Nach 0:2 bei Union Berlin

Herrmann: Der nächste Rekord muss warten

Patrick Herrmann

Hatte in der 12. Spielminute die Führung auf dem Kopf: Patrick Herrmann. imago images

Es lief die 12. Spielminute, als der Ball in den Berliner Strafraum segelte, Herrmann heranstürmte und die Kugel mit dem Kopf Richtung Union-Tor beförderte. Ein kurzes Klatschen war zu hören, dann hüpfte der Ball vom Pfosten aus zurück ins Spielfeld. Es blieb beim 0:0. Für Herrmann eine Art Knackpunkt des Spiels, denn "wäre der Ball zwei Zentimeter weiter nach rechts gegangen, wäre das Ding drin gewesen und wir hätten einen anderen Spielverlauf erlebt." Stattdessen traf Union drei Minuten später zur Führung. "Das", meinte Herrmann, "spielte dem Gegner dann voll in die Karten. Die Berliner haben sich hinten reingestellt, auf Konter gehofft und gefühlt 300 lange Bälle geschlagen." Ein vergleichsweise einfaches wie probates Mittel, um dem Tabellenführer das Bein zu stellen. Anders als in vielen Spielen zuvor, wussten die Borussen am Samstag beim Aufsteiger kein Kapital aus dem beachtlichen Ballbesitz (63 Prozent) zu schlagen.

So verließ Herrmann die Hauptstadt ohne Punkte - und auch ohne neuen Rekord. Weil er durchspielte, muss der Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher mindestens noch bis zum nächsten Heimspiel gegen den SC Freiburg warten. Herrmann blieb bei 139 Auswechslungen stehen - eine weniger als für (Noch-)Rekordhalter Halil Altintop (140) gezählt wurde.

Eine andere Bestmarke hatte sich Herrmann allerdings gerade erst gesichert: Mit seinen zwei Treffern beim 3:1 gegen Werder Bremen am 11. Spieltag schraubte er seine Scorerbilanz auf 84 Punkte (44 Tore, 40 Vorlagen) hoch - ein Rekord, denn kein Gladbacher sammelte seit Erfassung der Torvorlagen zur Saison 1988/89 mehr Bundesliga-Scorerpunkte als Herrmann. Zuvor hielt Bestmarke Martin Dahlin (83 Scorerpunkte, 60 Tore, 23 Assists).

Jan Lustig