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Gibt es eigentlich noch Rekorde für die New England Patriots?

Tom Brady & Co. fahren zehnten Saisonsieg ein

Gibt es eigentlich noch Rekorde für die New England Patriots?

Tom Brady ist Quarterback bei den New England Patriots.

In den wichtigen Momenten war die Offense der Patriots präsent und fuhr gegen Dallas entscheidende Punkte ein. imago images

Seit der Jahrtausendwende haben die New England Patriots 16-mal die AFC-East-Spitze erklommen, 16-mal die Play-offs der NFL erreicht, ganze elfmal die komplette American Football Conference für sich entschieden und natürlich sechsmal den Super Bowl gewonnen. Alles Bestmarken, die wie eine stete Drohung der schier endlosen Dominanz weit über dem 31 Teams starken NFL-Rest hängen.

Ein Ende dieser Erfolgsserie ist tatsächlich nach wie vor nicht in Sicht. Denn obwohl gerade die sonst immer so geschmeidige Offense um Star-Quarterback Tom Brady oder Star-Receiver Julian Edelman Schwächen offenbart, findet sie in Verbindung mit einer herausragenden Defense immer wieder in den entscheidenden Momenten Lösungen. So auch am Sonntag beim knappen 13:9 im kontinuierlichen Regen gegen die Dallas Cowboys.

Hier fand Brady kurz vor Ende des ersten Quarters seinen Rookie-Receiver N'Keal Harry mit einem 10-Yard-Touchdown-Pass - seine 75. TD-Anspielstation seiner 20-jährigen Karriere (natürlich auch Rekord) - und zwang gegen Ende der Partie die Uhr mit präzisen Pässen auf Edelman (93 Yards) immer weiter in die Knie. Einen Fehler erlaubte sich der 42-Jährige außerdem nicht - und fand an der Seitenlinie einmal mehr Gefallen daran, wie die eigene Top-Abwehr den Cowboys zusetzte. Zwei Beispiele: Cornerback Stephon Gilmore verbuchte zwischenzeitlich eine bärenstarke Interception, zusammen mit seinen Kollegen hielt er außerdem Dallas' Star-Receiver Amari Cooper bei null Catches!

"Die richtige Saison liegt erst noch vor uns"

"Das war ein großartiger Sieg. Ich bin richtig stolz auf den Einsatz, den die Jungs auf dem Feld zeigen", befand Brady im Anschluss sichtlich gut gelaunt - und hatte bereits vor Tagen das ausgesprochen, was ohnehin jeder immer befürchtet: "Die richtige Saison liegt erst noch vor uns." Heißt: Das Ziel der Pats ist es natürlich wieder, bis ins große Endspiel einzuziehen und dort zum bereits siebten Mal die Vince Lombardi Trophy in die Höhe zu stemmen.

Bill Belichick ist Head Coach bei den New England Patriots.

Stand im Regen - und sah den nächsten Sieg: Bill Belichick. imago images

Die Zahlen sprechen schon jetzt dafür, wenngleich allein in der AFC mit den Kansas City Chiefs und den Baltimore Ravens zwei große Kontrahenten in einem potenziellen AFC-Finale vor einem möglichen Showdown im Super Bowl gegen das beste NFC-Team aufwarten. Denn hatten die New England Patriots bereits vergangene Woche zum 19. Mal in Folge eine positive NFL-Bilanz gesichert, folgte nun die Erkenntnis, zum 17. Mal in Folge mindestens bei zehn Siegen zu stehen. Das schafften bislang nur die San Francisco 49ers (1983-1998).

Dennoch gibt es auch etwas, was der amtierende Meister noch nicht geschafft hat: Eine Saison bis zum Endspielsieg ohne eine Niederlage zu vollenden. Dieses Unterfangen ist nach wie vor ausschließlich den Miami Dolphins geglückt.

Trainerfrage in Dallas

Mit dem 13:9 über Dallas sorgten die Pats übrigens auch dafür, dass bei den Cowboys einmal mehr die Diskussion über Head Coach Jason Garrett ausbricht - schließlich haben die Texaner nun alle vier Spiele in dieser Saison gegen Teams mit einer positiven Bilanz verloren und stehen nur bei 6:5. Besitzer Jerry Jones dazu: "Diese Niederlage ist ein erheblicher Rückschlag für uns. Wir hätten einen Sieg gegen solch ein Team mal gebraucht. Doch wir haben es nicht geschafft. Und damit können wir nicht zufrieden sein."

Welche Kritik Trainer Garrett unter anderem trifft: Er hat sich gegen Ende der Partie nahe der gegnerischen Endzone dazu entschieden, ein recht einfaches Field Goal aus 29 Yards zum letztlich unnützen 9:13 schießen zu lassen. Das Risiko Richtung Touchdown bei "4th Down" wäre allerdings das gewesen, was sich Fans und Kritiker gewünscht hätten. Zumal die Zeit im Anschluss eben clever von Brady ausgespielt wurde.

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