Champions League

Der FC Barcelona im Check: Ist die Tür für den BVB wirklich einen Spalt weit auf?

Barcelona ist ein Tabellenführer mit diversen Problemen

Ist die Tür für den BVB wirklich einen Spalt weit auf?

Suarez, Messi, Valverde und Griezmann wollen den Gruppensieg festzurren

Dürfen sie am Mittwochabend den Gruppensieg bejubeln? Luis Suarez, Lionel Messi, Trainer Ernesto Valverde und Antoine Griezmann (v.l.) hoffen darauf. imago images (3)

Der FC Barcelona ist nach 13 Spieltagen in La Liga Tabellenführer, für Feinschmecker waren die Auftritte in 2019/20 allerdings selten etwas. Drei Niederlagen (alle auswärts) und bereits 16 Gegentore mussten die Katalanen bislang schlucken. Die Null hielt Barça in der Liga lediglich dreimal, die Defensive bleibt das große Sorgenkind.

Doch auch die in der Vergangenheit auf europäischer Bühne gefürchtete Offensive lahmt. In der Königsklasse steht Barcelona aktuell bei zwei Siegen und zwei Remis: Zwei Nullnummern gegen Dortmund und Prag sowie zwei 2:1-Erfolge gegen Inter und Prag stimmten die erfolgsverwöhnten Anhänger kritisch. Eine derart unspektakuläre Vorrunde haben die Katalanen lange nicht mehr hingelegt, lediglich ein Champions-League-Treffer von Superstar Lionel Messi (und damit schon neun weniger als der Führende Robert Lewandowski) spricht Bände.

Vidal: "Spiele wie diese gewinnen dir Titel"

Am vergangenen Wochenende strauchelte der spanische Spitzenreiter beim Tabellenletzten Leganes bedenklich, drehte nur dank zweier Standards ein 0:1 noch in ein 2:1. "Spiele wie diese gewinnen dir Titel", kommentierte Torschütze Arturo Vidal hinterher. Auch in der Champions League, besonders in der K.-o.-Runde? Schwer vorstellbar.

Dabei hätte Leganes schon beim Blick auf die Aufstellung vermeintlich erschaudern können. Coach Ernesto Valverde ließ in der Offensive Messi, Luis Suarez, Antoine Griezmann und Ousmane Dembelé gemeinsam von der Leine. Der Ertrag dieser Maßnahme war allerdings sehr überschaubar, was die zwei Standardtreffer ganz gut dokumentieren. "Wir sind früh in Rückstand geraten, woraufhin sie tief verteidigt haben. Es gab nur wenig Platz, das Zentrum war dicht. Sie haben gut verteidigt, dazu kamen der starke Wind und auch die Platzverhältnisse. Aber das sollen keine Ausreden sein", begründete Valverde hinterher wenig überzeugend.

Das gescheiterte Experiment mit dem 4-2-3-1

Sein Experiment, die Abkehr vom üblichen 4-3-3 auf ein ungewohntes 4-2-3-1 mit Messi auf der Spielmacher-Position, durfte getrost als gescheitert betrachtet werden. Griezmann fehlte einmal mehr die Bindung zum Spiel, Suarez die zu den Mitspielern. Der bemühte Dembelé verlor satte 23 Bälle. Die jüngste Abhängigkeit von Standardsituationen ist doch auffällig. "Von uns wird hier erwartet, dass wir jedes Spiel gewinnen und dabei gleichzeitig dem Gegner eine Lektion erteilen", haderte Valverde auf der Spieltags-PK am Dienstag.

Ein großes Thema bleibt auch Sommer-Neuzugang Griezmann, auf dessen Leistungsexplosion mangels Integration ins Barça-System weiter gewartet wird. Der französische Weltmeister gab jüngst selbst zu, aktuell wenig Selbstvertrauen mit auf den Platz zu bringen. "Ich muss mich einfinden, denn ich will hier wirklich wichtig werden", sagte Griezmann im kicker-Interview (Montagsausgabe).

Sich bei Barcelona reinzufinden, an den Stil anzupassen, das ist sehr schwierig.

Luis Suarez im kicker-Interview

Die Mitspieler beweisen diesbezüglich mehr Geduld als das kritische Umfeld. "Er ist einer der besten Fußballer überhaupt", stellte Suarez gegenüber dem kicker klar: "Sich bei Barcelona reinzufinden, an den Stil anzupassen, das ist sehr schwierig. Nicht nur für Antoine. Das war auch bei mir so."

Einer, der diese Hürde bereits genommen hat, ist Dembelé. Auf den ehemaligen Dortmunder wartet nach eigener Aussage ein "besonderes Spiel". Der Franzose habe beim BVB "immer noch Freunde unter meinen ehemaligen Teamkollegen", wie er im Interview auf der Barça-Website erzählt: "Ich bin vor drei Jahren gegangen und habe sie seitdem nicht mehr gesehen. Emotional wird es ein bisschen schwierig werden, aber ich freue mich, sie zu sehen und gegen sie zu spielen."

Baut Barça die eigene Bestmarke aus?

Mit einem Dreier gegen den BVB stünde Barcelonas Weiterkommen und auch der Gruppensieg fest. Die Katalanen würden damit zudem ihre eigene Bestmarke ausbauen: Bereits 20-mal qualifizierte sich der amtierende spanische Meister als Gruppensieger für die K.-o.-Runde der Champions League. Dahinter folgen Real Madrid und der FC Bayern (je 16) sowie Manchester United (15).

Trotz der aktuell schwierigen Situation des BVB dürfe in Barcelona niemand den kommenden Gegner unterschätzen, so Dembelé: "Sie greifen am liebsten an, spielen als Team und geben immer alles, um zu gewinnen. Sie werden mit großer Intensität kommen, aber das Camp Nou wartet auf sie." Und dort hat Barça sieben seiner acht Pflichtspiele in dieser Saison gewonnen.

msc

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