabelle weiter vorrückt, verpasste es der VfB durch die zweite Auswärtsniederlage in Folge, mit dem HSV nach Punkten gleichzuziehen.

Kleindienst trifft - Wittek vergibt vom Punkt

Einen Heimsieg feierte auch der 1. FC Heidenheim durch das 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth. Beide Teams hatten bereits in Durchgang eins einige Möglichkeiten, einen Treffer zu erzielen. Die beste Chance vergab Greuther Fürths Wittek, der in der 7. Minute einen Elfmeter rechts neben das Heidenheimer Tor setzte. Nach dem Seitenwechsel gelang dann den aktiveren Ostalbstädtern durch Kleindienst die Führung (63.). Dabei blieb es bis zum Schluss, der 1. FCH schnuppert nach dem Dreier an den Aufstiegsrängen, das Kleeblatt steckt im Mittelfeld fest.

Hannover gewinnt Krisenduell am Millerntor

Befreiungsschlag und erster Sieg unter Trainer Kenan Kocak: Hannover 96 hat das Krisenduell beim FC St. Pauli mit 1:0 für sich entschieden. Der Start verlief nach Maß für die Niedersachsen, durch Maina gingen sie früh in Führung (7.). Der Attraktivität des Spiels tat das Tor allerdings nicht gut, weil sich 96 fortan aufs Verteidigen beschränkte und St. Pauli bei allem Bemühen die Mittel fehlten. In der Endphase des ersten Durchgangs freuten sich die Kiezkicker dann zu früh über einen Elfmeter, den Schiedsrichter Hartmann nach VAR-Einsatz zu Recht revidierte (40.). Es folgte eine zähe zweite Hälfte ohne Highlights, an deren Ende Hannover erstmals nach fünf Partien ohne Sieg wieder jubelte und den Relegationsplatz verließ.

Die Krise in Nürnberg spitzt sich zu

Auf diesen rutschte der 1. FC Nürnberg ab. Nach dem 0:2 gegen Wehen Wiesbaden ist der Club endgültig im Abstiegskampf angekommen. Die Blitzführung der Gäste durch Zweitliga-Toptorjäger Schäffler (elf Treffer) in der 4. Minute versetzte den FCN in einen Schockzustand, der sich erst ein paar Minuten vor der Halbzeit löste. Kurz nach Wiederanpfiff dann aber der nächste und erneut schnelle Rückschlag: Kyereh überlupfte den unnötig herausgeeilten Dornebusch (48.). Nürnberg blieb ohne Durchschlagskraft und ließ seine seltenen Chancen liegen. So durfte sich Aufsteiger Wiesbaden über den zweiten Auswärtserfolg und den Anschluss an Nichtabstiegsplatz 15 freuen.

Dresden neues Schlusslicht - Bochum schlägt Aue

Die Rote Laterne vom SVWW übernommen hat Dynamo Dresden, das im Heimspiel gegen Holstein Kiel eine 1:2-Niederlage kassierte. Die Störche zeigten sich gnadenlos effizient, brachten den Sieg durch Tore von Iyoha (15.) und Özcan (30.) frühzeitig auf den Weg. Dresden gelang erst in der Schlussphase der Anschlusstreffer (79. Ballas).

Einen wichtigen Sieg fuhr der VfL Bochum ein: Der Revierklub bezwang die formstarken Auer an der Castroper Straße mit 2:0 und bleibt somit auch im achten Heimspiel unbesiegt. Losilla erzielte in der 61. Minute die Führung, Samson traf in der Nachspielzeit nur ins eigene Tor. Aues Auswärts-Durststrecke hält damit an: Erst einmal konnte der FCE in der Fremde gewinnen - und das am 1. Spieltag in Fürth (2:0).

HSV patzt in Osnabrück

Beim HSV fehlten am Freitagabend zahlreiche Offensivakteure, in Osnabrück durfte deswegen erneut der gegen Dresden (2:1) wenig überzeugende Wood in vorderster Front ran. Die Hamburger waren zunächst am Drücker und wären durch Harnik beinahe in Führung gegangen - der Pfosten half dem VfL (23.). Mit der ersten richtig guten Chance schlug jedoch der Aufsteiger zu. Niklas Schmidt ließ bei seinem fulminanten Solo van Drongelen und Jung ganz schlecht aussehen und tunnelte anschließend Heuer Fernandes. Damit nicht genug: Nach einem Konter erhöhte Blacha sogar auf 2:0 für den Außenseiter, gleichzeitig der Pausenstand an der Bremer Brücke. HSV-Coach Dieter Hecking reagierte mit einem Doppelwechsel, Jairo und Kinsombi kamen ins Spiel. Es war jedoch Kittel, der in der 64. Minute die Hoffnung zurückbrachte. Danach entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, wobei Osnabrück einem Treffer sogar näher war. Es reichte auch so zur Überraschung - nach vier Minuten Nachspielzeit durfte die Party beim Aufsteiger beginnen.

Hofmann spektakulär: KSC bezwingt den Jahn

Das Duell gegen Karlsruhe und Regensburg war zunächst ein äußerst einseitiges. Die Badener ließen den Jahn nicht zur Entfaltung kommen und schlugen dank eines Doppelschlags schnell den richtigen Weg ein. Fink traf nach einer Ecke zur Führung (17.), vier Minuten später war Hofmann nach einem schönen Spielzug zur Stelle. Beinahe wäre Lorenz sogar das 3:0 in der 27. Minute gelungen, Keeper Meyer zeigte jedoch sein ganzes Können. In der 34. Minute dann aber das Lebenszeichen der Oberpfälzer: Besuschkow nahm Maß, doch KSC-Torhüter Uphoff lenkte das Leder an den Querbalken. In der 55. Minute packte dann jedoch Hofmann den Fallrückzieher aus und stellte spektakulär auf 3:0. Regensburg verkürzte zwar in der 70. Minute dank Besuschkow und blieb in der Folgezeit gefährlich, mit Wanitzeks Treffer zum 4:1 (90.) war aber endgültig alles klar. Nach drei sieglosen Spielen durfte der KSC wieder einen Dreier bejubeln, während bei Regensburg die Serie von sieben Spielen ohne Niederlage riss.

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