Bundesliga

Covic-Nachfolge: Ein Nein von Kovac - ein Jein von Klinsmann

Hertha: Labbadias Bereitschaft abgeklopft

Covic-Nachfolge: Ein Nein von Kovac - ein Jein von Klinsmann

Niko Kovac, Ante Covic, Jürgen Klinsmann

Ante Covic (M.) steht bei Hertha BSC vor dem Aus. Niko Kovac (l.) steht nicht nur Verfügung - aber vielleicht Jürgen Klinsmann (r.)? imago images

Nach kicker-Informationen will der gebürtige Berliner Kovac, der Anfang November beim FC Bayern beurlaubt worden war, in dieser Saison kein neues Engagement antreten, sondern nach der zehrenden Zeit in München Kraft tanken und Abstand gewinnen. Der frühere Hertha-Profi galt vielen in der Führungsetage des Hauptstadt-Klubs als Ideallösung für die Nachfolge von Ante Covic, der nach dem 0:4-Desaster beim FC Augsburg am Sonntagnachmittag nur noch ein Trainer auf Abruf ist.

Am Montag führten die Hertha-Bosse viele Gespräche, ohne zu einer Entscheidung zu kommen. Am trainingsfreien Dienstag dürfte zumindest eine Entscheidung darüber fallen, ob Covic die für Mittwoch, 14 Uhr, angesetzte nächste Trainingseinheit leiten darf. Innerhalb der Gremien sprach sich auch am späten Montagabend immer noch der eine oder andere dafür aus, Covic noch das anstehende Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) zu gewähren.

Co-Trainer Harald Gämperle als Interimslösung?

Möglich ist unterdessen für dieses Spiel auch eine Interimslösung mit Co-Trainer Harald Gämperle, der einst unter dem jetzigen BVB-Coach Lucien Favre beim FC Zürich und bei Hertha BSC arbeitete, sich später mit Favre überwarf und im Sommer auf Betreiben von Manager Michael Preetz nach Berlin zurückkehrte. Gämperle dürfte eine im Raum stehende Trennung von Covic ebenso unbeschadet überstehen wie Torwarttrainer Zsolt Petry. Ein Trainer-Duell zwischen Gämperle und seinem einstigen Chef Favre hätte fraglos eine besonders pikante Note in dieser aus Hertha-Sicht turbulenten Woche.

Der Klub wollte in dieser Saison um die europäischen Plätze mitspielen, steht aber nach dem verkorksten ersten Saisondrittel mit einer völlig verunsicherten Mannschaft auf Platz 15 - punktgleich mit Fortuna Düsseldorf auf Platz 16. Für die Nachfolge von Covic hat Hertha am Montag und Dienstag mehrere Szenarien durchgespielt. Selbst die bislang als nahezu ausgeschlossen geltende Möglichkeit, dass sich der frühere DFB-Teamchef und Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann als Interimslösung zur Verfügung stellt, wurde diskutiert. Klinsmann war Anfang November als Vertrauter des neuen Hertha-Investors Lars Windhorst in den Aufsichtsrat der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) gerückt - und soll dort mit seiner Expertise und seinem Netzwerk Hertha helfen.

Jetzt, so ist aus Klinsmanns Umfeld zu hören, sei für den Fall, dass Hertha für die Installierung einer Dauerlösung Zeit brauche und gewinnen müsse, ein Kurzzeit-Comeback auf der Bank nicht komplett ausgeschlossen. Aus Klinsmanns Nein wird jetzt offenkundig ein Jein.

Labbadias Berater wurde kontaktiert

Zudem hat Hertha am Montag nach kicker-Informationen beim Berater des aktuell beschäftigungslosen Bruno Labbadia die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit abgeklopft. Labbadia war bis zum Saisonende beim VfL Wolfsburg im Amt und hatte dort nach Dissonanzen mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Zuletzt hatte Labbadia dem 1. FC Köln abgesagt. Bei Hertha war er bereits im Frühjahr ein Thema, als die Nachfolge von Pal Dardai geklärt wurde. Seinerzeit hatte sich Preetz, der auch mit David Wagner (seit Sommer auf Schalke) und André Villas-Boas (seit Sommer in Marseille) verhandelt hatte, am Ende für das Eigengewächs Covic entschieden.

Steffen Rohr