3. Liga

In der "dreckigen Phase" bewahrt der MSV Duisburg die Ruhe

Dotchev beklagt Gegentor "aus dem Nichts"

In der "dreckigen Phase" bewahrt der MSV die Ruhe

MSV Duisburg

Freude pur nach Saisonsieg Nr. 11: Der MSV Duisburg ist derzeit souverän Tabellenführer der 3. Liga. imago images

Am Ende stand ein 2:1, wieder einmal nach Rückstand. Der MSV kam gegen Aufsteiger Viktoria nur schleppend ins Spiel, musste gar das 0:1 durch Routinier Albert Bunjaku (wird am Freitag 36) schlucken, der einen Schnellangriff der Rheinländer eiskalt abschloss (24.) und schon zum zwölften Mal in dieser Saison jubelte. "Sie haben uns das Leben schwergemacht und es war wichtig, Ruhe zu bewahren", sagte Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht nach Schlusspfiff.

Lieberknecht, der kurzfristig auf den erkrankten Leistungsträger und Torjäger Moritz Stoppelkamp verzichten musste, hatte schon vor der Partie auf die "dreckige Phase" der Saison verwiesen. Es bedurfte einer Willensleistung der Zebras, in die Partie zurückzufinden. Gegen weiterhin überlegene Kölner gelang dem 1,96 Meter großen Niederländer Vincent Vermeij in der 42. Minute der Weckruf - nach schönem Steckpass von Tim Albutat vollendete der Mittelstürmer ausgesprochen cool zum 1:1-Pausenstand.

Dotchevs Ärger - Patzlers entscheidender Fehler

"Aus dem Nichts bekommen wir das 1:1. Dadurch hat Duisburg Rückenwind bekommen und auch die Fans waren wieder voll da", klagte Viktoria-Chefcoach Pavel Dotchev hernach. Viele Kleinigkeiten hätten später dazu geführt, dass seine Mannschaft nichts Zählbares rheinaufwärts mitnehmen konnte.

Kleinigkeiten und Pech in der letztlich spielentscheidenden Situation. Denn der bis dahin in einigen Szenen stark parierende Sebastian Patzler, für den angeschlagenen Ex-Duisburger Daniel Mesenhöler im Kölner Kasten, begünstigte das zweite Zebra-Tor durch einen kapitalen Fehler in der Schlussphase. Beim zentral platzierten Freistoß von Lukas Scepanik war der 29-Jährige satt mit den Händen am Ball - um ihn dann doch nur ins eigene Tor abzulenken (85.).

Matchwinner Scepanik blickt schon auf Halle

"Ich freue mich fürs gesamte Team, dass mein Schuss dann doch den Weg ins Tor findet", bilanzierte Joker Scepanik nach seinem glücklichen Tor. Für den mit aller Macht erkämpften Sieg gab es im Anschluss ein "großes Kompliment" von Sportdirektor Ivo Grlic: "Das Quäntchen Glück in solch einer Situation muss man sich erarbeiten."

Die Tabelle weist den MSV nun mit bereits 34 Punkten auf, fünf mehr als der Zweite Ingolstadt, sechs mehr als die Klubs auf den Rängen drei bis fünf haben. Darunter: der Hallesche FC. Und zum HFC geht es am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker.de). "Fast schon ein Sechs-Punkte Spiel, in dem uns die Verfolger von der Spitze drängen wollen", blickte Scepanik voraus. Verdrängen wird angesichts des Vorsprung am kommenden Wochenende noch nicht möglich sein. Im Umkehrschluss kann Duisburg jedoch mit einem weiteren Sieg den nächsten großen Schritt in Richtung Wiederaufstieg machen.

aho

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