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Olympischer Qualifikations-Event überschattet von Regel-Wirrwarr

Jan Hojer und Yannick Flohé starten ab Donnerstag in Toulouse

Olympischer Qualifikations-Event überschattet von Regel-Wirrwarr

Jan Hojer (li.) und Yannick Flohé

Für Toulouse sportlich qualifiziert, doch der Event sorgt für Irritationen: Jan Hojer (li.) und Yannick Flohé vom DAV. DAV

Deutschlands Spitzenkletterer Jan Hojer (DAV Frankfurt) und Yannick Flohé (DAV Aachen) kämpfen um ihre große Olympia-Chance - doch der anstehende Qualifikations-Showdown in Toulouse ab diesem Donnerstag bis Sonntag wird von einem sportpolitischen Ungereimtheiten überschattet.

Das deutsche Herren-Duo tritt gegen mittlerweile 20 internationale Rivalen an, es geht um den zweiten und letztmöglichen deutschen Startplatz für die Sommerspiele in Tokio - das erste Olympia-Ticket hatte sich Alexander Megos vom DAV Erlangen bereits bei der WM im August im japanischen Hachiojo gesichert.

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Angesichts eines Wirrwarrs um unklare Quali-Kriterien, kurzfristige Regeländerungen und sogar einer Beschwerde beim Sportgerichtshof CAS rückte der Sport zuletzt in den Hintergrund. Womöglich droht im schlimmsten Fall sogar, dass der Ausgang des Wettkampfs noch angefochten werden kann.

Japan beharrt auf einen Sonderweg

Zwei Themen beschäftigen den Weltverband IFSC: Zum einen beharrt die derzeit führenden Kletternation Japan auf einem Sonderweg bei der Auswahl ihrer Athleten. Pro Land dürfen in Tokio nur zwei Männer und zwei Frauen antreten. Die Japaner haben ihre jeweils ersten Startplätze an Weltmeister Tomoa Narasaki und bei den Damen an die Vize-Weltmeisterin Akiyo Noguchi im Format Olympic Combined vergegeben. Die zweiten Tickets wollten die Asiaten eigentlich erst im Frühjahr 2020 nach einem internen Wettkampf verteilen.

Die IFSC meldete aber schon vor zwei Wochen auf seiner offiziellen Internetseite, dass aus dem japanischen Team mit Kai Harada der zweitbeste Mann und mit Miho Nonaka die zweitbeste Frau der WM auch schon für Olympia fix qualifiziert seien. Das Kontingent wäre damit erschöpft. Dagegen rief der japanische Verband den CAS an - eine Entscheidung steht aus.

Starterfeld in Toulouse aufgestockt

Der zweite Disput entbrannte um die Frage, wie viele Teilnehmer pro Nation beim Quali-Turnier in Toulouse antreten dürfen. Ursprünglich standen zwei in den Regeln. Dagegen intervenierte das Internationale Olympische Komitee, dem Vernehmen nach auf Drängen der Franzosen. Die IFSC strich die Länderbeschränkung und erhöhte das Teilnehmerfeld von 20 auf 22 - und das eine Woche vor dem Wettkampf. Dass nun insgesamt sechs Athleten aus Japan (zwei Damen, vier Herren) antreten, die womöglich ohnehin keine Olympia-Chance haben, macht den Fall nur noch absurder und für potenzielle Toulouse-Teilnehmer umso bitterer.

Im Wettkampf-Format "Olympic Combined" werden die Disziplinen Lead, also Schwierigsklettern mit Seilsicherung, Bouldern, dem Meistern von komplizierten Grifffolgen in Absprunghöhe, und Speedklettern ausgetragen und für die Endwertung multipliziert. Die jeweils besten sechs Athleten und Athletinnen holen sich das Ticket für Tokio 2020.

Keine deutschen Frauen in Toulouse dabei

Bei den Frauen - im DAV-Olympiakader standen Alma Bestvater (DAV Weimar), Afra Hönig (DAV Landshut) und Hannah Meul (Rheinland-Köln) - hat es keine Deutsche nach Toulouse geschafft.

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bst/dpa

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