13. Spieltag: BVB vermiest Klinsmann-Debüt - Schalke siegt spät

Mainz schlägt Frankfurt - Gladbach stürmt zurück an die Spitze

Adam Szalai, Karim Onisiwo, Breel Embolo

Adam Szalai und Karim Onisiwo jubeln über das 2:1 gegen Frankfurt, Gladbach und Breel Embolo stehen auf Rang eins. imago images

Mainz kommt in Überzahl zurück

In einem unterhaltsamen Nachbarschaftsduell trennten sich Mainz 05 und Eintracht Frankfurt am Montagabend zum Abschluss des 13. Spieltags 2:1. Doch zunächst rollte der Ball nicht - Anlass für die rund zehnminütige Verzögerung waren auf das Feld geworfene, brennende Pyro-Fackeln aus dem Eintracht-Block. In einem dann von beiden Seiten abwartend geführten Duell gingen schließlich die Gäste nach einer schnell ausgeführten Ecke durch Hinteregger in Führung (34.). Diese hatte bis zur Pause Bestand, doch weil Kohr im Laufduell mit Öztunali zur Notbremse griff und Rot sah, musste die SGE den zweiten Durchgang in Unterzahl bestreiten (44.). Die Hausherren kamen mit viel Schwung zurück auf den Rasen, schnürten die SGE ein und glichen durch Onisiwo aus (50.). Dessen zweiter Treffer zählte nach VAR-Einsatz nicht (53.), dafür sorgte Szalai nach weiteren Chancen seines Teams für die Wende: Aus der Drehung erzielte er das 2:1 (69.), das nur noch einmal durch Kostic (90.+2) in Gefahr geriet. Mainz kletterte dadurch auf Rang 12, Frankfurt steht auch nach diesem Spieltag auf Rang 10.

Bundesliga - Scorer 2019/20
Lewandowski Robert
18
Werner Timo
18
Sancho Jadon
12
Bundesliga - 13. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bor. Mönchengladbach
28
2
RB Leipzig
27
3
FC Schalke 04
25
Bundesliga - Torjäger 2019/20
Lewandowski Robert
16
Werner Timo
13
Hennings Rouwen
10

Gladbach schlägt Freiburg und ist zurück auf Rang eins

Im Topspiel zwischen Gladbach und Freiburg kam am Sonntag keine Langeweile auf. Thuram nutzte einen Patzer von Keeper Flekken in der 3. Minute zur Führung, nur drei Minuten später glich Freiburg dank Schmids Freistoßkünsten aus. Danach erspielte sich jedoch die Borussia ein deutliches Übergewicht, ging aber schludrig mit den Chancen um. Ganz nah dran war der agile Thuram, der in der 27. Minute am Pfosten scheiterte. Embolo (21.) stand bei seinem Treffer knapp im Abseits, Herrmann (30., 34.) fand in Flekken seinen Meister. Der zweite Durchgang startete wie der erste: spektakulär. Embolo stellte nach wenigen Sekunden auf 2:1, verschoss drei Minuten später einen an ihm verursachten Elfmeter und legte dann nach Thurams Traumpass mustergültig für Herrmann auf. 3:1, 51. Minute, Freiburg wurde überrollt - und kam dann wieder zurück. Höler traf nach einem Standard (58.), doch dann verlor Koch den Ball an Embolo, der letztlich den 4:2-Endstand besorgte (71.). Ein Fußball-Feuerwerk, das die Fohlen wieder an die Tabellenspitze zurückbrachte.

Rashica eiskalt: Werder kann wieder siegen

Im Nordduell zwischen Wolfsburg und Bremen erwischte Werder den besseren Start. Guilavoguis Handspiel im Strafraum nutzte Rashica vom Elfmeterpunkt zu seinem fünften Saisontreffer (13.). Wolfsburg war jedoch bei einer Ecke in der 36. Minute zur Stelle, Weghorst war nach Brooks' Kopfball mit dem Knie präsent. Die Freude währte nicht lange, denn Bittencourt brachte seine Farben per Kopf nach Augustinsson-Flanke wieder in Front (39.) und Pavlenka hielt kurz vor der Pause überragend beim Kopfball von Guilavogui. Der zuletzt umstrittene Keeper hatte bereits in der 17. Minute im Duell mit Victor stark reagiert. In der 61. Minute war der Werder-Keeper geschlagen, doch Brumas Kopfballtreffer zählte wegen einer knappen Abseitsstellung nicht. Weiter ging's in eine Richtung, Comebacker Ginczek sollte es unter anderem richten - doch den verdienten Ausgleich erzielte William per Schlenzer (73.). Der VfL drückte auf den Sieg, wurde aber in der 83. Minute übel ausgekontert. Rashica traf zum 3:2-Siegtreffer und lässt Werder nach acht Spielen ohne Sieg durchatmen.

Chancenwucher kommt München teuer zu stehen

Im Fokus: Leon Bailey, Jürgen Klinsmann und Patrik Schick (v.l.).

Im Fokus: Leon Bailey, Jürgen Klinsmann und Patrik Schick (v.l.). imago images

Am Samstagabend stieg in München das Topspiel zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen. Vier Siege, 16:0 Tore - die Bilanz von Interimstrainer Hansi Flick war außerordentlich gut, doch gegen die Werkself gab es zunächst einen Rückschlag. Nachdem Gnary den Pfosten getroffen hatte, schlug Bailey quasi im Gegenzug zu (10.). Bayern musste reagieren, tat dies mit wütenden Angriffen und zahlreichen vergebenen Chancen. Erst Müller brach den Bann mit seinem abgefälschten 16-Meter-Schuss (34.) und beendete damit zugleich nach 1356 Minuten (!) seine Torflaute. Bayers Antwort folgte jedoch postwendend - und wieder war es Bailey, der entwischte, traf und jubelte (35.).

Beim 2:1 blieb es dann lange Zeit, auch weil in einer höchste unterhaltsamen zweiten Hälfe hüben wie drüben hochklassige Chancen liegen gelassen wurden. In der Schlussphase durften die Bayern nach Tahs Platzverweis (Notbremse gegen Coutinho) sogar in Überzahl ran, packte die Brechstange aus und vergab weiter reihenweise hochklassige Torchancen. So brachte der Werksklub den glücklichen Sieg über die Zeit.

Dortmunder Doppelschlag - Hummels fliegt in Berlin

Schwarz-Gelbe-Freude: Dortmunder beim Torjubel.

Schwarz-Gelbe-Freude: Dortmunder beim Torjubel. Getty Images

Es war wohl die Meldung der Woche: Jürgen Klinsmann kehrt als Trainer in die Bundesliga zurück und feierte am Samstag sein Debüt als Hertha-Coach gegen Borussia Dortmund. Gegen das Schwergewicht setzte Klinsmann auf ein 3-5-2 und musste erst einmal zusehen, wie seine Hertha gleich zwei schwere Treffer einstecken musste: Sancho (15.) und Hazard (17.) sorgten per Doppelschlag für eine komfortable Führung des BVB. Die Berliner brauchten eine Weile, um das verdauen, kamen aber zurück - und schafften durch Darida den Anschluss (34.).

Als dann Hummels auch noch mit Gelb-Rot vom Platz musste (45.), schöpfte die "Alte Dame" neue Hoffnung. In Überzahl drängte die Hertha, hatte aber relativ wenig Ideen und zudem noch Pech, dass Selkes vermeintlicher Ausgleich nach Einschreiten des Videoschiedsrichters wegen einer minimalen Abseitsstellung nicht zählte (48.). Der BVB zog sich zurück, brachte den knappen Vorsprung letztlich über die Zeit und sorgte so wieder für etwas mehr Ruhe im eigenen Umfeld.

Kölns Czichos erwischt einen rabenschwarzen Tag

Zum Einstand von Trainer Markus Gisdol kassierte der 1. FC Köln eine 1:4-Schlappe in Leipzig - und auch im Heimspiel gegen den FC Augsburg lief es denkbar schlecht für die Geißböcke. Vor allem Czichos erwischte einen rabenschwarzen Tag. Erst verursachte der Abwehrmann einen Elfmeter an Niederlechner (Horn parierte anschließend gegen Hahn, 9.) und flog später mit Gelb-Rot vom Platz (39.). In Unterzahl gerieten die Kölner dann auch noch in Rückstand (Niederlechner, 43.). Zur Pause war aus Kölner Sicht zumindest der personelle Gleichstand erreicht, da Hahn auch mit Gelb-Rot frühzeitig runter musste (44.). Der Effzeh steckte nicht auf, drängte nach Wiederanpfiff unermüdlich auf den Ausgleich und belohnte sich nach 86 Minuten: Joker Cordoba sorgte für das verdiente 1:1, was zugleich der Endstand war.

Leipzig: erst furios, dann schläfrig

Satte 16 Tore hatte RB Leipzig in den drei jüngsten Bundesliga-Partien erzielt. Beim Tabellenletzten Paderborn machten die Sachsen dann auch genau so weiter. Bereits nach vier Minuten (!) lag das beste Auswärtsteam der Liga nach tollen Treffern von Schick (3., Tor-Premiere in der Bundesliga) und Sabitzer (4.) bereits mit 2:0 in Führung. Später markierte Werner dann auch noch seinen 13. Treffer im 13. Spiel (26.). Die Messe schien schon gelesen, doch die Sachsen schalteten anschließend zu viele Gänge zurück und liefen auf einmal Gefahr, den schon sicher geglaubten Sieg wieder aus der Hand geben zu müssen. Mamba (62.) und Gjasula (73.) brachte den SCP wieder in Schlagdistanz und RB geriet unter Druck, hielt diesem letztlich aber in einer recht hektischen Schlussphase Stand und feierte den vierten Liga-Sieg in Serie.

Hennings entreißt Hoffenheim den Dreier

Hoffenheim wollte sich gegen Düsseldorf für das jüngste 1:5 gegen Mainz rehabilitieren und schaffte das nicht wirklich. Zwar bekleckerte sich die TSG gegen die Rheinländer nicht mit Ruhm, führte dank eines frühen Treffers von Kramaric (6.) aber lange Zeit, doch das sollte nicht reichen, denn kurz vor Schluss stand die Glücksgöttin Fortuna der Fortuna offenbar zur Seite: Etwas glücklich rutschte der Ball nämlich zu Hennings durch, der freistehend den 1:1-Endstand markierte (87.).

Umstrittener Strafstoß für Union

Umstrittener Sturz: Robert Andrich beim Duell mit Matija Nastasic (verdeckt)

Umstrittener Sturz: Robert Andrich beim Duell mit Matija Nastasic (verdeckt). Getty Images

Mit einem Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied hätte der FC Schalke am Freitagabend auf Rang eins der Bundesliga-Tabelle klettern können. Es wurde ein 2:1, mit dem S04 sicher auch zufrieden sein wird. Nach verdienter Führung durch Raman hatte Königsblau eine umstrittenen Elfmeter hinnehmen müssen - zur Pause stand es 1:1. Im zweiten Durchgang diktierte Schalke das Geschehen und Gikiewicz rückte in den Blickpunkt. Nur selten kamen die Eisernen gefährlich vor das Tor, hielten jedoch hinten stand. Bis zur 86. Minute. Dann patzte der Ex-Dortmunder Subotic auf Schalke, Serdar vollstreckte zum 2:1-Siegtreffer und stockte das Gelsenkirchener Punktekonto auf 25 Zähler auf.

drm/aho/las/pau