Freiburgs Stürmer mit je drei Toren und Assists

Höler: Scorer unterm Radar

SC Freiburgs Lucas Höler (re.) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen.

Freiburgs Lucas Höler (re.) hatte gegen Leverkusen allen Grund zum Jubeln. imago images

Natürlich war auch Höler mit dem schmeichelhaften Remis bei der Werkself hochzufrieden: "Wir haben Glück gehabt und sind viel hinterhergelaufen", gestand der Stürmer, der gegen den Ball als Zehner die Sonderaufgabe hatte, die Leverkusener Sechser im Aufbau zu stören. Das gelang mal mehr, mal weniger gut.

Höler ist Freiburgs zweitbester Scorer

Der SC holte vor allem einen Punkt, weil die Gastgeber viele Chancen vergaben - aber auch, weil er zumindest einen eigenen Treffer erzielte. Den besorgte Höler per Flugkopfball schon in der 5. Minute. Es ist bereits das dritte Saisontor des 25-Jährigen, der Ende 2017 noch beim kleinen Zweitligisten SV Sandhausen angestellt war und in der öffentlichen Wahrnehmung eher unterm Radar fliegt. Weil Höler bislang zudem drei Assists gelangen, ist er mit Günter (1 Tor/5 Vorlagen) und Waldschmidt (4/2) zweitbester Freiburger Scorer hinter Petersen (6/1).

Spielersteckbrief Höler

Höler Lucas

"Es freut mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte", bemühte Höler zunächst eine typische Fußballerphrase, um dann aber auch die gestiegenen Erwartungen an sich selbst zum Ausdruck zu bringen: "Es wurde wieder Zeit, ich hatte lange nicht getroffen." Sein zweites Saisontor schoss er am 5. Spieltag, beim 1:1 gegen Augsburg. Das Selbstbewusstsein des laufstarken Kämpfers und Arbeiters ist gestiegen - was sicher vor allem am hohen Stellenwert liegt, den Höler beim Trainer genießt.

Streich gibt dem Spieler das nötige Vertrauen

Streich setzt ihn bisher in jeder Partie ein, nur an den ersten drei Spieltagen als Joker. Auch weniger wirkungsvolle Auftritte wie bei den beiden einzigen Freiburger Niederlagen gegen Köln (1:2) und bei Union Berlin (0:2) sowie in Bremen (2:2) und gegen Frankfurt (1:0) kratzten offensichtlich nicht an seinem Standing. Höler besticht seit seinen Freiburger Anfangszeiten durch seine disziplinierte und aufopferungsvolle Arbeit gegen den Ball, hat sich inzwischen allerdings spielerisch sowie im Torabschluss deutlich gesteigert - da war selbst sein kläglicher Fehlversuch vom Elfmeterpunkt beim 2:1 in Düsseldorf recht schnell verziehen.

Auch wenn er vermutlich so schnell nicht mehr zum Strafstoß antreten wird, respektive darf - Höler hätte sein Torekonto schon in Leverkusen aufstocken können. In der 67. Minute scheiterte er jedoch freistehend mit seinem Flachschuss an Bayer-Keeper Lukas Hradecky. "Die Freude über mein Tor überwiegt, trotzdem muss ich den zweiten als Stürmer auch reinmachen. Das einfachste wäre gewesen, am Torwart vorbeizulaufen. Ich hatte leider den falschen Gedanken", zeigte sich Höler selbstkritisch.

Die harte Arbeit zahlt sich aus.

Lucas Höler.

Die vergebene Chance hat ihm allerdings nicht nachhaltig die Stimmung verhagelt - im Gegenteil. Höler und Kollegen genießen den ungewohnten Höhenflug, der dem SC weiterhin Platz 4 beschert. Für Höler kein Zufall: "Die harte Arbeit zahlt sich auch, wir haben keinen Leistungsträger abgegeben im Sommer und sind eine eingespielte Truppe, jeder ist für den anderen da. Es läuft sehr gut und fühlt sich super an, oben zu stehen." Wenn der SC nach dem glücklichen Zähler bei der Werkself auch seine spielerische Linie wiederfindet, wird das vermutlich auch noch eine Weile so bleiben.

Carsten Schröter-Lorenz