Quarterback der Baltimore Ravens überragt ein weiteres Mal

"Ich will zum Super Bowl": Jackson dominiert und hat einen Fan namens Brady

Lamar Jackson ist der Quarterback der Baltimore Ravens.

MVP-Rufe hallen immer stärker in seine Richtung: Lamar Jackson begeistert die NFL-Massen immer mehr. imago images

Nach den Seattle Seahawks (30:16), den New England Patriots (37:20) und den Houston Texans (41:7) musste im Monday Night Game von Week 12 ein weiteres NFL-Kaliber dran glauben - und anerkennen, dass gegen Lamar Jackson in diesen Wochen kein Kraut gewachsen ist.

Der lauffreudige und pfeilschnelle Spielmacher der Baltimore Ravens, der im Vergleich zur vergangenen Saison längst auch seine Fähigkeiten mit dem Wurfarm eindrucksvoll verbessert aufzeigt, führte sein Team zu einem überdeutlichen 45:6 bei den Los Angeles Rams. Damit bezwang Jackson in wenigen Wochen sowohl den amtierenden Super-Bowl-Sieger (Patriots) als auch das im Finale unterlegene Team (Rams). Diesmal warf der 22-Jährige in den ersten sechs Drives fünf Touchdown-Pässe und sah einmal zu, wie sein Running Back Mark Ingram in die Endzone stürmte. Den Rest der Partie wurde Jackson geschont, Robert Griffin III kam rein.

Was Mitspieler wie Ingram, die den gefeierten Spielmacher längst als "MVP Frontrunner" bezeichnen, heraufbeschwören, kommt immer mehr auch bei der Konkurrenz und der großen Masse an neutralen Football-Fans an: Dieser Jackson hat das Zeug zum großen Star dieser Liga - und mit eindrucksvollen Bilanzen längst auch große Quarterbacks wie Tom Brady, Drew Brees oder Aaron Rodgers übertrumpft. Seine fünf TD-Pässe in seinem ersten Monday Night Game waren ebenfalls ein neuer Bestwert für den diesmal als "Jackson Five" bezeichneten Quarterback der bei 9:2 stehenden Ravens, Peyton Manning hat bei seinem ersten MNF-Auftritt einst vier TDs erreicht.

Brady ist "ein großer Fan" von Jackson

Insgesamt steht Jackson nach 200 von 299 angebrachten Pässe bei 2427 Yards sowie 24 Touchdowns (fünf Interceptions) und überzeugt darüber hinaus natürlich auch mit seinen bekannten Fähigkeiten als Slalomläufer (876 Yards, sechs TDs, vier Fumbles). Mit seiner Schnelligkeit lässt er regelmäßig auch bekannte Star-Verteidiger alt aussehen, rast durch kleinste Lücken, scheut Kontakt nicht und tänzelt nach First Downs auch gern mal kurz auf dem Feld mit Kollegen. Kurzum: So viel Druck, Härte und Verbissenheit in dieser Sportart eigentlich herrscht, Jackson genießt die Momente in vollen Zügen - und heimst so Respekt von allen Seiten ein. Auch von Kollegen wie dem sechsmaligen Super-Bowl-Sieger Brady, der zuletzt zu ihm direkt gesagt hatte: "Großartiges Spiel von dir, Junge! Meinen Glückwunsch! Ich bin ein großer Fan!"

Neben dem "MVP Frontrunner" hat der Athlet auch noch Spitznamen wie "LJ Era" oder "Freaky-L". Die letztere Bezeichnung "kommt von den verrückten Sachen, die ich auf dem Feld mache", hatte Jackson selbst vor wenigen Tagen mit einem Lächeln zugegeben.

Super Bowl 2020? Jackson: "Das ist mein Ziel"

Und mit diesen "Sachen" hat er zusammen mit einer insgesamt auch starken Mannschaft absolut das Zeug für den ganz großen Wurf - schließlich führt der Erstrunden-Pick im NFL-Draft 2018 (32. Stelle) die beste Offensive der Liga an, 35 (!) Punkte erzielen die Ravens im Schnitt. Das Erfolgsrezept? Das Schema von Head Coach John Harbaugh ist perfekt auf Jackson ausgerichtet und dadurch sehr variabel. Die außergewöhnliche Athletik des Quarterbacks und die damit einhergehende Unberechenbarkeit stellt gegnerische Defensivabteilungen vor schier unlösbare Aufgaben.

Selbst Mastermind Bill Belichick von den New England Patriots meint: "Er ist schnell und sehr schwer zu kontrollieren. Das ist wirklich ein großes Problem."

Und was sagt der Heisman-Trophy-Gewinner von 2016, der mit seiner Spielweise an den früheren und ebenfalls lauffreudigen Michael Vick (u.a. Atlanta Falcons, Philadelphia Eagles) erinnert, eigentlich selbst? Folgendes: "Ich versuche nur, Spiele zu gewinnen." Doch nicht nur das. Der in Florida aufgewachsene Jackson hat schon jetzt das große Ziel im Blick - Super Bowl LIV in Miami am 2. Februar 2020: "Ich will zum Super Bowl, das ist mein Ziel."

Seine nächste Prüfung führt den Jungspund am kommenden Sonntag (19 Uhr) zum Heimspiel gegen die defensivstarken San Francisco 49ers (10:1), die selbst mit einem brachialen 37:8 gegen die Green Bay Packers zugeschlagen haben. Erstaunlich: Dies wird das erste Duell der NFL-Geschichte, in dem sich zwei Teams begegnen, die in der vorigen Woche so deutlich gewonnen haben (49ers mit +29 Punkten, Ravens mit +39 Punkten).

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